Schwarzlicht von Horst Eckert

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Erschienen als gebundene Ausgabe
im Wunderlich Verlag
insgesamt 384 Seiten
Preis:  19,95 €
ISBN:  978-3-8052-5057-3
Kategorie: Thriller

erscheint am: 20. September 2013

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Vincent Veih, der sportliche Ermittler, wird vorübergehend zum Leiter des KK11 befördert, da Ela Bach relativ kurzfristig ihren Posten verlässt, um sich beruflich zu verändern.

Veih bekommt es gleich mit einem hochgradig heiklen Fall zu tun: Knapp eine Woche vor der Wahl wird der Ministerpräsident von NRW tot in einem Pool aufgefunden. Der Pool liegt in einem Edelpenthouse eines sehr einflussreichen Bürgers. Offensichtlich pflegten die beiden Männer eine recht enge Freundschaft.

Auf den ersten Blick deutet alles auf einen Unfall hin. Es scheint, als hätte der Ministerpräsident nach zuviel Alkoholkonsum die Kontrolle verloren, sei ausgerutscht und dann in den Pool gefallen.

Doch wenn alles so einfach wäre, dann bräuchte es keine hartnäckigen Ermittler. Veih ist so ein Mensch, auch wenn er von allen Seiten Steine in den Weg geworfen bekommt.

Veih hat es allein wegen seines familiären Hintergrundes nicht einfach in seinem Job. Seine Mutter ist eine ehemalige RAF-Terroristin, die nach einer langer Haftstrafe wieder auf freiem Fuß ist und nun anderweitig von sich reden macht. Sein Großvater war im zweiten Weltkrieg aktiv an der Ermordung von Juden beteiligt.

Die Wahl rückt immer näher, Vorgesetzte, Parteiangehörige, die Regierung selbst, alle wollen das lästige Thema um den Tod des Ministerpräsidenten schnell vom Tisch haben. Doch Veih lässt sich nicht einfach ausbooten und kaltstellen, er ermittelt auf seinen eigenen Wegen weiter und zwar solange, bis er den Tod um den Ministerpräsidenten aufgedeckt hat. Dabei stößt er auch eine Reihe interessanter und aufschlussreicher Verbindungen, mit denen er so nicht gerechnet hat ….

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Der erste Eckert, der im neuen Verlag Wunderlich/Rowohlt erschienen ist. Das Buch wird als gebundene Ausgabe mit Leseband (!) präsentiert und ist schlicht und einfach in schwarz gehalten, bedruckt mit einem unreisserischen Schriftzug, auf einem dezenten Cover. Mir gefällt die Optik gut, es gleicht sich auch gut den anderen Romanen des Autors an, die nun bekanntlich vorher im grafit Verlag erschienen sind. Die Schlichtheit ist ähnlich, nur dass der knallgelbe grafit-Kasten nicht mehr da ist. Das Buch passt sich jedenfals seinen Vorgängern im Bücherregal gut an. 

Der Text auf der Rückseite besteht nur aus einigen Schlagwörtern, die sehr neugierig machen. Erst im Klappentext des Schutzumschlages gibt es eine kurze Inhaltsangabe im fließenden Text.

Die Handlung war wieder einmal von Anfang an sehr fesselnd und ich bin nur so durch den Roman geflogen. Ich habe eine Reihe alter Bekannter getroffen, die Schauplätze sind Eckert Fans auch bekannt (z.B. die Festung).

Mir hat der Charakter des neuen Ermittlers gut gefallen, ein Mensch, der mit dunklen familiären Hintergründen lebt und es auf Grund dessen nicht unbedingt einfach hat. Er ist dennoch ein offener und ehrlicher Mensch, der mir sympathisch war. Kein Großkotz, kein arroganter Schnösel, einfach ein Mensch, der versucht eine gute Arbeit zu machen und sehr menschlich wirkt.

Ich fand diesen neuen Eckert weniger politisch anstrengend als die vorherigen Bücher, die Handlung ist nicht so hochkompliziert, dass man bei jeder Zeile hochkonzentriert sein muss. Man kann die Lesestunden entspannt genießen, ist dennoch gefesselt und behält jederzeit den Überblick, auch wenn der Autor sehr viele verschiedene Themen aufgegriffen hat und die Handlungsstränge vielseitig sind.

Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für den neuen Roman von Horst Eckert. Eine spannende Handlung in bekannter Umgebung, bestückt mit guten, interessanten und vielschichtigen Charakteren. Für mich war es ein fesselndes, kurzweiliges Lesevergnügen.

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Ich danke dem Wunderlich/Rowohlt Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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© Buchwelten 2013

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Das Geschenk der Wölfe von Anne Rice

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Erschienen als Klappenbroschur
im Rowohlt Verlag
insgesamt 656 Seiten
Preis: 15,99  €
ISBN: 978-3-499-23860-4
Kategorie:  Mystery Abenteuer

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Der gutaussehende Journalist Reuben soll für sein „Blatt“ einen Artikel über das alte Herrenhaus der Familie Nideck schreiben. Es liegt direkt an der Küste Nordkaliforniens und Reuben verliebt sich direkt, noch vor dem ersten Betreten, in dieses Haus. Er trifft die Nichte des vor ca. 20 Jahren verschwundenen und mittlerweile für tot erklärten Felix Nideck, die das Haus geerbt hat und alsbald verkaufen möchte. Merchant Nideck, die Nichte, hat sehr an ihrem Onkel Felix gehangen und so denkt sie, dass es wichtig ist, einen Schlussstrich zu ziehen und sich von ihren Erinnerungen zu trennen.

