Das Arkonadia-Rätsel von Andreas Brandhorst

Erschienen als Taschenbuch
im Piper Verlag
544 Seiten
15,00 €
ISBN: 978-3-492-70426-7

.

Jasper und seine Tochter Jasmin sind im Auftrag von Omni, einer Vereinigung von mächtigen Zivilisationen der Milchstraße, unterwegs zum Planeten Arkonadia. Dort taucht alle 453 Jahre ein seltsames Objekt, das Nerox, genannt wird auf und verhilft demjenigen, der es betreten kann, zu großer Macht über Arkonadia. Doch mit dem Erscheinen des Nerox geht es nicht nur um Macht über den Planeten Arkonadia, sondern das Objekt verbirgt ein Geheimnis, das eine Milliarde Jahre lang verborgen war und nun endlich gelöst werden soll.

.

Wie bei jedem neuen Buch von Andreas Brandhorst schwelt im Hinterkopf der Gedanke, ob er es auch dieses Mal wieder schafft, die hohe Meßlatte, die er sich selbst mit seinen bisherigen Romanen gesetzt hat, zu erfüllen. Schon nach den ersten fünfzig Seiten war mir klar, dass es ihm gelungen ist.
Auf faszinierende Weise schafft es Brandhorst erneut, seine Leser mit seiner bildhaften Erzählweise und dem hochwertigen Schreibstil in seinen Bann zu ziehen. Und wieder begegnet der aufmerksame Leser eine Vielzahl an Anspielungen der Film- und Literaturwelt, die so geschickt in die Handlung einbezogen werden, dass es eine wahre Freude ist. „Das Arkonadia-Rätsel“ schließt an die Handlung von „Omni“, dem ersten Roman aus dem Omniversum an, kann aber auch ohne weiteres als selbständiges Werk gelesen werden. Besitzt man allerdings das Vorwissen des ersten Teils, haben die Geschehnisse dennoch eine andere (bessere) Wirkung. Brandhorst bleibt sich treu, webt philosophische Überlegungen in den Plot, das man eigentlich nur begeistert sein muss. Ähnlich wie ein anderer meiner SF-Lieblingsautoren, nämlich Stephen Baxter, führt Andreas Brandhorst seine Leser an Grenzen (und sogar darüber hinaus), die manchmal das menschliche Vorstellungsvermögen überschreiten, aber trotzdem dermaßen bildlich beschrieben werden, dass diese Szenen fast schon einem literarischen Drogenrausch gleichen. Es ist wirklich unglaublich, wie dieser Autor galaktische Grenzen mit faszinierenden Ideen überschreitet – und dies auch noch nachvollziehbar erzählen und erklären kann.

Zwei Handlungsstränge vereinigen sich im Laufe des Romans. Dadurch schafft Brandhorst wieder einmal einen regelrechten Pageturner, denn ich wollte immer wissen, wie es in der anderen Geschichte weitergeht. Der Plot zeigt auch immer wieder überraschende Wendungen (vor allem gegen Ende) und schraubt die Spannungsschraube gleichmäßig im Verlauf der Handlung nach oben. Aber gerade die teils ruhige, melancholische Stimmung dieses Romans war es, die mich besonders faszinierte. „Das Arkonadia-Rätsel“ ist, wie der erste Star Trek-Kinofilm, ein beeindruckender, oftmals stiller Trip an den Rand der Milchstraße, die man nicht so schnell vergisst. Und obwohl keine Oder nur wenige) Weltraumschlachten á la Star Wars vorkommen, hat man am Ende das Gefühl, einer epischen Reise beigewohnt zu haben.

An einigen Stellen kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Brandhorst sich auch einmal in Richtung Steampunk austoben wollte. Besagte Stelle erinnerte mich auch irgendwie an Stephen Kings Zyklus vom „Dunkeln Turm“. Ob das beabsichtigt ist, kann ich schwer beurteilen. Sollte es allerdings so sein, dann kann ich nur sagen „Hut ab, Herr Brandhorst.“ 🙂
An Ideenreichtum mangelt es auch dem neuen Buch aus dem Omniversum auf keiner einzigen Seite. Und auch die Charakterentwicklung der beiden Hauptfiguren ist auf hohem Niveau durchdacht. Doch selbst den Nebenfiguren wurde erfreulicherweise „echtes“ Leben eingehaucht und hat zur Folge, das man mit ihnen mitfühlt und -fiebert.
Andreas Brandhorst schafft auch mit seinem neuen Buch, was andere Autoren zwar versuchen, aber oftmals einfach nicht in dieser Art hinbekommen: Spannung, Liebe, Philosophie, Intrigen, das Leben und der Tod in eine faszinierende Geschichte zu verpacken. Brandhorsts Romane machen süchtig. Nun muss man erst einmal wieder warten, bis neuer Lesestoff vom deutschen Meister der intelligenten, literarisch hochwertigen Science Fiction kommt.

