Schicksal Schottland von Alicia Jordan

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schicksal schottland
Erschienen als Taschenbuch
im Verlag edition oberkassel
insgesamt ca. 300 Seiten
Preis: 11,99 €
ISBN 978-3-943121-51-3
Kategorie: Belletristik

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Ihr erster Besuch in Schottland hat direkt Folgen: Rose Anne besucht das Land mit ihrer Schulklasse und als würde es nicht ausreichen, dass ihre Lehrerin bei einer Bergtour verunglückt, lässt Rose auch noch ihre Handtasche in einem Souvenirshop stehen und kann somit zunächst nicht mehr ausreisen. Denn in ihrer Tasche befindet sich ihr Ausweis. Und der ist nunmal zur Ausreise zwingend nötig. Seltsamerweise trifft Rose durch diesen Vorfall erneut auf zwei junge Schotten: Owen und Malcolm, nicht nur beste Freunde, sondern auch noch Cousins, haben ihr bereits bei der Rettung ihrer Lehrerin in den Highlands zur Seite gestanden. Nun scheinen sie auch noch irgendwie in das „Vergessen“ ihrer Tasche verwickelt zu sein. Ist das Schicksal?

Drei Jahre später reist Rose ein zweites Mal nach Schottland. Diesmal ist der Grund für ihren Besuch ein Auslandssemester in Edinburgh. Dass die Wahl auf Schottland fällt ist eher Zufall, denn Rose will einfach nur ein Semester in einem englischsprachigen Land verbringen. Dass ausgerechnet in Schottland ein spontaner Platz frei ist, ist nur Zufall, oder? Dass Rose dann am Flughafen ausgerechnet Malcom wiedertrifft und dann auch noch mit ihm den Koffer vertauscht, kann aber dann irgendwie doch kein Zufall mehr sein. Vielleicht ist Schottland ja doch ihr Schicksal ….

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Der Roman liest sich sehr schnell, der Schreibstil ist einfach gestrickt und die Handlung empfinde ich als relativ absehbar und konstruiert. Mich hat der Roman lieder eher an einen Schulaufsatz erinnert, da haben es dann auch die ein oder zwei Fremdwörter nicht rausgerissen. Auch der Schottland und Highland-Flair kam für mich nicht so richtig rüber, eine Stimmung in der ich mich heimelig gefühlt habe, kam nicht recht auf.

Die Protagonistin ist sicherlich nett, aber wirklich warm bin ich mit ihr nicht geworden. Da war mir der schwierige und störrische Malcom als Charakter schon lieber und auch glaubwürdiger dargestellt.

Einige andere Punkte haben mich auch ein wenig „holpern“ lassen, z.B. dass die Protagonistin einen, nein zwei englische Namen trägt, weil es eben in die Handlung passt (passen musste?). Der Bruder hat wiederum einen typisch deutschen Namen, was bei einer deutschen Familie ja nun auch eher normal ist.

Dennoch ist die Geschichte nicht schlecht, sie ist nett und auch amüsant zu lesen. Sicherlich eine leichte Lektüre, wenn man einfach mal nur ein wenig schmökern möchte, ohne sich groß anstrengen zu wollen.

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Mein Fazit: Eine nette Geschichte die man flott mal zwischendurch lesen kann, die sicherlich amüsant, aber auch nicht wirklich anspruchsvoll ist.

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Ich danke der edition oberkassel für die Bereistellung des Rezensionsexemlars.

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© Buchwelten 2014

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Ein Schatten von Verrat und Liebe von Diana Gabaldon

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Erschienen als gebundene Ausgabe
im blanvalet Verlag
insgesamt 190 Seiten
Preis: 9,99 €
ISBN ISBN 978-3-89425-436-0
Kategorie: Historischer Roman

Zunächst einmal: Ich finde es sehr schwer, hier eine Inhaltsangabe zu präsentieren, die nicht annähernd zu viel verrät, denn das wäre eine Schande. Nun, ich versuche es:

Im Sommer des Jahres 1778 befindet sich Claire in Philadelphia, inmitten des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges. Marsali und Fergus betreiben dort ihre Druckerei, Claire hat, um einer Verhaftung zu entgehen, eine Ehe geschlossen, da sie zusätzlich seit Wochen mit dem Wissen leben muss, dass Jamie tot ist. Ertrunken bei einem Schiffsunglück, gemeinsam mit seiner Schwester Jenny.