Das Haus hat eine eigene Aura, die Reuben sofort in seinen Bann zieht: die vielen gemütlichen Räume, geschmackvoll eingerichtet, voller Bücher, Antiquitäten und Sammlergegenständen aus längst vergangenen Tagen, all dies begeistert den Journalisten sogleich. Er beginnt recht schnell Überlegungen zu treffen, dieses Haus vielleicht selbst zu kaufen. Die Mittel dazu hätte er ohne weiteres. Auch wenn er dazu das Leben im turbulenten Stadthaus seiner Familie aufgeben müsste, in dem er gerne lebt. Er ist ein Familienmensch und gerne mit ihnen zusammen. Dennoch, der Gedanke, dass er der neue Besitzer von „Kap Nideck“ wird, lässt ihn nicht los. Dort würde er endlich die Ruhe und Abgeschiedenheit finden um seinen literarischen Ambitionen zu folgen.

Doch am Abend der Besichtigung wechselt die schöne und angenehme Atmosphäre im Haus schlagartig. Einbrecher sind im Haus und das Chaos bricht aus. Merchant wird getötet, Reuben schwer verletzt. Doch das waren nicht die Einbrecher, denn die wurden bestialisch getötet. Reuben ist sich sicher, dass ein großer Hund oder ein ähnliches Raubtier ihn angefallen, dann aber verschont hat. Niemand glaubt ihm. Doch Reubens Wunden verheilen erstaunlich schnell und er scheint plötzlich wieder Wachstumshormone auszuschütten. Er wächst, verändert sich. Als Reuben beginnt Stimmen in der ganzen Stadt zu hören, weiß er, dass mit ihm etwas nicht stimmt.

Dann setzt die erste Verwandlung ein. Reuben wird zum Wolfsmensch und voller Kraft und Energie ist seine erste Tat die, ein Vergewaltigungsopfer vor ihrem Schänder zu retten ….

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Als großer Anne Rice Fan war ich natürlich sehr erfreut über die Nachricht des neuen Romans und außerdem extrem neugierig.

Anne Rice hat meine Erwartungen voll erfüllt. Die Lady der bekannten Vampir- und Hexenzyklen hat es immer noch drauf. Sie hat einen Roman geliefert, der nicht im Entferntesten mit der klassischen Geschichte zu tun hat, nämlich dass sich ein Mensch zu Vollmond in einen Werwolf verwandelt, heult, wahllos mordet und nur noch mit einer Silberkugel zu töten ist.

Die Autorin hat einen sehr gefühlvollen, stimmungsvollen, gutherzigen Roman geschrieben, der schöne ruhige Momente liefert, erotische Szenen beschreibt, naturverbunden ist und in dem es dennoch oft richtig blutig und heftig zur Sache geht.

Sie liefert eine rätselhafte Geschichte, die durchweg die angenehme und stille Stimmung beibehält, aber eben auch dann, wenn es wirklich heftig ist. Denn Reuben ist kein Werwolfkiller, er ist, auch wenn er als Wolfsmensch wandelt, immer noch ein Mensch, der Gefühle hat und diese zeigt. Näher gehe ich hierauf nicht ein, dass würde evtl. die Spannung der Handlung nehmen.

Anne Rice, mittlerweile glaube ich an die 70 Jahre alt, schreibt genauso wie vor 30 Jahren. Den Schreibstil, der ihre Vampir- und Hexenromane ausmacht, hält sie hier problemlos. Sicherlich geht sie mit der Zeit. Die Sprache von heute schlägt sich in wörtlichen Reden nieder, was auch gut so ist. Sie nutzt die heutige Technik für ihre Story (z.B. Laptops, Email, Smartphone oder forensische Untersuchungen) aber vermischt es sehr gekonnt mit dem Flair und Anmut der alten Zeit.

Der Roman wird vom Verlag als Paperback angeboten, was für Anne Rice Sammler, wie auch mich, eher schade ist. Denn ansonsten stehen sämtliche Romane der Autorin, zumindest in meinem Regal, als gebundene Ausgaben. Es wäre schön gewesen, wäre der neue Roman ebenfalls als Hardcover erhältlich.

Das Cover gefällt mir eigentlich gut, wobei weder das Haus im Hintergrund dem Roman entspricht, noch der Mann vorne auf dem Buch, denn der Protagonist hat stahlblaue Augen und keine braunen.

Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für den neuen Roman von Anne Rice. Die Frau hat es einfach drauf, mystische, fantastische Romane zu schreiben, die nicht dem „Mainstream“ entsprechen (hat sie ja eigentlich nie getan, sondern war da eher Vorreiterin). In einer wunderbaren Stimmung, fesselt sie den Leser mit ihrem eigenen Schreibstil und den geschickten Ideen für diese Handlung, getragen von guten, tiefgründigen Charakteren vom Anfang bis zum Ende.