.

Fazit: Spannung und Philosophie in eine atemberaubende Handlung verpackt. Kultpotential mit Suchtgefahr.

© 2017  Wolfgang Brunner für Buchwelten

Das Schiff von Andreas Brandhorst

Schiff

Erschienen als Taschenbuch
bei Piper
insgesamt 544 Seiten
Preis:  14,99  €
ISBN: 978-3-492-70358-1
Kategorie: Science Fiction

.

Die Maschinen haben die Herrschaft über die Erde inne und verfolgen Spuren im ganzen All, um die Hinterlasssenschaften der Muriah, einer untergegangenen Hochkultur der Milchstraße, aufzuspüren. Dabei werden die intelligenten Maschinen von sogenannten Mindtalkern, sterblichen Menschen, unterstützt, die per Gedankenkraft durchs All reisen können. Die Mindtalker Adam und Rebecca  sind sicher, dass sie von den Maschinen betrogen werden und versuchen während ihrer Missionen die Verschwörung aufzudecken. Dabei stoßen sie auf eine weitaus größere Bedrohung für die Menschen als die, die von den Maschinen ausgeht …

.

Wie macht der Mann das nur?
Diese Frage stelle ich mir bei jedem Buch von Andreas Brandhorst, das ich lese, mehrmals. So auch bei „Das Schiff“.
Immer wieder meint man, nichts zu verstehen und dennoch versteht man irgendwie alles. Das ist eine Kunst, die nur wenige Schriftsteller in dieser Art beherrschen. Brandhorst gehört eindeutig dazu.
Er nimmt uns in seinem neuesten Roman, wie bei vielen seiner Science Fiction-Geschichten, mit auf eine unglaubliche Reise durch Universen, die so manches Mal fast unsere Vorstellungskraft übersteigt. Und dieses Mal streut Andreas Brandhorst auch noch absolut tolle philosophische Gedanken ein, die sich mit dem Leben und Sterben respektive Unsterblichkeit beschäftigen. Spannung und Tiefgang halten sich in diesem Roman die Waage und man kann das Buch schwerlich aus der Hand legen.
Ein wenig düster, aber dennoch nicht deprimierend, zeichnet der Autor das Bild einer Welt, in der der Mensch von Maschinen beherrscht wird. Die glaubwürdigen Charaktere wachsen einem ans Herz und man teilt ihre Ängste, Hoffnungen und Sehnsüchte.

Brandhorst schafft es hervorragend, diese Endzeit-Stimmung einzufangen. Man sieht sich förmlich neben den Protagonisten auf windumwehten Gipfeln stehen und sieht zusammen mit ihnen über eine apokalyptische Landschaft. Dabei sinnt man über deren Leben, aber auch über das eigene, nach und wünscht sich, an jenem Ort im Buch zu sein, obwohl er im Grunde genommen eigentlich schrecklich ist.
Fast neige ich dazu, „Das Schiff“ als Brandhorsts bestes Buch zu bezeichnen. Sein Zukunftswelten sind visionär und vermitteln genau jenes Gefühl, das sich ein Science Fiction-Fan wünscht: unendliche Weiten, apokalyptische Szenarien und eine hochtechnisierte Zivilisation.
Man merkt, wie sehr Andreas Brandhorst selbst Science Fiction mag und liebevoll Bücher anderer Autoren und Filme in seine Handlung einfließen lässt, ohne je zu kopieren. Brandhorsts Universen sind eigenständig und angefüllt mit unendlich vielen, grandiosen Ideen. Andreas Brandhorst macht süchtig.

