Grappa in der Schlangengrube von Gabriella Wollenhaupt

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Grappa
Erschienen als Taschenbuch
im Grafit Verlag
11,00 €
ISBN:  978-3-89425-579-4
Kategorie: Krimi
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Im Rahmen eines Resozialisierungsprojekts wird der zweifache Mörder Mischa Ashley nach 17 Jahren Haft entlassen und soll im Verlagshaus des „Bierstädter Tageblatts“ eine Stelle erhalten. Titel des Projektes Wiedereingliederung: „Die zweite Chance“.

In der Haft hat Mischa Ashley nicht nur sein Abitur nachgeholt, er hat auch das Schreiben begonnen. Hat Texte und einen Roman geschrieben und alle finden das total toll. Der charismatische Typ sieht gut aus, hat offensichtlich Charme und ist mittlerweile sanft wie ein Lamm.

Nun, in der Redaktion kommt er nicht überall so gut an, die „Geister“ scheiden sich enorm. Die weiblichen Kolleginnen sind fast alle hin und weg und seiner Ausstrahlung erlegen. Nicht so die männlichen Kollegen, die sind eher bissig und mehr als skeptisch. Und dann ist da noch Grappa. Sie wird Ashley als Mentorin an die Seite gegeben, soll ihm helfen und eine schützende Hand über ihm haben.

Doch Grappa ist alles andere als begeistert. Ihr ist der Typ mit seinem extremen Narzissmus mehr als suspekt. Und das bekommt er auch zu spüren. Nicht nur von Grappa. Auch in der Öffentlichkeit reagieren sehr viele Bürgen negativ auf das Projekt. Ganz nach dem Motto: Einmal Mörder, immer Mörder. Punkt.

Dann geschieht ein Mord in der Stadt. Und das Opfer ist eine reiche Dame mittleren Alters, die Mischa Ashley finanziell enorm unterstützt hat …

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Das ist Grappa Nr. 28, ich kenne die spezielle Protagonistin erst seit Nr. 22 aber ich finde sie einfach klasse. Ich lese diese Krimis von Gabriella Wollenhaupt so gerne. Sie sind flott, rasant, mit viel (schwarzem Humor) und jeder Menge Biss.

Das schöne an diesen Krimis ist, dass wir hier keine klassischen Ermittler haben, sondern eine Journalistin, die ihre Kontakte hat, weil sie u.a. in einer privaten Beziehung zu „ihrem Polizisten“ Friedemann Kleist steht. Aber auch das ist keine klassische Beziehung, nicht mal eine typische Fern- oder Teilzeitbeziehung. Auch das macht den Charme dieser Krimireihe aus.

Für mich ist es immer ein bisschen wie „nach Hause kommen“, wenn ich einen neuen Grappa lese. Man trifft Bekannte wieder, liebgewonnene Charaktere wie die Bäckerin Frau Anneliese Schmitz, „Bärchen“ Biber, den Fotografen Wayne Pöppelbaum oder auch Kollegin Wurbel-Simonis.

Ich schlage das Buch auf und denke, okay, dann beginnt mal eine neue Woche im Tageblatt und schon ist man auch reingeplumpst in die Handlung.

Die Themen, die Wollenhaupt behandelt sind aber alles andere als humorvoll, sondern (leider) immer brandaktuell und auch sehr ernst und absolut real. Hier wird das Thema Resozialisierung behandelt, ein Thema, dass natürlich nicht leicht ist. Jeder Mensch hat ein Problem damit, einem Menschen eine zweite Chance zu geben, wenn man weiss, dass der einen Menschen brutal ermordet hat. Wie soll man dem in die Augen schauen oder gar vertrauen? Geht das? Kann ein ehemaliger Mörder wirklich komplett „geheilt“ werden und danach einer Arbeit nachgehen, mit Kollegen, die ihn einfach akzeptieren, ja, sogar mögen?