Ich danke dem Rowohlt Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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© Buchwelten 2013

Neuzugänge im SUB …

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1. Die Scanner von Robert M. Sonntag – gebundene Ausgabe mit Leseband

Google war gestern – und was wird morgen sein?

Die Welt im Jahr 2035: Gedruckte Bücher, Zeitungen, Zeitschriften gibt es nicht mehr. Für Rob kein großes Problem. Er kennt es nicht anders. Er ist in einer vernetzten Welt aufgewachsen und arbeitet für einen Megakonzern, der jedes Druckerzeugnis, das er in die Finger bekommt, digitalisiert. So wird alles Wissen für alle zugänglich. Jederzeit! Und kostenlos! Ist doch prima, oder?
Aber dann gerät Rob in die Kreise einer geheimen Büchergilde. Einer verbotenen Organisation aus Pleite gegangenen Buchhändlern, arbeitslosen Autoren, Übersetzern, Journalisten und ausgemusterten Verlagsmitarbeitern. Und plötzlich sieht Rob sein Bild als Top-Terrorist in den Nachrichten auf allen TV-Kanälen. Im Kampf um Wissen, Monopolisierung und Macht ist er mit einem Mal der Staatsfeind Nummer eins. (Quelle: Fischer Verlage.de)

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Dies ist ein Tauschgeschenk einer Bloggerfreundin, ich danke Dir und bin sehr gespannt!

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2. Das Geschenk der Wölfe von Anne Rice

Interview mit einem Werwolf.

Der junge Journalist Reuben soll einen Artikel über ein altes Herrenhaus schreiben, das abgelegen auf den Klippen der nordkalifornischen Küste thront. Doch die Besichtigung endet blutig: Reuben wird von einem großen Raubtier attackiert. Seine Wunden heilen indes ungewöhnlich schnell. Bald verändert Reuben sich. Er wird zum Wolfsmann. 
Bei Tag der attraktive Jungreporter, der über die furchterregende fremde Kreatur berichtet, bei Nacht eine Bestie: Reuben wird gefürchtet und gejagt. Doch das wahre Böse lauert woanders. (Quelle: Rowolt.de)

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Als ich die Blogger News von Rowohl las, war ich mehr als erfreut. Ein Werwolf Roman, geschrieben von der Vampir- und Hexen-Queen herself. Ich habe die gesamte Reihe im Regal, plus zwei weitere unabhängige Bücher von ihr. Und … diese Frau kann schreiben! Ich bin sehr gespannt auf den Roman und kann es kaum erwarten!

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© Buchwelten 10.06.2013

Der Weg ins Dunkel von Patrick Woodhead

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Erschienen als Taschenbuch
bei rororo
insgesamt 416Seiten
Preis: 9,99 €
ISBN: 978-3-499-25867-1
Katergorie: Thriller

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Im Herzen des Kongo, im tiefen Ituri Wald, ist der junge britische Arzt Joshua Milton seit Monaten spurlos verschwunden. Er war bei einem Einsatz der „Ärzte ohne Grenzen“ dort stationiert und nun ist er nicht mehr auffindbar. Der Kongo ist ein gefährliches Gebiet, kämpfen dort doch verschiedene afrikanische Milizen, die waffentechnisch erschreckend gut ausgerüstet sind.

Joshuas enger Freund seit Jugendtagen, Luca, ehemalig ein Weltklassebergsteiger, wird zur Hilfe gerufen und gebeten, Joshua zu suchen. Luca ist derzeit als einfacher Träger im Himalaja unterwegs, denn der Verlust eines Freundes während einer Bergtour hat ihn in tiefe Depressionen gestürzt. Er sieht sich selbst nicht mehr als Bergsteiger, sondern als Versager und gibt sich die Schuld am Tod seines Freundes. Doch als ihn die Information erreicht, dass sein seit der Kindheit engster Freund  vermisst wird, begibt er sich auf den Weg in den Kongo. Joshua und Luca sind beinahe aufgewachsen wie Brüder und er verspürt den Ehrgeiz ihn zu finden.

Begleitet und unterstützt wird er von der Geologin und Pilotin Beatrix Makuru. Sie arbeitet für eine Minengesellschaft und wird in den Kongo gerufen, weil unerklärliche Explosionen in letzter Zeit einige Minen der Firma an der Bergung der wichtigen Rohstoffe hindern. Es scheint Beatrix Makuru, kurz Bear, als seien die Explosionen keine Unfälle, wie von den dortigen Vorarbeiten behauptet, sondern vorsätzlich ausgelöste. Diese Umstände will Bear in der Mine im Ituri Wald überprüfen. Außerdem gelangte der Geologin durch Zufall ein bisher absolut unbekanntes Mineral in die Hände, ein Gestein, welches mit einer hauchfeinen roten Ader durchzogen ist. Auch diesem Rätsel will sie dort näher kommen.