Der Autor setzt die Meßlatte für seine eigenen Bücher immer sehr hoch. Und dennoch wird man nie von seinen neuen Werken enttäuscht, sondern wie eh und jeh mitgerissen. Man kann sich Brandhorsts bildhaftem Schreibstil schwer entziehen. Ich kann nur wiederholen, dass sich Andreas Brandhorst für mich wie ein deutscher Iain Banks, Peter F. Hamilton oder Alastair Reynolds anfühlt. Visionäre Science Fiction-Romane, die den aufmerksamen Leser auf eine philosophische Ebene bringen, ohne die Spannung zu vernachlässigen. Brandhorst ist Abenteuerschreiber und Philosoph in einem.
Und wenn ich mir seine Entwicklung ansehe, so nähert er sich mit seinen letzten beiden Romanen „Ikarus“ und „Das Schiff“ immer mehr einem persönlichen Höhepunkt in seiner Karriere. Man darf gespannt sein (ich bin es sowieso), wohin uns sein neuer Roman „Omni“, der voraussichtlich noch dieses Jahr bei Piper erscheint, führt.

Andreas Brandhorst wird meiner Meinung nach mit jedem Roman noch besser, was an sich unglaublich ist, denn schon sein  Kantaki-Zyklus war phänomenal.

.

Fazit: Visionär und philosophisch entführt Brandhorst den Leser in eine Zukunftswelt, die ihresgleichen sucht. Nach „Ikarus“ ein neues Meisterwerk.

© 2016 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Ich danke dem Piper-Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Der Ozean am Ende der Straße von Neil Gaiman

Gaiman_Der_Ozean.indd

Erschienen als
Taschenbuch im
Eichborn Verlag
238 Seiten
Preis: 18,00 €
ISBN: 978-38479-0579-0

.*

Als ein Mann anlässlich einer Beerdigung in seinen Heimatort zurückkehrt, erinnert er sich plötzlich an seine Kindheit und an Lettie Hampstock, ein Mädchen, das immer behauptete, der Tümpel am Ende der Straße wäre ein Ozean. Sie meinte, man könne durch ihn in eine andere Welt gelangen, aus der sie selbst und ihre Familie vor langer Zeit gekommen waren. Immer deutlicher werden die Erinnerungen des Mannes, als er die Vergangenheit wie in einem Film vor seinem inneren Auge Revue passieren lässt.

*

Neil Gaimann schafft es immer wieder, den Leser zu überraschen. Er macht Unmögliches möglich und erzählt Geschichten, die, obwohl absurd, dennoch vollkommen glaubhaft erscheinen, als wären sie tatsächlich passiert.

Was auf den „nur“ 238 Seiten verpackt ist,  ist schon erstaunlich. Gaiman nimmt uns mit auf die Reise in eine Kindheit, von der wir wohl alle Teile davon erlebt haben. Aus der Sicht eines Siebenjährigen werden Dramen und Probleme, aber auch fantasievolle Illusionen und Kinderstreiche erzählt, die einem so manches Mal den Atem rauben, weil man sich sogar manchmal selbst darin entdeckt. Gaiman schildert eine Welt, wie sie nur Kinder sehen und erleben können, und das macht er mit einer Bravour, die nur wenigen Schriftstellern vergönnt ist.

Man gerät unweigerlich in diesen Sog, der einen nicht mehr loslässt und man versinkt, wie die Kinder, in einer Welt, von der man am Ende nicht mehr sicher ist, ob sie wahr oder nur in den Gedanken der Kinder existiert. Gaiman behandelt mit seinen poetischen Kleinod Kindheitsängste, aber auch Hoffnung, Liebe und Spaß. Die Gratwanderung zwischen Realität und fiktiver (?) Welt ist derart geschickt gemacht, dass man als Leser nicht merkt, wann genau man diese Grenze überschritten hat.

Es fällt schwer, diesen Roman einem Genre zuzuordnen. Und genau das ist auch ein Punkt, der mir persönlich gefällt. Gaiman schreibt, was er schreiben will und passt sich nicht dem gängigen Schubladendenken an. „Der Ozean am Ende der Straße“ ist Fantasy, Drama, Lebenserfahrungsgeschichte und Jugendbuch in einem. Die Geschichte ist zauberhaft verspielt, zeigt aber auch so manches Mal brutalen Realismus. Insgesamt vermischt sich das Gesamtwerk zu einem unglaublich berührenden Bericht aus längst vergangenen Kindheitstagen, die trotz „schlimmer“ Erinnerungen letztendlich eine „gute Zeit“ wiederspiegelt, der wir wohl alle ein wenig nachtrauern. Neil Gaiman lässt uns mit seinem neuen Roman wieder einmal für eine kurze Zeit zu Kindern werden.

*

Fazit: Einfühlsam und zauberhaft verspielt, entfaltet Neil Gaiman in seinem neuen Roman eine Kindheitserinnerung, die schmerzt und glücklich macht. Philosophisch und poetisch, melancholisch und schaurig, erschreckend und magisch.