Wie man sieht, kein leichtes Thema und auch keine leichte Kost, die hier in diese flotte Handlung verpackt und behandelt wird. Ich habe auch einiges gelernt in Bezug auf den Verkauf von Werken aus gewissen Genres und das Phänomen, warum sich manche Frauen zu besonderen Männern hingezogen fühlen.

Durch die kurzen Kapitel liest sich das Buch wieder unheimlich schnell. Szene auf Szene fliegt der Leser durch die Handlung, ist mittendrin im Geschehen und fiebert mit.

Leider ist es so, wie Maria Grappa sagt: Wenn ich was schreibe, dann wird das aber kurz. Ich würde gerne viel längere Grappa-Krimis lesen. Denn ehe man sich versieht, ist der Spaß vorbei und man muss ein Jahr warten.

Mein Fazit: Wieder absolut gelungen. Ein aktuelles und wichtiges Thema wird hier in klassischer Grappa-Manier behandelt. Mit Biss, Grips, (bösem) Humor und jeder Menge Gegenwind geht Grappa auch hier wieder ihren Weg.

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© Marion Brunner_Buchwelten 2018

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Opfermoor von Susanne Jansson

Opfermoor von Susanne Jansson

Erschienen als Taschenbuch
im C. Bertelsmann Verlag
insgesamt 320 Seiten
Preis: 15,00 €
ISBN: 978-3-570-10336-4
Kategorie: Thriller, Krimi

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Natalie ist Biologin und kehr in ihren Heimatort zurück, um dort für ein neues Projekt Bodenproben zu sammeln. Sie lernt den sympathischen Johannes kennen und beginnt, sich in ihn zu verlieben. Doch dann wird Johannes brutal zusammengeschlagen. Wenig später findet man eine Leiche im Moor. Schon bald stellen die Ermittler fest, dass es nicht die einzige Leiche ist, die im Moor versenkt wurde. Natalie entdeckt Zusammenhänge zwischen der Gegenwart und ihrer eigenen Vergangenheit, die sie bis jetzt immer erfolgreich verdrängt hat. Besteht da etwa ein Zusammenhang zwischen ihrer Jugend und den aktuellen Leichenfunden?

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Schon zu Beginn spürt man, dass man es bei „Opfermoor“ mit einem sehr stimmungsvollen Roman zu tun hat. Janssons Thrillerdebüt zeichnet sich durch eine sehr dichte Atmosphäre aus, der man sich nicht entziehen kann. Und auch wenn die Charaktere sehr gut gezeichnet sind, übernimmt im Kopf des Lesers irgendwie das Moor die eigentliche Hauptrolle in diesem sehr ruhigen, aber nicht minder spannenden Krimi.  „Opfermoor“ erfindet das Krimi- und/oder Thrillergenre keineswegs neu und die Autorin arbeitet mit altbekannten Zutaten. Dennoch hebt sich dieser Roman von anderen Werken des Genres ab, weil er nämlich eine wunderbare, mystische und faszinierende Stimmung verbreitet, die im Gedächtnis haften bleibt. Die Landschaft, in der sich die Handlung abspielt, wird nicht einmal bis ins kleinste Detail beschrieben, aber dennoch meint man, mittendrin zu sein und die Umgebung persönlich zu kennen.