So kommt es dazu, dass sich die Wege von Beatrice und Luca kreuzen, denn sie nimmt ihn als Passagier ihn ihrer Cessna mit in das schwarze Herz des Kongo. Und kaum sind sie dort angekommen, bekommen sie zu spüren, dass sie dort nicht erwünscht sind. Es beginnt eine rasante Flucht durch den Dschungel, ein Kampf ums Überleben. Aller Gefahren zum Trotz verlieren sie die Hintergründe der Reise nicht aus den Augen und voller Mut und mit dem Einsatz ihres Lebens, versuchen sie Joshua zu finden und das Rätsel um das neuartige Mineral zu lösen …

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Die obige Beschreibung ist auch in etwa das, was der Klappentext des Buches an Inhalt wiedergibt, in Wirklichkeit ist dies allerdings nur ein kleiner Teil. Denn die eigentliche Suche des verschollenen Arztes ist zunächst eher ein unbedeutenderer Handlungsstrang, der nur nebenbei behandelt wird.

Die ersten 6 oder 7 Kapitel sind jeweils komplett eigenständige Handlungsteile, die mit den Personen, die dadurch immer hinzu kommen, etwas anstrengend und auch verwirrend erscheinen. Denn es dauert eine ganze Weile bis man die Zusammenhänge versteht und einen gewissen Durchblick erhält.

Es gibt Sprünge von Afrika bis China, Figuren und Passagen mit den unterschiedlichsten Interessen, so scheint es zumindest anfangs. Erst nach der Hälfte des Buches reduzieren sich die verschiedenen Stränge, da sie nach und nach zusammengeführt werden und für den Leser dann verständlich wirken und Sinn ergeben.

Mir war dies alles ein bisschen zu viel des Guten und zu überfrachtet. Zumal der Hintergrund des Romans eher politisch und weltmachtbezogen ist, was die Inhaltsangabe und auch die Leseprobe nicht vermuten lies.

Der Schreibstil ist einfach aber gut. Die Schönheit des Dschungels und des Landes Afrika hat der Autor, der selber ein Abenteurer ist, sehr gut beschrieben und rübergebracht. Auch die Unruhen des Landes und das Elend der Einheimischen hat er gut dargelegt. Es geht mitunter sehr brutal und heftig zu, allzu schwache Nerven sollte man hier nicht haben.

Das eigentliche Thema, die Suche des Arztes empfand ich als eher nebensächlich und erst am Schluss recht schnell abgehandelt.

Das Buch präsentiert der Verlag als Taschenbuch mit einem düsteren Cover, welches einen Dschungel und die Silhouette eines Menschen zeigt. Es passt zum Thema und gefällt mir gut.

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Mein Fazit: 3 von 5 Sterne für einen Thriller der eigentlich völlig andere Themen beinhaltet, als die Inhaltsangabe vermuten lässt. Zunächst etwas verwirrend und überfrachtet, ab der Hälfte aber sehr schlüssig, stimmig und auch spannend zu lesen.

Ich danke rororo für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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© Buchwelten 2013

… Lesenachschub … Rezensionsexemplare … und ein ‚Danke‘ …

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In den letzten Wochen ist mein Rezensions-SUB zwar um einige Werke geschrumpft, da ich nun endlich wieder Zeit zu lesen habe aber es sind auch einige neue hinzugekommen.

Eine bunte Mischung an Neuerscheinungen und bereits erschienenen Romanen wartet auf meine Lesezeit. Auch die Genres sind abwechslungsreich: Krimi, Urban Fantasy und zwei Jugendbücher sind dabei. Derzeit lese ich den Thriller „Blutsommer“, recht krass aber sehr gut.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei den ‚Buchwelten‘ unterstützenden Verlagen wie hier z.B. rororo (Rowohlt), ACABUS, grafit, den Autoren Stefanie Philipp und Michael Zandt/ Art Skript Phantastik Verlag sowie Amazon Vine bedanken.

Nicht alle Bücher sind von mir angefragt worden. Einige Verlage senden auch immer wieder einmal ein unangefordertes Exemplar zu und auch Autoren nehmen Kontakt auf und fragen an, ob Interesse an einer Rezension besteht.

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MÈTO – Das Haus von Ives Grevet
Kategorie: Jugendbuch

Inhalt: 

64 Jungen leben im HAUS hinter verbarrikadierten Fenstern und Türen. Sie wissen nicht, woher sie kommen, und sie wissen nicht, wohin sie verschleppt werden, wenn ihre Zeit im Haus abgelaufen ist. Fragen dürfen sie keine stellen – tun sie es doch, werden sie von Männern, die sie rund um die Uhr bewachen, brutal bestraft. Als sich einer der Jungen nicht länger seinem Schicksal beugen will und Widerstand leistet, bekommt er die ganze Härte des Systems zu spüren, in dem er gefangen ist. Doch andere eifern ihm nach und erheben sich wie er gegen Gewalt und Willkür, um die Macht des Hauses zu stürzen. Es ist der Beginn eines gefährlichen Kampfes um Freiheit und Selbstbestimmung. Es ist der Kampf des jungen MÉTO (Quelle: Amazon.de)

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Vollendet von Neil Shustermann
Kategorie: Jugendbuch

Inhalt:

Der 16-jährige Connor hat ständig Ärger. Risa lebt in einem überfüllten Waisenhaus. Lev ist das wohlbehütete Kind strenggläubiger Eltern. So unterschiedlich die drei auch sind, eines haben sie gemeinsam: Sie sind auf der Flucht. Vor einem Staat, in dem Eltern ihre Kinder im Alter von 13 bis 18 Jahren umwandeln lassen können. Die Umwandlung ist schmerzfrei. Jeder Teil des Körpers lebt als Organspende in einem anderen Organismus weiter. Aber wenn jeder Teil von dir am Leben ist, nur eben in jemand anderem … lebst du dann, oder bist du tot? (Quelle: Amazon.de)

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Winterfest von Jørn Lier Horst
Kategorie: Krimi

Inhalt:

Tote Vögel, aufgebrochene Hütten und eine Leiche:
mysteriöse Verbrechen in einer Ferienidylle

Nicht nur, dass die Sommerhäuser in einer idyllischen Feriensiedlung am Meer Ziel einer Einbrecherbande werden, findet sich in einer Hütte auch noch eine grausam verstümmelte Leiche.
Für Kommissar William Wisting entwickelt sich dieser Fall zu seiner größten persönlichen Herausforderung, denn es stellt sich heraus, dass seine Tochter Line, eine Kriminalreporterin, in die Geschichte involviert ist. Offensichtlich hat sie sich mit dem falschen Mann eingelassen. Aber was hat es mit den Vögeln auf sich, die massenhaft tot vom Himmel fallen? (Quelle: grafit.de)

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AVA und die Stadt des schwarzen Engels von Andreas Dresen
Kategorie: Urban Fantasy

Inhalt:

Ein Golem mitten in der Stadt, am helllichten Tag – Fahrat traut seinen Augen nicht. Normale Menschen können das Lehm-Wesen nicht sehen, aber selbst für den jungen Schwertler ist das ein besorgniserregender Anblick. Obwohl er normalerweise einen guten Wein jedem Abenteuer vorzieht, folgt er dem Ungeheuer. Und stößt auf Ava. Die junge Frau ist offenbar ein gewöhnlicher Mensch. Aber verstört behauptet sie, ein schwarzer Engel habe ihre neugeborenen Zwillinge geraubt. Doch was sollte ausgerechnet Morton, Vizekanzler des STADTrates und Veranstalter des Hexensabbats, mit zwei Menschenkindern anfangen? Haben die Vorfälle etwas mit dem Grauen zu tun, das außerhalb der STADT lauert? (Quelle: Acabus.de)

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Samson und die Stadt des bleichen Teufels von Andreas Dresen
Kategorie: Urban Fantay

Inhalt:

Die STADT versinkt im Chaos. Nach Mortons Sturz kämpfen nun andere um die Macht, und die entfesselten Hexen scheinen diesen Kampf zu gewinnen … Verzweifelt schickt der zerstrittene STADTrat nach Fahrat, doch der Schwertler ist im sagenumwobenen Dschungel von Tarda Tekbat verschollen.
Da wird Samson, ein ungepflegter, junger Außenseiter, unversehens zum Spielball der rivalisierenden Kräfte. Er gerät mitten hinein in den Kampf um die STADT, von deren Existenz er bislang nicht den blassesten Schimmer hatte. Doch warum haben es der Unterweltkönig Devil Malone, hungrige Krenken, Bluthunde und rachsüchtige Hexen auf den Jungen abgesehen? (Quelle: Acabus.de)

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Blutsommer von Rainer Löffler
Kategorie: Spannung/Thriller

Inhalt:

Der Picknickausflug von Familie Lerch nimmt ein grausiges Ende, als sie im Wald auf einen dunklen Haufen stößt, von Fliegen und Maden bedeckt: Der «Metzger» hat wieder zugeschlagen.
Martin Abel, bester Fallanalytiker des Stuttgarter LKA, wird zur Unterstützung der Polizei nach Köln beordert. Keiner kann sich so gut in die Gedankenwelt von Serienmördern hineinversetzen
wie er: eine Gabe, die einsam macht. Abel glaubt, an Schrecklichem schon alles gesehen zu haben. Doch das hier – das ist eine neue Dimension. (Quelle: Rowohlt.de)

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Zwei Romane werden in den nächsten Tagen/Wochen noch hinzukommen und auch auf diese beiden freue ich mich bereits:

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Der Sohn der Amazone von Stefanie Philipp

Was würdest Du tun, wenn das Kind, das Du zur
Welt bringst, Dein Feind ist?

Für die Amazone Raván sind Männer halbe Tiere und ihre gefährlichsten Feinde. Doch als sie wider Erwarten einen Sohn bekommt, bringt sie es nicht über sich, ihn zu töten. Durch die Liebe zu dem Jungen gerät ihre Welt aus den Fugen, und sie muss allen Mut und Klugheit aufbringen, um das Leben ihres Kindes zu retten.

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Ich habe Stefanie Philipp bei einer Lesung der Mülheimer Lesebühne gehört und gesehen und war umgehend fasziniert.  Sie hat eine Art zu lesen, die  einfach nur fesselt und mitreisst.