Nun, Jamie hat offensichtlich mehrere Leben, ähnlich wie man es Katzen nachsagt und alle Beteiligten sind natürlich überglücklich, als er unversehrt wieder auftaucht. Einerseits, denn andererseits löst Jamies Erscheinen einige Reaktionen aus, die man folgenschwer nennen könnte.

Die Briten beginnen ihren Rückzug aus Philadelphia. Sie wollen in Richtung New York ziehen. Die Loyalisten aus der kürzlich noch besetzten Stadt reisen mit der Armee unter deren Schutz. George Washington hat jedoch seine eigenen Pläne und hier spielt Jamie – natürlich – wieder eine wichtige Rolle.

William, der durch Jamies Auftauchen urplötzlich und ohne Vorwarnung erfährt, dass Lord John Grey nicht sein Vater ist, sondern der Schotte, aus dessen Gesicht er geschnitten zu sein scheint, sieht rot und rastet völlig aus.

Claire, die im Haus von Lord John Grey dessen asthmatischen Bruder vor dem Erstickungstod rettet, weiß nicht, ob sich ihre Ehemänner gegenseitig umgebracht haben oder nur einer den anderen. Jedenfalls bleibt einer der Beiden unauffindbar.

Brianna und Roger Mac waren, zur Erinnerung zurück in die Gegenwart gereist, damit der Herzfehler ihrer kleinen Tochter Mandy behoben werden konnte. Solch ein Eingriff war Claire im 18 Jahrhundert nicht möglich. Als jedoch ihr Sohn Jem entführt wird, sieht Roger nur eine Möglichkeit: Er muss zurück in die Vergangenheit reisen, um Jem zu suchen, denn dorthin wurde der Junge offensichtlich entführt, da sind sich die beiden sicher. Denn er hat Kenntnis von Dingen, die ihm zu einem wichtigen Informanten machen. Roger macht sich gemeinsam mit seinem Ururur…Großvater Buck auf die Reise.

Brianna ist unterdessen in Lallybroch im Jahre 1980 allein auf sich gestellt, als nicht nur ihr Leben angegriffen wird und sie sich sichtlich in Gefahr befindet. Sie sieht keine andere Möglich für sich und ihre Familie: auch sie muss in die Vergangenheit zurück, sie muss ihren Mann Roger finden. Doch der befindet sich leider nicht in der vermuteten Zeit …

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Vier lange Jahre mussten wir Fans auf den neuen Roman der Highland Saga warten. So lange schreibt Diana Gabaldon an solch einem Mammutwerk. Herausgekommen sind knapp 1000 wunderbare Seiten, die so sehr fesseln, dass sie dennoch wie im Fluge vergehen und man nach der letzten Seite denkt: Wie, das war es jetzt schon wieder???

Ich habe mich sehr auf den neuen Band gefreut, konnte es kaum abwarten, obwohl die Autorin uns die Zeit bereits durch einen Lord John Roman und einen Band mit Kurzgeschichten verkürzt hat.

Dieser achte Band der Highland-Saga beinhaltet wieder alles, was diese Romane ausmacht. Viel Historisches, das durch Diana Gabaldon wieder sehr gut recherchiert wurde und durch ihre wunderbare Art zu schreiben, sogar für Nicht-Geschichtsfreaks absolut verständlich und sogar spannend ist. Dann natürlich die wunderbare Beziehung zwischen Jamie und Claire, diese Liebe, die besonders, für mich aber nicht kitschig ist. Weiter geht’s mit den vielen anderen wichtigen Personen, die wir Leser im Lauf der letzten Bände kennengelernt haben und die wir alle wiedertreffen. Lord John, seinen Bruder Hal, William, Ian, Fergus, Marsali, deren Kinder, alle waren sie da und haben großen Anteil an der Handlung.

