Glaube.Liebe.Leichenschau – Mord am Hellweg VIII

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glaube-liebe-leichenschau
Erschienen als Taschenbusch
im Grafit Verlag
insgesamt 349  Seiten
Preis: 12,00 €
ISBN: 978-3-89425-474-2
Kategorie: Kriminalanthologie

Der bereits achte Teil der Mord am Hellweg-Reihe lautet Glaube.Liebe.Leichenschau.

Insgesamt 23 Schrifstteller liefern ihre Kurzgeschichte ab, die jeweils in der Region des Hellwegs handeln. Der Verlag verspricht eine abwechslungsreiche Unterhaltung mit Mord und Totschlag, Schuld und Sühne ….

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Als Stammleserin vieler Krimis des Grafit Verlages habe ich diesmal auch die Anthologie Mord am Hellweg VIII ausgesucht. Bekannte, namhafte Autoren wie Horst Eckert, Sebastiak Fitzek, Arno Strobel, Elisabeth Herrmann und Rainer Wittkamp haben hier mitgewirkt. Aber außerdem noch eine ganze Reihe an Schreibern, die mir persönlich noch nichts sagten. Gerade das hat mich neugierig gemacht.

Zwischen 15 und 20 Seiten sind die Geschichten lang und so fliegt man natürlich als Leser relativ flott durch dieses Buch. Der Vorteil einer Anthologie und Kurzgeschichten ist, dass man immer mal wieder eine Geschichte lesen kann, wenn die Lesezeit nicht so ergiebig ausfällt. Der Nachteil ist, dass, wenn man eben doch mehr Zeit hat und einige Geschichten hintereinander wegliest, man schnell wieder die ein oder andere Handlung aus seinem Hirn radiert. So ging es mir ab und an auch. Geschichten, die mir zwar ganz gut gefielen, aber dennoch irgendwie nicht haften geblieben sind.

Andere wiederum schon. Hier einige kleine Beispiele und Stichpunkte:

Rainer Wittkamps „Das Iserlohner Reinheitsgelübde“ nahm eine Wendung, die unvorhersehbar war und gut rüberkam.

In „Als Allah nach Herdecke kam“ von Christa von Bernutz kommen sowohl die tragische Aktualität der Handlung sowie ein guter Spritzer herrlicher Humor nicht zu kurz. Diese Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Ich musste nicht selten schmunzeln. Eine Autorin, die ich mir merke.

Der österreichische Humor in „Danke Kamen – und sorry für den Toten“ von Georg Haderer hat auch wirklich Spaß gemacht.

Das Mädchen vom Wittener Kreuz“ von Matthias Wittekindt hat mich berührt und betroffen gemacht. Eine Geschichte, die einen schalen Nachgeschmack hinterlassen hat.

In „Kein Fall für Hunter“ hat Judith Merchant den Hauptprotagonisten eines bekannten Autorenkollegen zum Leben erwachen lassen. Da ich diese Reihe nicht kenne, hat es bei mir ein bisschen gebraucht, bis ich es kapiert hatte. Gelungen ist diese Geschichte aber sehr.

Sehr gefühlvoll und sanft, ja, teilweise erotisch liest sich die Geschichte „Atmen in Bad Sassendorf“ von Christian Sebastian Henn. Trotz Krimihandlung bringt der Autor hier eine wundervolle Stimmung in seinen Zeilen unter.

Auch die Geschichten der bekannten Herren wie Horst Eckert und Sebstian Fitzek gefielen mir gut. Bei der Story „UNNAtürlich“ von Sebastian Fitzek liefert der Autor seine altbekannten Wendungen, mit denen ich nie rechne, obwohl es sie doch immer wieder gibt. Diese kleinen Verzwickungen haben aber auch großen Spaß gemacht. WhatsApp hat bekanntlich so seine Tücken ….

Horst Eckert war für mich sehr interessant, weil er hier mit „Der Heiler von Hagen“ eine irgendwie so ganz andere Art von Geschichte liefert, als ich sie sonst von ihm kenne. Hat er gut gemacht. Er kann auch ohne Vincent Veih spannendes erzählen.