Sofort hätte ich mir das Buch besorgt, die Sache hatte nur einen „Haken“. Ihr Werk war nur als Ebook erhältlich. Auf weiteren Lesungen hatten wohl einige Zuhörer gesagt, sie würden gerne das Buch lesen, als Buch … nun, die Autorin hat es in Angriff genommen und nun ist ihr Werk auch als Taschenbuch erhältlich!

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Das schwarze Kollektiv von Michael Zandt

Hier handelt es sich um die Fortsetzung zu „HAPU – Der Teufel im Leib“. Michael Zandt veröffentlicht diesen Roman im neuen Verlag Art Skript Phantastik und der Roman wird in einigen Wochen erscheinen.

Da mir die Geschichte um HAPU gut gefallen hat, freue ich mich auf die Fortsetzung …

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Ich wünsche euch allen schöne Lesestunden   

Herzliche Grüße

Marion

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ENDE von David Monteagudo (4,5/5)

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Erschienen als
gebundene Ausgabe mit Leseband
bei rowohlt
352 Seiten
Preis: 19,95 €
ISBN:  978-3-498-04520-3

Erscheint am 16.01.2012

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Nach einem viertel Jahrhundert treffen sich neun Freunde einer ehemaligen Clique wieder. Genau 25 Jahre zuvor, an exakt dem gleichen Datum, haben sie sich das in einer Herberge in den Bergen beim nächtlichen Betrachten des Sternenhimmels versprochen und fest vorgenommen. Nieves, mittlerweile Mutter von zwei erwachsenen Kindern, hat die Organisation übernommen und schafft es auch tatsächlich, die ehemaligen Freunde alle zu überzeugen an der Wiedersehensparty teilzunehmen.

Sie kommen wieder zu der alten Herberge, für abends ist eine Party vorgesehen. In der Nacht wollen sie wieder gemeinsam den fantastischen Sternenhimmel bewundern und für nächsten Tag ist eine gemeinsame Wanderung durch die Schlucht geplant.

Einige der Freunde kommen allein, andere mit ihrem neuen/derzeitigen Partner. Ein Pärchen hat sich innerhalb der ehemaligen Clique gebildet. Die Anreise gestaltet sich etwas umständlich, denn sie müssen alle ihre Autos etwa einen Kilometer vor der Herberge parken und den restlichen Weg zu Fuss zurücklegen. Dann kann der gemeinsame Abend endlich beginnen

Es wird gegessen, geredet, getrunken, Musik gehört (eine speziell für diesen Abend erstellte CD mit allen Lieblingssongs der einzelnen Freunde zur damaligen Zeit) und auch diskutiert.

Plötzlich fällt der Strom aus, die Handys funktionieren nicht mehr und auch die Autos lassen sich nicht mehr starten. Zunächst macht sich die Gruppe nicht allzu große Gedanken, denn der Himmel ist aufgerissen und ein phänomenaler Sternenhimmel präsentiert sich. Sie sind überwältigt von diesem Anblick, kein blinkendes Flugzeug stört das Firmament,  lediglich so viele Sterne sind zu sehen, dass es beinahe unheimlich auf die Freunde wirkt. Plötzlich bemerken sie, dass einer fehlt. Rafa ist verschwunden. Sie vermuten er wäre nach der heftigen Debatte (noch vor dem Stromausfall) vor Wut nach Hause gefahren.

Am nächsten Morgen macht sich die Gruppe auf den Weg durch die Schlucht ins nächstgelegene Dorf um zu sehen, ob dort der Strom funktioniert. Auf dem Weg durch die Schlucht ist Cova auf einmal verschwunden. Von einer Sekunde auf die nächste hat sie sich einfach in Luft aufgelöst. Was geschieht hier? Die Angst nimmt überhand, soll das hier das Ende sein … ?

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Der Roman ist in der Gegenwart geschrieben, jedoch in der dritten Person. Zunächst erfahren wir kapitelweise etwas über die jeweiligen Charaktere, die teilweise gemeinsam mit ihren neuen Partnern die Einladung zum Wiedersehen in der Herberge erhalten.

Es sind die unterschiedlichsten Menschen und ihre Reaktionen auf diese Einladung sind sehr interessant. Auch die Charaktere selber hat der Autor in ihren jeweiligen Persönlichkeiten sehr gut dargestellt. Einige haben sich überhaupt nicht verändert, sind noch genauso ungehalten und „unmöglich“ wie als Teenager. Andere wiederum haben sich entwickelt und sind tatsächlich reifer und erwachsener geworden. Die Situation des Wiedersehens hat der Autor ebenso sehr gut beschrieben, wie auch die Ängste und Vorahnungen der Personen im Laufe ihrer Wanderung.

Mein erster Gedanke nach dem Buch war: Und das soll es jetzt gewesen sein? 3 Sterne wollte ich spontan vergeben. Ich muss sagen, ich habe das Buch (im ersten Moment) sehr unzufrieden beendet, denn ich hätte mir am Schluß einfach ein bisschen mehr gewünscht. Irgendetwas, egal in welche Richtung. Aber genau das wollte Monteagudo den Lesern eben nicht geben.