Interessant ist, dass im Grunde genommen nicht wirklich viel passiert, der Leser aber immer weiter lesen möchte (und dies in den meisten Fällen wohl auch tut). Zum einen liegt es definitiv an der hypnotisierenden und düsteren Atmosphäre, die durchgehend herrscht, aber auch an den kurzen Kapiteln, die einen immer wieder zum Weiterlesen animieren. Janssons Thriller ist ein Pageturner, allerdings nicht von der Sorte „actionlastiger Blockbuster“, sondern er fällt eher in die Kategorie „Philosophisch-poetischer Mystery-Thriller“. Susanne Jansson verbaut neben der Krimihandlung auch eine zarte Liebesgeschichte und einen verhaltenen Mystery-Touch, der den Plot perfekt abrundet. Man fühlt sich manchmal tatsächlich an alte Gruselfilme aus der schwarz-weißen Fernsehzeit erinnert, die eine ähnliche Atmosphäre verströmten. Gerade die unaufdringliche Liebesgeschichte, die eigentlich eine Nebensache ist, war es, die mich in gleichem Maße in den Bann gezogen hat, wie die Tragödie der Moorleichen. Janssons Charaktere wirken manchmal glaubhaft verschroben, wie sie da in der Einsamkeit am Rande eines mysteriösen Moors leben und verleihen der Handlung dadurch eine hohe Authentizität. Bisweilen fühlte man sich an die ruhigen Romane von Henning Mankell erinnert, wobei Susanne Jansson einen absolut eigenen Stil vorweisen kann.

Es ist wirklich beeindruckend, mit welcher Intensität die Autorin das Moor und den Schauplatz beschreibt. Man spürt die feuchte Luft, sieht den Nebel vor sich und vermeint an manchen Stellen sogar, die Geräusche der Natur zu hören. Desweiteren wird auch bei den Gesprächen eine nahezu poetische Atmosphäre versprüht, die ein wenig an den fantastischen Roman „Schnee, der auf Zedern fällt“ von David Guterson erinnert. Das Cover des Romans gibt genau diese wundervolle Stimmung perfekt wieder, so dass man wirklich genau das bekommt, was man durch die Abbildung erwartet. „Opfermoor“ ist ein wirklich tolles Debüt, das gerade in seiner unspektakulären Schlichtheit auf ganzer Linie überzeugen kann. Bei der Auflösung, die nebenbei bemerkt, überraschend war, hätte ich mir allerdings eine ausführlichere Art und Weise gewünscht. Das ging mir dann irgendwie doch zu schnell, tat aber dem Gesamteindruck dann glücklicherweise keinen Abbruch. Ich bin schon sehr gespannt, was uns von Susanne Jansson in Zukunft noch erwartet. Wünschenswert wäre, wenn sie sich weiterhin an die Ruhe und Stille, die sie in ihrem vorliegenden Erstlingswerk versprüht, halten würde. Denn durch diesen zurückhaltenden Stil würde sie sich eindeutig aus der Vielzahl an Krimis und Thrillern hervorheben.

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Fazit: Wunderbar ruhiges, atmosphärisches und manchmal sogar poetisches Thrillerdebüt.

© 2018 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Höllenjazz in New Orleans von Ray Celestin

Höllenjazz

Erschienen als Taschenbuch
im Piper Verlag
510 Seiten
16,00 €
ISBN: 978-3-492-06086-8
Kategorie: Thriller, Krimi

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Im New Orleans des Jahres 1919 geht ein mysteriöser »Axeman-Mörder« um und versetzt die Stadt in Angst und Schrecken. Detective Michael Talbot wird auf den Fall angesetzt, ohne zu wissen, dass sich der ehemalige Polizist Luca D’Andrea und auch Ida, Sekretärin einer Detektei, auf die Suche nach dem Täter begeben. Ida hat sogar ihren besten Freund, den Musiker  Louis Armstrong, an ihrer Seite. Alle drei Ermittler stoßen auf unterschiedliche Spuren, die sie auf die Identität des Killers führen könnten.