Die Autorin beginnt mit einigen Handlungssträngen, die sich irgendwann kreuzen, eine Weile gemeinsam laufen, sich wieder trennen. Sie hat den Roman in mehre Teile aufgeteilt, wovon einige die Ereignisse um Jamie und Claire erzählen, andere die um Brianna und Roger Mac. Wobei Jamie und Claire ganz klar überwiegen.

Auch an Kampf, Intrigen, Dramatik, Humor und Gabaldons bekannter Erotik mangelt es nicht. Dieser achte Band erschien mir so kurzweilig, wie es längst nicht alle taten. Ich kann mich erinnern, dass ich im dritten Band (Ferne Ufer) und auch im sechsten (Ein Hauch von Schnee und Asche) einige Phasen hatte, die ich als recht zäh empfand. Dies war hier nicht der Fall. Ich flog nur so durch die Handlung, obwohl man den hochwertigen und auch komplexen Schreibstil von Gabaldon sicherlich mit hoher Aufmerksamkeit lesen muss. Denn nur für „mal eben zwischendurch“ einige Zeilen lesen, ist dieser Roman nicht gemacht.

Sehr nett fand ich die Geste von Diana Gabaldon an ihre deutsche Übersetzerin Barbara Schnell, zur der die Autorin schon lange ein sehr freundschaftliches Verhältnis pflegt. Sie hat Jamie einen deutschen Adjudanten namens Schnell an die Seite gestellt. Ich denke, das ist nicht nur mir als Fan sofort aufgefallen!

Der Roman ist wieder als schöne gebundene Ausgabe, mit Leseband, erschienen. Der weiße Schutzumschlag ist optisch der gesamten Reihe angepasst. Diesmal gibt es allerdings nicht auf der Rückseite einen Familienstammbaum, wie in „Echo der Hoffnung“. Der deutsche Titel gefällt mir dieses Mal jedoch nicht so gut. Den Originaltitel „Written in My Own Heart’s Bloood“ finde ich in der deutschen Wahl nicht annähernd wieder. Offensichtlich wird hier nur darauf geachtet, dass der deutsche Titel klanglich in die Reihe passt. Für mich hat es zur Folge, dass ich mir den Titel nicht merken kann und ständig „Ein Hauch von Verrat und Liebe“ sagen will 🙂 .

Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für das neueste Mammutwerk der Autorin um Jamie und Claire. Der gewohnt gehobene, sehr umfassende und ausführliche Schreibstil, bietet alles, was das Leserherz begehrt: Liebe, Hass, Spannung, Drama, Schreckliches, Erotik und vieles mehr.

Nun müssen wir leider wieder 4 lange Jahre auf einen weiteren Teil warten. Jedoch haben die Fans ja ein weiteres Highlight, welches sie alsbald auch in Deutschland genießen können. Der erste Roman „Feuer und Stein“ ist bereits als Serie abgedreht und wird in den USA schon ausgestrahlt. „OUTLANDER“. Die Bilder und Trailer der Fanseite, die ich gesehen habe, machen mehr als neugierig!

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Ich danke dem blanvalet Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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© Buchwelten 2014

Ein Schatten von Verrat und Liebe von Diana Gabaldon – Band VIII der Highland Sag

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Heute ist es eingetroffen, druckfrisch vom blanvalet Verlag !!!!

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In einigen Tagen hat das lange Warten endlich ein Ende! Der achte Band der Highland-Saga von Diana Gabaldon erscheint am 21.07.2014 auch hier in Deutschland. 992 Seiten warten auf uns Fans und ich bin sicher, dass wir jede einzelne genießen werden.

Heute habe ich bereits mein Leseexemplar vom Verlag erhalten und ich bin nicht nur sehr gespannt, ich freue mich wirklich riesig!