Der Autor hat es geschafft mich zum Nachdenken zu bringen: Habe ich was verpasst? Muss ich eine Stelle nochmal lesen (was ich in der Tat gemacht habe)? Und das ist für mich der Grund warum ich diesem Debüt nun doch 4 Sterne gebe. Es beschäftigt mich auch nachdem ich das Buch beendet habe immer noch. Ich denke immer wieder darüber nach und das werde ich wohl auch in einigen Wochen noch …

Mich haben die spanischen Namen etwas verwirrt, denn aus ihrem Klang konnte ich nicht erkennen, ob es ein Mann oder eine Frau ist und ich hatte etwas Mühe mich an sie zu gewöhnen.

Der Schreibstil ist nicht extrem hochwertig, er ist gut und einfach. Der Autor schreibt sehr viel in der wörtlichen Rede und da einige der Freunde in ihrem Charakter und der Ausdrucksweise in den 80ern stehen geblieben sind, reden einige Figuren auch dementsprechend umgangssprachlich und blödes Zeug daher.

Die Ängste, die im Laufe der Handlung und Wanderung immer stärker werden, aber auch den Spannungsbogen hat der Autor gut zu Papier gebracht. Es war sehr interessant wie die jeweiligen Personen in den entsprechenden Situationen reagiert oder auch nicht reagiert haben.

Das Buch erscheint als gebundene Ausgabe mit einem Leseband, was ich sehr gerne mag. Das Cover ist schlicht und einer gedeckten Farbe gehalten und zeigt alles was es braucht. Einsamkeit und Einöde. Optisch ist es sehr schön geworden. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und auch die Schriftgröße ist sehr angenehm.

Ich hätte mir noch ein Nachwort gewünscht, dass ein bisschen Aufschluß über die Idee und etwas Einblick die Entstehung des Romans gibt, aber ein solches gibt es leider nicht.

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Mein Fazit: 4,5 von 5 Sternen für einen spannenden Roman um eine Clique, die sich nach Ewigkeiten wiedersieht. Ein Mystery Erlebnis mit nachhaltiger Wirkung, dass absolut zum Nachdenken anregt.

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© Buchwelten 16.01.2012

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Das Rote Licht des Mondes von Silvia Kaffke (5/5)

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Erschienen als
Taschenbuch bei
rororo
512 Seiten
Preis: € 9,99 €
ISBN:  978-3-499-24813-9

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Der historische Roman spielt in Ruhrort im Jahre 1854. Ist Ruhrort heute „nur“ noch ein Stadtteil der Stadt Duisburg, war es damals eine wichtige, eigenständige und stetig anwachsende Stadt. Sie war mit ihrer Lage direkt am Rhein und dem damals schon sehr modernen und geschäftigen Hafen ein wichtiger Umschlagplatz und industrieller Standort, der Menschen aus verschiedenen Bereichen und Ländern angezogen hat.


Lina Kaufmeister ist eine wunderschöne Frau von Anfang 30 und Tochter aus wohlhabendem Hause. Sie lebt gemeinsam mit Ihrer Familie im geräumigen Wohnhaus auf der Carlstrasse. Ihre Schwestern sind beide verheiratet und haben Kinder. Mina, ihre Zwillingsschwester, lebt mit Mann und Kind in Brüssel. Lina hat einen Makel. Durch eine Krankheit in ihrer Kindheit hat sie eine steife Hüfte zurückbehalten und hinkt. Da hilft auch ihr schönes Gesicht nicht, solch eine Frau will keiner heiraten.

Daher lebt Lina nach wie vor im elterlichen Haus, wo sie den Haushalt führt, die Kleider für die gesamte Familie näht und ändert und sich hingebungsvoll um den an der „Schüttelkrankheit“ leidenden Vater kümmert.

Die Vormundschaft für Lina hat ihr älterer Bruder Georg inne. Er ist ein sehr jähzorniger Mann, der mit einer Holländerin verheirat ist, die zu faul ist den Haushalt zu leiten. Lina ist sicher, ihr Bruder will sie nur weiterhin im Hause haben, damit sie seiner Frau die lästigen Pflichten abnimmt und um sie als billigste Arbeitskraft auszunutzen.

Als sie eines Abends von einem Besuch bei ihrer Freundin kommt, stößt sie durch Zufall auf die grausam zugerichteten Leichen zweier Kinder. Beiden wurde der Brustkorb aufgebrochen und die Herzen aus dem Leibe gerissen. Der älteren wurde außerdem der Unterleib aufgeschnitten und das ungeborene Kind aus dem Körper entfernt. Lina ist natürlich entsetzt aber andererseits hat die ihr angeborene Neugierde sie gepackt und sie will wissen, was hinter diesen Morden steckt.

Sie lernt den ermittelnden Commisar Borghoff kennen und dieser ist von der schlagfertigen, frischen, gerissenen Art dieser Frau angetan. Sie ist für ihn so absolut untypisch für die Frauen dieser Zeit und er bespricht sich in diesen Ermittlungen immer wieder mit Lina und hofft sogar auf ihren Rat oder Denkanstösse.