.

© 2014 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Sag Onkel von Greg F. Gifune

Erschienen als Taschenbuch
bei Festa-Verlag
insgesamt 222 Seiten
Preis: 13,95 €
ISBN: 978-3-86552-124-8
Kategorie: Horror, Thriller

Andy und seine Schwester Angela hatten in ihrer Kindheit einen Beschützer, der sie vor allen Übeln der Welt bewahrte: ihren Onkel.

Auch als die Mutter vom Vater der beiden Geschwister verlassen wird, kümmert sich „Onkel“, wie er von den Kindern genannt wird, um das Wohl der Familie. Er erteilt den Männern, die ihre Mutter nur ausnutzen wollen, eine Lehre, greift sogar manches Mal zu Mitteln, die eher zu einem Gangster als einem treusorgenden Vaterersatz passen würden. Aber einzig und allein das Wohl der Kinder scheint in seinem Interesse und so sehen Andy und Angela über so manch grobe Vorgehensweise hinweg. Onkel ist ihr Held, weil er dafür sorgt, dass sie in keine Schwierigkeiten geraten. Da ist das „Wie“ in den Augen der Kinder eher unbedeutend.
Doch eines Tages passiert etwas, dass die scheinbar bis dahin heile Welt durcheinander bringt. Denn als jemand Angela bedroht, greift Onkel zu Mitteln, die selbst der junge Andy nicht billigen kann.

Andy und Angela werden älter und erwachsen. Sie gehen selbständig durchs Leben und behalten die Zeit mit ihrem Onkel nur noch schön im Gedächtnis. Bis sie dann die Nachricht vom Tod des Onkels erhalten und dadurch ihre Kindheitserinnerungen in allen Einzelheiten wieder zutage kommt. Und das sind nicht nur die guten …

***


Mit „Sag Onkel“ bleibt Gifune seinem Stil treu. In atemberaubender Schreibweise erzählt er eine Geschichte von Liebe, Geborgenheit und Vertrauen, aber auch von Rache und Gewalt.
Wie durch einen Sog gerät der Leser in einen Strudel aus melancholischen Kindheitserinnerungen und unfassbaren Schrecken. Gifune führt uns ein Kindheitstrauma vor Augen, wie es realer nicht sein könnte. Man spürt die Zerrissenheit des Kindes, als sein Onkel vom Sockel des Superhelden-Idols steigt und sich in den Augen des Jugendlichen in ein brutales Monster verwandelt, dessen Vorgehensweise dieser schlecht bzw. überhaupt nicht nachvollziehen kann. Als erwachsener Leser ist man dagegen so manches Mal geneigt, den Onkel sogar irgendwie zu verstehen.
Gifune schafft es immer wieder (zumindest bei mir), eine Atmosphäre zu schaffen, die in ihrer Melancholie und Traurigkeit kaum zu überbieten ist. Zwischen den Zeilen sind Lebensweisheiten versteckt, die man ohne zu Zögern bestätigt. Und oft findet man sich unerwartet mit einer Erkenntnis konfrontiert, die man selbst noch nicht entdeckt hat, aber bereitwillig annimmt, um sie für das eigene Leben anzuwenden.

Gifune gelingt mit seinen Büchern immer wieder eine kongeniale Verbindung zwischen Philosophie und Spannungsliteratur, wie man sie selten findet. „Sag Onkel“ ist ein Dark-Fiction-Thriller, der mich von der ersten bis zur letzten Seite in den Bann gezogen hat. Ich war dabei, als Andy mit seiner Vergangenheit konfrontiert wurde. Ich habe mit ihm geliebt, gelitten und mich gefürchtet. Besser kann ein Thriller nicht sein!
In diesem realtiv dünnen Buch (ca. 220 Seiten) stecken, wie in jedem Roman von Gifune, so viele Wahrheiten, wie man sie in manch einem dicken Schmöcker nicht einmal annähernd finden kann.

Fazit: 5 von 5 Sternen für ein meisterhaft inszeniertes Kammerspiel. Nach vielen Jahren wird ein traumatisierendes Kindheitserlebnis vom Protagonisten aufgearbeitet und verstanden. Ähnlich wie in Stephen Kings Kurzgeschichte „Die Leiche – Stand by me“ schildert Gifune eine glückliche Kindheitserinnerung, die von etwas Bösem überschattet wird. Nur kann Gifune es im Fall von „Sag Onkel“ meiner Meinung nach sogar ein wenig besser als King mit „Stand By me“.