Ich werde so schnell lesen und meine Meinung dazu niederschreiben, wie unser Baby mich lässt 🙂 .

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Liebe Grüsse
Marion

Diana Gabaldons „Feuer und Stein“

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Ganz bald wird der neueste Roman der Highland Saga von Diana Gabaldon „Ein Schatten von Verrat und Liebe“ im blanvalet Verlag erscheinen. Alle Fans warten sehnsüchtig darauf, wie es um die Zeitreisende Claire und Jamie Fraser weitergeht, mich selbst eingeschlossen.

Diana Gabaldon hat bereits viele Fans, ich selber bin zufällig auf die Romane gestoßen und war sogleich von Gabaldons Schreibstil gefesselt.

Heute habe ich zwei druckfrische Taschenbücher der Saga zu vergeben. Um genau zu sein, dass Debüt „Feuer und Stein“.

Wenn ihr jemanden kennt, dem ihr unbedingt dieses Buch schenken möchtet, um ihn zu „infizieren“, dann hinterlasst mir doch einfach einen Kommentar unter dem Beitrag.

Der Verlag hat mir 5 Exemplare zur Verfügung gestellt und es sind noch genau zwei Stück übrig.

Also, habe ich euer Interesse geweckt? Dann schreib mir einen triftigen Grund, warum gerade DU ein Exemplar haben möchtest 🙂

Um dieses Buch gehts:

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Los gehts, ich bin gespannt auf eure Meldung. Ich selber habe schon eine Menge neuer Fans gewonnen.

Wer Interesse an einem Interview mit der langjährigen Übersetzerin und Freundin der Autorin, Barbara Schnell, hat, der kann dies hier nachlesen:

Buchwelten im Gespräch mit Barbara Schnell

Liebe Grüsse
Marion

Buchwelten im Gespräch mit Barbara Schnell

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Buchwelten hat bereits ein Interview mit einem Übersetzer veröffentlicht, und ich finde den Blick hinter die Kulissen immer sehr interessant.

Denn gerade bei den deutschen Ausgaben steht und fällt ein Roman ganz gewiss mit der Arbeit des jeweiligen Übersetzers. Es ist an ihm/ihr, genau das rüberzubringen, was der Autor/die Autorin sagen will. Es gilt, den besonderen Schreibstil in Deutsche mitzunehmen, damit auch wir in der Übersetzung die Stimmung erleben können, die ein Autor beabsichtigt.

Ich bin auf die Arbeit der Übersetzerin Barbara Schnell – wie soviele andere wohl auch – durch die Romane der Highland-Saga von Diana Gabaldon gestoßen.

Und da ich ihre Übersetzungsarbeit absolut fantastisch finde, freue ich mich sehr, dass sich Barbara Schnell die Zeit genommen hat, mir und den Buchwelten-Lesern einen Einblick in ihre Arbeit zu geben.

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Meine erste Frage bezieht sich (natürlich 🙂 ) auf die Highland-Saga. Diana Gabaldon braucht schon sehr lange für ihre ausführlichen Romane. Wieviele Wochen/Monate arbeiten Sie an der Übersetzung eines dieser „Mammut“-Bücher?

Das lässt sich gar nicht genau auf den Punkt bringen, da ich ja Roman-Teile von der Autorin geschickt bekomme, sobald sie genug zusammenhängendes Material hat. Zwischendurch kommt es dann auch vor, dass ich einige Wochen etwas anderes mache, während ich auf Nachschub warte. Im Prinzip kann man sagen, die Arbeit an einem der großen Romane dauert 12 bis 15 Monate, aber das ist nicht verlässlich kalkulierbar.

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Wie funktioniert ihre Arbeit an den Gabaldon-Romanen. Bekommen Sie erst das fertige, gedruckte Buch zur Übersetzung? Oder beginnt ihre Arbeit schon weit früher, indem Sie Druckfahnen oder Kapitel über die Datenleitung gesendet bekommen?