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Was für ein tolles Debüt! Ray Celestin hat einen unglaublich flüssigen Schreibstil und ein sehr gutes Gefühl für Spannung. Schon nach den ersten Seiten stellt sich zweifelsohne heraus, dass es sich bei seinem Debüt „Höllenjazz in New Orleans“ um einen Pageturner handelt, den man nicht so schnell aus der Hand legen mag. Die Vermischung aus absolut gut recherchierten Tatsachen und fiktiven Handlungssträngen ist Celestin perfekt gelungen, so dass man schon bald nicht mehr zwischen Realität und Erfundenem zu unterscheiden vermag. Der Plot und die Figuren sind sehr realistisch und vor allem glaubwürdig geschildert, so dass es eine wahre Freude ist, sie bei ihren Ermittlungen und Abenteuern zu begleiten. Ein besonderes „Schmankerl“ ist die Mitwirkung der Musikerlegende Louis Armstrong. Der Jazztrompeter, zu jener Zeit noch unbekannt, ist unfreiwilligerweise bei den Ermittlungen  mit dabei.

„Höllenjazz in New Orleans“ ist kein reiner historischer Krimi, wie man sie kennt, sondern geht einen anderen Weg. Hier werden vorrangig fiktive Personen und Ereignisse mit historischen Begebenheiten vermischt und nicht umgekehrt, wo ein Plot rund um die geschichtlichen Tatsachen aufgebaut wird. Celestins Debütroman wirkte daher auf mich absolut erfrischend und unverbraucht und ich hatte großen Spaß, den Protagonisten zu folgen. Ein weiterer toller Schachzug ist die Einführung von drei (!!!) Ermittlern, die alle selbständig und auf verschiedene Weise an die Untersuchung der Morde herangehen. Ray Celestin hat sich bemüht, sämtliche Spekulationen, die es über den tatsächlichen Axemann-Mörder gibt, in seinem Roman aufzuarbeiten und zumindest anzuschneiden. Das hat mir sehr gut gefallen und, obwohl die Morde in der Realität nicht aufgeklärt werden konnten, liefert Celestin augenscheinlich eine Erklärung – oder och nicht? Gerade dieses „Herauswinden“ hat mich überzeugt, denn auf gewisse Art und Weise lässt der Autor dann das Ende doch wieder irgendwie offen, wie es wohl auch im wirklichen Leben war.

Was mich ebenfalls in den Bann gezogen hat, waren die detaillierten Beschreibungen der damaligen Zeit. Man war wirklich mittendrin in dieser Epoche und konnte sich alles absolut plastisch vorstellen. Ray Celestin hat viele historische Ereignisse in seinem Roman vermischt, aber nie die Übersicht und den Fall des Axeman-Mörders aus den Augen verloren. Gerade diese Vielseitigkeit in der Beschreibung von Menschen und Orten macht „Höllenjazz in New Orleans“ zum einen zu einem echten Pageturner und zum anderen zu einem echten Leseereignis, das man nicht so schnell vergisst. Ich fühlte mich in dem „alten“ New Orleans so richtig wohl und heimelig und konnte es immer kaum erwarten, dorthin zurückzukehren. Die meisten Personen wuchsen mir so richtig ans Herz.
Erfreulicherweise hat Celestin das Finale dann in einer Art und Weise verfasst, die mir absolut gefallen hat. Oftmals ist es ja so, dass Thriller (oder auch Krimis) auf einen Showdown hinarbeiten, der Schema F entspricht und schon hundertmal dagewesen ist. Und auch wenn es sich hier ähnlich verhält und ein Showdown natürlich stattfindet, so hob er sich in meinen Augen von den standardisierten Thriller-Enden schlichtweg ab.
Und wie geschickt Ray Celestin dann auf seine im Frühjahr 2019 bei Piper erscheinende Fortsetzung „Todesblues in Chicago“ hingearbeitet hat, ist wirklich grandios. Ich freue mich sehr auf diesen zweiten Teil.

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Fazit: Ein Debüt, das überzeugt und begeistert.