Als erneut Morde nach dem gleichen Muster geschehen ist Lina sicher, dass es in Ruhrort eine Verschwörung des Bösen gibt. Doch wer oder was soll das sein? Und was ist der Grund für solch grausame Morde? Lina lässt nicht locker und als sich ihr Leben dann in extremster Weise ändert, bringt sie sich zu ihren bisherigen Problemen auch noch in große Gefahr …

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Auf diesen Roman bin ich durch absoluten Zufall gestoßen. Als ich in den Vorbereitungen zu meinem Interview mit Horst Eckert war, stöberte ich durch seine Facebook Fanseite um mich ein wenig durch seine persönlichen Interessen zu lesen. Da stieß ich dann auf: Ruhrort-Krimi als Schlagwort und stutzte: Ruhrort? Das Ruhrort? Duisburg-Ruhrort, wo ich viele Jahre gelebt habe und meine Kinder ihre ersten Lebensjahre verbrachten? Ich klickte den Link und landete auf der Beschreibung des Romans.
Da erfuhr ich dann, dass es sich um einen Krimi im eben
dem Ruhrort handelt und zwar um einen historischen. Meine Neugierde war natürlich sofort geweckt und ich stellte mich beim Rowohlt Verlag vor und bat um die Zusendung eines Rezensionsexemplares, welches ich dann bereits 2 Tage darauf im Briefkasten vorfand.


Relativ zeitnah wollte ich den Krimi natürlich auch lesen, denn ich war sehr gespannt auf die Kombination von Krimi und Historie. Und ich wurde nicht enttäuscht.
Silvia Kaffke schreibt flüssig und angenehm, für mich ein sehr guter Schreibstil. Sie hat die Begriffe der damaligen Zeit verwandt und ebenso die alten Schreibweisen. Teilweise wird niederländisch oder „Ruhrorter Platt“ gesprochen. Ich konnte beides lesen, denn ich bin Niederländerin und habe viele Ruhrorter Platt sprechen hören. Mein ehemaliger Schwiegervater war auch gut darin. Wobei das heutige mit dem damaligen nicht vergleichbar ist, wie ich im Nachwort erfuhr. Silvia Kaffke musste das Platt etwas „entschärfen“.


Es hat mir großen Spaß gemacht durch die Strassen und Gassen im alten Ruhrort zu streifen und die Menschen der damaligen Zeit kennen zu lernen.

Lina ist eine sehr gut ausgearbeitete Protagonistin, die absolut liebenswert ist und einen sehr hellen Kopf hat. Aber auch die Nebencharaktere sind sehr real, authentisch und glaubhaft dargestellt.

Kaffke hat in ihrem Roman vieles verarbeitet: Kriminalistik, das Elend der damaligen Zeit, das sogar Kinder zur Prostitution zwang, die aufstrebende Industrie im Ruhrgebiet und die Stellung der Frauen zu dieser Zeit.

Aber auch Dinge wie Mut, Tapferkeit und Durchsetzungsvermögen kamen neben Hinterlist und ausartenden dunklen Kulten nicht zu kurz.

Für mich ist der Roman absolut vielseitig. Ich habe viel erfahren, Bekanntes kennen gelernt (z.B. den Bürgermeister der damaligen Zeit William Weinhagen: ich habe in der nach ihm benannten Strasse Weinhagenstr. Nr. 21 in der dritten Etage gelebt…).

Auch über die Zugehörigkeit der Städte damals und heute und die Familie Franz Haniel, die damals sehr groß war und auch noch ein wichtiger Name in Ruhrort ist, konnte ich neues erfahren.

Die Liebe kam ebenso nicht zu kurz, es entwickelt sich eine besondere Verbindung zwischen zwei Menschen die einfach Freude bereitet hat.

Für mich ist „Das Rote Licht des Mondes“ ein absolut empfehlenswerter Roman für alle, die gerne Krimis und/oder historisches lesen und die starke Persönlichkeiten mögen. Dazu muss man Ruhrort nicht zwingend kennen oder dort gelebt haben aber ich gestehe: ich fand gerade das richtig klasse. Immer habe ich überlegt, in welcher Hausnummer auf der Carlstrasse die Familie Kaufmeister wohl gelebt hat oder mir vorgestellt, ob oder wieviele der damaligen Häuser wohl noch erhalten sind? 

Vieles an Hintergrundinformationen hat die Autorin noch im Nachwort erklärt. Ihre sehr ausführliche Recherchearbeit ist aber bereits während des Lesens deutlich zu spüren.

Ich habe große Lust alsbald mal wieder Ruhrort zu besuchen und durch die Strassen des Romans zu laufen, auf der Mühlenweide spazieren zu  gehen und dabei einen Blick auf den noch stehenden Hebeturm auf der Homberger Seite zu werfen!

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Mein Fazit: 5 von 5 möglichen Sternen aus den oben schon erwähnten Gründen.„Das Rote Licht des Mondes“ ist ein besonderer Krimi, der sehr vieles zu bieten hat. Der Roman hat mir großen Spaß gemacht, war spannend, fesselnd und zusätzlich sehr informativ! Ich werde ihn aus diesen Gründen auch zu Weihnachten verschenken. Natürlich nicht mein Exemplar!

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Ich danke dem Rowohlt Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

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Wer Lust hat mehr über Ruhort zu erfahren, der kann hier ein wenig stöbern:     Ruhrort.de

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