Elisabeth Herrmann präsentiert in „Letzer Ausstieg Ahlen“ zwei ganz entzückende, alte Damen, die nicht auf den Mund gefallen sind. Eine spritzige Handlung mit Witz.

Ich könnte noch seitenlang weitermachen, ich denke, dass meine Begeisterung ganz gut herauszulesen ist …

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Mein Fazit: Eine tolle, rasante, böse und humorvolle Anthologie bestückt mit kleinen aber sehr feinen Kriminalgeschichten von bekannten und weniger bekannten Autoren. Hier gebe ich sehr gerne eine klare Leseempfehlung.

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© Buchwelten 2016

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Kalter Hund von Rainer Wittkamp

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Erschienen als Taschenbuch

im grafit Verlag

insgesamt 251 Seiten

Preis: 9,99 €

ISBN 978-3-89425-430-8

Kategorie: Krimi

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Sommerhitze in Berlin und LKA-Ermittler Martin Nettelbeck ist keine Abkühlung vergönnt, denn die Ereignisse überschlagen sich:

Seine Chefin ordnet eine Razzia in der Berliner Unterwelt an und befördert sich damit selbst auf die Abschußliste. Stellt er sich hinter seine Vorgesetzte?

Bilal Gösemann, Bote und Mädchen für alles des Sharif Clans sowie sonstiger Kleinkrimineller, ordert für seinen herzallerliebsten Dahingeschiedenen eine Bestattung der Extraklasse zu einer fünfstelligen Summe, obwohl er nicht einen Cent besitzt.

Hasso Rohloff, ein stark in die Jahre gekommener Multimillionär mit extrem schlaffem Problem, erträgt es nicht, dass seine um Jahre jüngere Ehefrau eine Affäre hat und sogar die Scheidung will. Er setzt der Situationen mit einem treffsicheren Stoß ein jähres Ende.

Und dann ist da noch der Clanchef Walid Sharif, der für seine unhübsche, dafür aber umso clevere Tochter, eine Ehe arrangiert, die dem Familienunternehmen sehr von Nutzen ist.

Dies alles bringt den Ermittler Nettelbeck mehr als ins Schwitzen  …

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Noch schneller, saucool, ein Buch wie ein Film von Quentin Tarantino, so bewirbt der Verlag den neuen Roman von Autor Rainer Wittkamp.

Bekanntlich ist alles Geschmackssache, meiner war die Art des Krimis offensichtlich nicht. Hat mich die Inhaltsangabe neugierig auf den zweiten Fall von Martin Nettelbeck gemacht, so war mir der Krimi dann eher zu cool.  Die Sprache und Wortwahl der Figuren, die auf diese Handlung bezogen sind, war mir zu flapsig, zu trivial, zu cool. Mir haben die eher flachen Aussagen dieser Personen so gar nicht gefallen.

Die Protagonisten, die der Leser bereits aus dem ersten Roman kennt: Martin Nettelbeck, sein Partner sowie die Vorgesetzte Jutta Koschke waren mir nach wie vor mit allen ihren Ecken und Macken sympathisch. In diesen Passagen fühlte ich mich wohl.

Sehr gut hat mir auch wieder gefallen, wie der Autor sein Wissen über Posaunen, Posaunisten und die Jazzmusik in die Handlung verwoben hat, weil er diese Leidenschaft nämlich seinem Ermittler mitgegeben hat. Sehr interessant, auch für Leser wie mich, die Jazz nicht hören.

Das dieser Krimi schnell und flott ist, trifft jedoch zu. Ich war in zwei Tagen durch die Handlung geflogen. Langeweile und zähe Momente kommen in den 251 Seiten nicht auf. Der Schreibstil ist – bis auf die erwähnten Unterhaltungen sowie Ausdrucksweisen gewisser Personen – die mir nicht gefallen haben, wieder gut.