© Cryptanus für Buchwelten 2013

Gastrezension: Der Schmetterlingsmann von Wolfgang Brunner

.


Erschienen als
gebundene Ausgabe/Leinen mit Leseband
in limitierter, signierter Auflage 
im Candela Verlag
240 Seiten
Preis: 19,90 €
ISBN: 978-3-942635-23-3
.

.

Eine große Liebesgeschichte ….

.

Wie bewerte bzw. rezensiere ich ein Buch, welches mir sehr gut gefallen hat? Eigentlich kein Problem. Wenn ich in Fall des „Schmetterlingsmannes“ von Wolfgang Brunner lange gezögert habe, eine Rezension zu schreiben, hatte dies einen sehr einfachen Grund: Ich durfte die Rohfassung lesen, meine Meinung Wolfgang Brunner vorab kundtun und mir wurde die Ehre zuteil, im Nachwort namentlich erwähnt zu werden. Ich hatte also die Befürchtung, eine Rezension von mir würde als sehr parteiisch angesehen werden. Natürlich könnte ich unter Pseudonym schreiben, das käme mir allerdings auch wieder nicht richtig vor. Aber eine Rezension ist eigentlich ja immer parteiisch, und deshalb habe ich mich nun doch dazu entschlossen.

In dieser kleinen, aber auch sehr großen Geschichte (schließlich ist die Liebe eines der größten Themen, welches uns im Leben beschäftigt) geht es um die Liebe, oder vielmehr eigentlich um die Frage, was Liebe ist. Wie der Titel vorgibt, geht es um die Schmetterlinge, die Menschen die lieben, wie man sagt „im Bauch haben“. Es geht um die Hingabe an einen anderen Menschen; es geht um das Vertrauen ineinander, welches in diesem Ausmaß nur wirklich Liebende füreinander empfinden können. Es ist ein innerlicher Monolog des Protagonisten, der liebt und der sich Fragen nach dieser Liebe stellt, vielleicht weil er es selbst nicht begreifen kann, wieso diese Liebe für ihn so allumfassend ist. Es geht … um die Liebe.

Einzelne Kapitel hervorzuheben fällt mir schwer, dafür sind sie zu sehr miteinander verwoben, bilden eine Einheit. Zwei Kapitel möchte ich allerdings doch besonders erwähnen. Das ist zum einen Kapitel 8 „Parallaxen“, in welchem Wolfgang Brunner ein besonderes Stilmittel verwendet und das mir schon in der Rohfassung „unter die Haut“ gegangen ist. Und nicht zuletzt das Kapitel 12 „Evelyn“, ein Märchen über einen Schmetterling, das auch als eigene Kurzgeschichte stehen könnte, sich aber trotzdem harmonisch in den Kanon des Buches einfügt.

Ich kann jedem, der sich über das Wesen der Liebe Gedanken macht, oder der einfach eine schöne Liebesgeschichte, die ganz anders ist, als die meisten anderen, lesen möchte, dieses Buch (trotz meiner Eingangs erwähnten Parteilichkeit) ans Herz legen.
Ach ja, ich habe gar nicht erwähnt, dass dieses Büchlein als Liebeserklärung für Wolfgang Brunners Lebensgefährtin gedacht ist. Wenn man dies weiß und beim Lesen im Hinterkopf behält, dann „blitzt“ für die Leserin, den Leser in jeder Zeile diese große Liebe durch. Eine Liebe, die, wie es mir scheint, auch den Autor manchmal erstaunt, verwundert, verwirrt aber zum Glück wenigstens literarisch nicht „sprachlos“ macht.

.

Geschrieben von
Frank Olaf Paucker “FOP”
10.04.2013

.

Weihnachtsgutschein 2011 …

.

Zu Weihnachten oder ähnlichen Anlässen Bücher geschenkt zu bekommen, dass ist schon etwas sehr schönes, wenn man ein Bibliomane und leidenschaftlicher Sammler ist.
Aber auch Gutscheine geschenkt zu bekommen ist eine feine Sache. Das hat zur Folge, dass man sich den ersten Feierabend nach Weihnachten in die Buchhandlung begeben und ausgiebig stöbern kann.

Ich wusste eigentlich gar nicht, was ich mir für Bücher aussuchen wollte. Daher habe ich mich einfach umgeschaut und die Bücher zu mir kommen lassen ;-).