Das einzige Buch, das ich vom gedruckten Exemplar übersetzt habe, war „Der Ruf der Trommel“. Alle anderen Bücher habe ich übersetzt, während Diana noch daran arbeitete. Nur so konnten sie auf Deutsch teilweise gleichzeitig mit den Originalausgaben erscheinen.

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Sie haben Diana Gabaldon im immer wieder im Nachwort erwähnten CompuServe-Forum kennengelernt. Erzählen Sie uns ein wenig mehr darüber, wie sich das vor 20 Jahren abspielte?

Im Sommer 1992 habe ich in mehreren Foren des Onlinedienstes CompuServe für einen Artikel über „Frauen im Netz“ recherchiert. Damals war das Internet ja noch kein Haushaltsartikel wie heute, und es gab kaum Frauen, die mit Computern gearbeitet haben bzw. dabei ernst genommen wurden. Viele empfanden die Anonymität solcher Online-Foren als angenehm, weil sie dort nicht preisgeben mussten, dass sie eine Frau sind. Im Rahmen dieser Recherche bin ich auch auf das damalige „Litforum“ gestoßen und habe dort auch Diana kennengelernt, die mir als Forumsmitglied auf meine Frage geantwortet hat. Sie war eine hoch interessante Gesprächspartnerin, und irgendwann habe ich aus Neugier eine amerikanische Bekannte gebeten, mir Dianas erstes Buch zu schicken (auch Händler wie Amazon gab es ja damals noch nicht, und es war schwierig, hier an englische Bücher zu kommen). Aus der Online-Bekanntschaft wurde Freundschaft, und da ich die Bücher von der ersten Zeile an geliebt habe, später auch eine Arbeits-Partnerschaft.

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Sie kennen die Autorin persönlich. Ich denke, dass dies auch zwingend nötig ist um diesen speziellen Schreibstil, den Diana Gabaldon hat, auch genauso rüberzubringen, wie es im Original der Fall ist. Denken Sie, sie könnten eine solch gute Übersetzungsarbeit liefern, würden Sie sie nicht persönlich kennen?

Das ist schwer zu sagen, denn ich kenne es ja nicht anders. Generell ist es aber der Text, der die „Marschrichtung“ vorgibt, und man kann auch viel über Dianas Arbeitsweise und Intentionen erfahren, wenn man einfach den Text genau liest. Allerdings ist es eine große Hilfe, Diana direkt kontaktieren zu können, wenn ich Fragen habe – und ich würde nie den Fehler begehen, leichtfertig irgendwelche Details wegzulassen, denn man weiß bei ihr nie, was und wer in der Geschichte später noch einmal auftaucht.

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Wie sehr sind die Romane um Jamie und Claire auch Ihr „Baby“, sehen Sie diese überhaupt als solches? Denn ich denke, bei soviel Herzblut und Zeit, die eine Übersetzerin in einen jeden Satz dieser langen, ausführlichen Romane steckt, geht das gar nicht anders, oder?

Es ist jedesmal aufs Neue ein großartiges Gefühl, wenn mir der Postbote das erste gedruckte Buch bringt. Und ich bekomme viel Leserecho auf meine Arbeit. Es ist mein Wunsch, den deutschen Lesern möglichst viel vom „Feeling“ der Bücher mitzugeben – und eine große Freude, wenn das gelingt.

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Nun ein kleiner Schwenk in die zweite Buchreihe von Diana Gabaldon. Viele Leser sehen die Lord-John-Romane als Lückenfüller zur Highland-Saga. Ich selber bin da völlig anderer Meinung, denn ich finde Lord John ist eine so wunderbare Figur, die ihre eigene Reihe verdient hat. Wie gefällt Ihnen die Lord John-Reihe?

Das sind tolle Bücher, die mir beim Lesen und Übersetzen nicht weniger Spaß machen als die großen Romane, denen sie erzählerisch absolut gleichwertig sind, auch wenn sie „kompakter“ sind.