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Mein Fazit: 3 von 5 Sternen für einen Krimi der sicher flott und rasant, in der Sprache jedoch eindeutig Geschmackssache ist. Mein Fall war es eher nicht. Den Gag zu Beginn des Romans um die besagte Bestattung finde ich dafür jedoch sehr gelungen 🙂

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Ich danke dem grafit Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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© Buchwelten 2014

Schneckenkönig von Rainer Wittkamp

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Erschienen als Taschenbuch
im grafit Verlag
insgesamt 255 Seiten
Preis: 9,99 €
ISBN: 978-3-89425-416-2
Kategorie: Krimi

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Bis zu seiner Zwangsversetzung war Kommissar Nettelbeck einer der besten Ermittler im LKA in Berlin. Nachdem er einem Kollegen eine Kugel ins Bein schoss, wurde er in die Abteilung »Versorgung« verlegt. Dort durfte er sich um die »wichtigen« Aufgaben der Beschaffung von Büromaterialien aller Art kümmern. Also ein todlangweiliger Job für einen Kommissar mit Herzblut.

Durch den Urlaub seines Nachfolgers wird Nettelbeck nach dem Fund einer Leiche in einem Abflussrohr wieder ins Ermittlerteam gerufen. Sein ehemaliger Partner hat sich dafür eingesetzt. Seine Vorgesetzte ist nicht sonderlich erbaut von dieser Lösung, stimmt jedoch widerwillig zu.

Bei dem Toten handelt es sich um einen Ghanesen und die Ermittlungen führen Nettelbeck zu einem christlichen Missionswerk, das das Werk Gottes unter dem Einsatz von sehr viel Geld preist.

Nettelbeck steht unter enormen Zeitdruck. Er muss Ergebnisse liefern. Ihm bleiben nur wenige Tage, bis der verreiste Kollege wieder im Dienst ist. Und da er in dieser Urlaubsvertretung seine Chance sieht, endlich wieder seine Arbeit zu tun, will er um jeden Preis diesen Fall nicht nur behalten, sondern auch lösen …

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Der Autor Rainer Wittkamp liefert mit Schneckenkönig seinen ersten Kriminalroman. Jedoch ist ihm dieses Genre bei weitem nicht unbekannt. Denn er schrieb u.a. bereits einige Drehbücher für die Fernsehserie »Soko«.

Der Roman umfasst etwa 250 Seiten und ist in einem luftigen Zeilenabstand gedruckt. Dadurch liest sich der Krimi recht flott, ich habe ihn in zwei Tagen durchgelesen.

Der Autor schreibt in einem angenehmen, einfachen, lockeren, nicht flachen Schreibstil. Die Charaktere seiner Protagonisten wirken sympathisch, aber nicht außergewöhnlich. Die Handlung ist nicht sonderlich fesselnd und spannend, mir hat das Lesen dennoch Spaß gemacht und ich fühlte mich keineswegs gelangweilt.

Gut gefielen mir die Zwischenteile aus Sicht des »Scheckenkönigs«, hier wurde ich als Leser zum Nachdenken gebracht, um herauszufinden, wer sich wohl dahinter verbirgt. Auch, dass der Krimi in Berlin spielt, hat mir als Berlin-Liebhaberin natürlich gefallen. Ansonsten ist der Roman aber »einfach ein Krimi, wie es so viele gibt«: Ein querulanter und eigenwilliger Kommissar. Ein junger, unbedarfter Partner, der aber wieder Erwarten doch sehr gut mit ihm auskommt. Hilfsbereite Kollegen und misstrauische Vorgesetzte. All dies ist nicht wirklich außergewöhnlich neu.

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Mein Fazit: 3 von 5 Sternen für einen guten Krimi, der sich angenehm leicht und flott liest. Nichts außergewöhnlich Spannendes, jedoch auch nicht langweilig. Einfach ein guter Durchschnittskrimi. Ich habe schon bedeutend schlechtere, aber auch bessere Kriminalromane gelesen.

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Ich danke dem grafit Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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© Buchwelten 2013