© 2018 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Die sieben Farben des Blutes von Uwe Wilhelm

Erschienen als Taschenbuch
bei Blanvalet
insgesamt 479 Seiten
Preis: 9,99 €
ISBN: 978-3-7341-0344-5
Kategorie: Krimi, Thriller

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Drei Frauen wurden in Berlin bereits ermordet, als die Staatsanwältin Helena Faber auf den Fall angesetzt wird. Der Täter nennt sich selbst „Dionysos“ und möchte die Frauen, die er umbringt, „heilen“. Als Helena ins Visier des Mörders gerät, spitzt sich die Situation immer mehr zu …

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Es dauert keine fünf Seiten und man ist von Uwe Wilhelms Thriller infiziert. In einem sehr schönen, absolut flüssigen Schreibstil wirft der Autor den Leser mitten ins Geschehen, so dass man sofort die Welt um sich herum vergisst. Wilhelms Beschreibungen sind filmreif (kein Wunder, denn der Mann schreibt Drehbücher und hat auch bereits sehr viele geschrieben) und sehr stimmungsvoll. Die Charakterisierung der Protagonistin ist sehr detailliert, was mich wirklich sehr begeistert hat. Helena Faber wird so erfrischend und echt in Szene gesetzt, dass es eine wahre Freude ist, nicht nur den Kriminalfall, sondern auch ihr Privatleben mit zwei zickenden, pubertierenden Töchtern, zu verfolgen.

Der Plot ist sehr gut und stimmig aufgebaut. Wilhelm scheut sich auch nicht davor, einige Szenen auch einmal etwas brutaler zu gestalten, wobei er meiner Meinung nach nie die Grenze übertritt und in unnötige Trash-Brutalität abdriftet. Während des ganzen Romans wird durchgehend ein hohes Niveau eingehalten. Erstaunlicherweise nimmt auch die vorzeitige Entlarvung des Täters im letzten Drittel dem Werk nichts von seiner Spannung. Einige LeserInnen werden eine bestimmte Entwicklung der Protagonistin mit Sicherheit unglaubwürdig empfinden. Doch selbst wenn es so wäre und die „Erkrankung“ an den Haaren herbeigezogen wirkt, sollte man sich dennoch unbedingt darauf einlassen, denn auch dieser Handlungsstrang ist sehr effektiv und unterhaltsam. Ich fand diesen „Werdegang“ jedenfalls aus emotionaler Sicht oftmals sehr gut gelungen.

Ein großes Plus des Romans sind die wörtlichen Reden. Sie wirken einfach so natürlich und echt, dass es einem, wie oben schon erwähnt, wie ein Film vorkommt. Die Dialoge sind schlichtweg grandios und man kann sich diesem Lesefluss deshalb nur sehr schwer entziehen, weshalb ich „Die sieben Farben des Blutes“ durchaus als echten Pageturner bezeichnen möchte. Selten beginnt man, die Motive des Täters ein wenig zu hinterfragen, weil sie irgendwie dann doch nicht ganz „rund“ wirken, aber das tut der Spannung und dem hohen Unterhaltungswert dieses Thrillers absolut keinen Abbruch.
Viele sind anscheinend vom Ende enttäuscht, ich nicht. Es ist ein erschreckendes Ende, über das man sich Gedanken macht. Was passiert da? Geht die Geschichte tatsächlich weiter? Oder ist dieses Ende unausweichlich grausam? Uwe Wilhelm lässt den Leser einfach hängen und genau das mögen viele nicht. Mir jagten die letzten Sätze, vor allem der letzte, einen Schauer über den Rücken. Ich las den letzten Absatz ein paar Mal, weil ich es nicht glauben konnte und vielleicht auch nicht begreifen wollte, was da angedeutet wird. Wilhelm ist ein packender Thriller mit sehr glaubwürdigen und authentischen Charakteren gelungen, der förmlich nach einer Verfilmung schreit. In diesem Falle sollte der Autor auch das Drehbuch verfassen, um die sehr schöne Atmosphäre der eigenen Vorlage einzufangen. Ich freue mich jedenfalls schon auf den nächsten Roman dieses Schriftstellers. Auf der Homepage von Uwe Wilhelm heißt es auf jeden Fall: „Mit „Die sieben Farben des Blutes“ beginnt meine erste Trilogie um die heldenhafte Helena Faber.“
Wer ebenso begeistert wie ich von „Die sieben Farben des Blutes“ ist, sollte sich auch den Namen Lucas Grimm merken, denn unter diesem Pseudonym schreibt Uwe Wilhelm ebenfalls spannende Thriller.
Infos über den Autor und seine Werke findet man auf seiner Homepage.