Hier ist meine Auswahl, ein bisschen was habe ich selber dazugezahlt aber das war verschwindend gering …

.

.

1.  Martin Suter – Der Koch

Maravan, 33, tamilischer Asylbewerber, arbeitet als Hilfskraft in einem Zürcher Sternelokal, tief unter seinem Niveau. Denn Maravan ist ein begnadeter, leidenschaftlicher Koch. In Sri Lanka hatte ihn seine Großtante in die Kochkunst eingeweiht, nicht zuletzt in die Geheimnisse der aphrodisischen Küche. Als er gefeuert wird, ermutigt ihn seine Kollegin Andrea zu einem Deal der besonderen Art: einem gemeinsamen Catering für Liebesmenüs. Anfangs kochen sie für Paare, die eine Sexualtherapeutin vermittelt. Doch der Erfolg von ›Love Food‹ spricht sich herum, und eine viel zahlungskräftigere Klientel bekundet Interesse: Männer aus Politik und Wirtschaft – und deren Grauzonen. Maravan hat Sorge, das Geschäft könne »unanständig« werden. Und das wird es. Doch er benötigt das Geld dringend, um seine Familie in Sri Lanka am Leben zu erhalten (Quelle: Diongenes.de).

Ich sammle ja die Bücher von Martin Suter, meinem Namensvetter, denn ich mag seinen Schreibstil einfach sehr gerne. Er hat ein bisschen was schräges von Irving und versteht es einfach zu fesseln.

.

2. Jostein Gaarder – Die Frau mit dem roten Tuch

Was ist die Welt? Was ist ein Mensch? Als Studenten waren Solrun und Steinn ein Liebespaar. Sie lebten zusammen und unternahmen Ausflüge, wenn Solrun wieder einmal traurig war. Dann bringt ein rätselhafter Unfall die beiden auseinander: Haben sie die geheimnisvolle Frau mit dem roten Schultertuch bei einem ihrer Ausflüge überfahren? Erst Jahrzehnte später werden sie sich der Frage möglicher Schuld stellen … (Quelle: dtv.de)

Jostein Gaarder ist für mich auch Schriftsteller der besonderen Art. Er schafft es immer wieder seine Philosophie in seine Handlungen zu verknüpfen, ohne dass es aufdringlich wirkt. Es macht einfach nur Freude ihn zu lesen. Diese Handlung scheint recht modern zu sein, es wird vieles im Email-Wechsel geschrieben. Ich bin sehr gespannt….

.

3. Carlos Ruiz Zafón – Der dunkle Wächter

Nach düsteren Tagen wünscht sich Irene das Glück des Sommers. Als sie mit dem Jungen Ismael an der Blauen Bucht liegt, scheint alles perfekt.
Doch der Spielzeugfabrikant, der Irenes Mutter auf seinen Landsitz Cravenmoore geholt hat, hegt ein finsteres Geheimnis. Alle Zimmer seines gewaltigen Hauses stehen voll selbstgebauter Automaten und raffiniertem Spielzeug, und einige Räume dürfen nie betreten werden. Im großen Wald rings um die Villa geht der Besitzer oft spazieren. Aber auch ein sonderbares Geschöpf treibt sich dort herum, das einem Albtraum zu entstammen scheint …
Bald jagen dunkle Schatten durchs Haus, und im Nebel drohen vom Leuchtturm die gefürchteten Septemberlichter. Cravenmoore entpuppt sich als Ort des Schreckens. Irene und Ismael kämpfen im größten Abenteuer ihres Lebens um ihre Liebe (Quelle: fischerverlage.de).

„Der Schatten des Windes“ ist wohl fast jedem ein Begriff und genau mit diesem Roman hat mich der Autor in seinen Bann gezogen. Der Nachfolger „Das Spiel des Engels“ steht bereits in meinem SUB und wartet auf meine Zeit. Bei diesem Buch handelt es sich um einen Fantasy-Schauer Roman aus seiner Jugendbuchreihe, von der ich auch schon einiges gehört habe. Daher habe ich zugegriffen, die Inhaltsangabe hört sich interessant an …

.

Das war meine Weihnachtsgutschein-Beute. Ob das die letzten SUB Neuzugänge dieses Jahres 2011 waren??? Ich weiss es nicht, vielleicht habe ich Glück und es kommt noch etwas hinzu. Denn ich habe das Glück meinen Geburtstag am letzten Tag des Jahres zu feiern 🙂 Ich lasse mich überraschen.

.

Liebe Grüsse
Marion
28.12.2011

.