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Fazit: Spannend, extrem rasant und mit einer unglaublich authentischen Protagonistin.

© 2017 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Lisa von Thomas Glavinic

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Erschienen als gebundene Ausgabe
bei Hanser
insgesamt 208 Seiten
Preis: 17,90 €
ISBN:  978-3-446-23636-3
Kategorie: Zeitgenössische Literatur

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Ein Mann schließt sich zusammen mit seinem Sohn in einem einsamen Landhaus ein, weil er denkt, Lisa, eine international gesuchte Massenörderin, wäre hinter ihm her. Nur über eine eigene Internet-Radio-Sendung hält er Kontakt zur Außenwelt und erzählt seinen Zuhörern in einsamen Tagen und Nächten von sich, seinem Leben und anderen alltäglichen und nicht so alltäglichen Dingen.

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Thomas Glavinic schafft es immer wieder, einen schon nach den ersten Seiten seiner Bücher unweigerlich in den Bann zu ziehen. Vorausgesetzt ist natürlich, man lässt sich sowohl auf Handlung wie auch Glavinics auß0ergewöhnlichen Schreibstil ein. Tut man das, wird man mit einem Feuerwerk an Ideen belohnt. Da gehtb es um Alltägliches und Belangloses, aber auch um essentielle Dinge, die ich fast schon Lebensweisheiten nennen mag. Glavinic hat’s einfach drauf, wenn es darum geht, Dinge auf den Punkt zu bringen.

Anders als in seinem fantastischen Roman „Die Arbeit der Nacht“ geht es in Lisa manchmal auch amüsant und lustig zur Sache, was dem qualitativen Inhalt aber keineswegs schadet. Man liest sich durch den Monolog des Protagonisten fast schon wie durch einen Zeitraffer-Rückblick des eigenen Lebens, erkennt sich oftmals selbst in den Episoden, die erzählt werden oder denkt sich zumindest, man hätte sie in etwa so erlebt. Es macht ungemein Spaß, dem „Gequatsche“ zu folgen und alltägliche Probleme serviert zu bekommen, die so elegant und gekonnt erklärt werden, dass es schon fast unheimlich wirkt. „Lisa“ ist ein Theaterstück, ein Kammerspiel und ein Einblick in ein Leben, wie es jeder von uns führen könnte. Nichtssagend und dennoch überquellend mit Weisheiten, wirkt „Lisa“ auch noch Tage nach der Lektüre irgendwie nach. Glavinic eben!

Man kommt ins Grübeln, wenn man genauer darüber nachdenkt, was der Autor uns da präsentiert. Nicht alles, was im Internet steht und zu sehen ist, entspricht der Wahrheit. Realität und Fiktion vermischen sich in unserer Zeit immer mehr und das Individuum Mensch glaubt öfter als es denkt, an reine Lügen. Ob Lisa gesellschaftskritisch oder nur als mahnender Zeigefinger gedacht ist, vermag ich nicht wirklich zu sagen. Letztendlich ist es beides und noch viel mehr. Wie immer in Glavinics Büchern sind viele Dinge zwischen den Zeilen versteckt.

Wer Bücher zum (Nach-)Denken mag, ist bei Thomas Glavinic gut aufgehoben.

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Fazit: Lustig, traurig, dramatisch, melancholisch. Ein Monolog über ein Leben oder gar das Leben! Glavinic ist ein Meister seines Fachs.

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© 2015 Wolfgang Brunner für Buchwelten