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Ich glaube gelesen zu haben, dass Sie auch auf den Lesereisen von Diana Gabaldon in Deutschland mit dabei sind. Können Sie ein bisschen erzählen, wie diese Lesungen dann ablaufen? Ich denke, dass es einige Fans noch nicht live erleben konnten.

Da sich herausgestellt hat, dass die meisten deutschen Besucher der Lesungen genug Englisch können, um zumindest in Ansätzen zu verstehen, was Diana liest, moderiere ich ihre Texte nur an und fasse zusammen, was sie zwischendurch erzählt. Wir sind auch da ein gut eingespieltes Team, und den Reaktionen des Publikums nach funktioniert unser Konzept ganz gut.

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Was macht Barbara Schnell, wenn sie gerade keine Romane von Diana Gabaldon übersetzt? Ich weiß, Sie arbeiten als freie Journalistin. Wie sieht Ihr sonstiger Arbeitstag aus?

Ich arbeite als Pferdesportjournalistin und -fotografin und betreue die Websites einer ganzen Reihe von Athleten. Das sorgt für viel Abwechslung und verhindert, dass ich am Schreibtisch festwachse.

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Neben der Übersetzungsarbeit gilt Ihre ganze Liebe den Pferden und auch der Fotografie. Sind Sie privat auch eine begeisterte Leserin? Welche Autoren lesen Sie gerne?

Ich lese gern gute Krimis. Zu meinen Lieblingsautoren zählen Dana Stabenow (auch von ihr habe ich zwei Bücher ins Deutsche übersetzt; leider hat die Reihe um die aleutische Spürnase Kate Shugak in Deutschland nicht viele Leser gefunden), Don Winslow oder Ian Rankin. Humor und Satire können mich auch begeistern, z.B. von P.G. Wodehouse oder Terry Pratchett. Ein Buch, das ich immer wieder lesen kann, ist aber auch „Der Herr der Ringe“.

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Nun gehe ich noch einmal zurück zur Highland-Saga. Haben Sie einen Favoriten unter den verschiedenen Teilen der Romane? Gibt es Bände, die Sie schlechter finden, und ist Diana Gabaldon für Sie von Mal zu Mal gewachsen und besser geworden?

Es ist Teil der Faszination dieser Bücher zu sehen, wie Diana als Erzählerin wächst und kühner wird. Trotzdem kann ich kein Lieblingsbuch aus der Serie benennen.

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Meine letzte kurze Frage: Wer ist ihr Lieblingscharakter in Diana Gabaldons Büchern?

Jamies Neffe Ian.

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Ich danke Ihnen ganz herzlich für die Zeit zur Beantwortung meiner Fragen und ich selber – sowie alle anderen Fans – werden ungeduldig auf den Abschluss ihrer derzeitigen Arbeit warten:

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A Trail of Fire“ — Deutscher Titel: „Zeit der Stürme“ – vier Kurzromane von Diana Gabaldon, erscheint am 16. September 2013 bei blanvalet

Zeit der Stürme

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Written in my Own Heart’s Blood“Band VIII der Highland-Saga, ein Erscheinungsdatum steht noch nicht fest

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Wer mehr über Barbara Schnell erfahren möchte …. www.bschnell.de

Deutsche Fassung der offiziellen Website von Diana Gabaldon: www.dgabaldon.de

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© Buchwelten im August 2012

Diana Gabaldon – Die Fackeln der Freiheit (5/5)

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Erschienen als
gebundene Ausgabe
im blanvalet Verlag
576 Seiten
Preis: 19,99 €
ISBN:  978-3-7645-0177-8
Kategorie: Belletristik

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London im Jahre 1760. Lord John erhält ein höchst brisantes Dokumentenpaket seines verstorbenen Freundes Charles Carruthers. Es beschreibt die diversen Vergehen des Majors Gerald Siverly innerhalb der britischen Armee. Diese Vorwürfe beginnen bei Diebstahl und Korruption, gehen weiter über das Versagen zur Verhinderung einer Meuterei, bis hin zu Mord und zuletzt Hochverrat.

Desweiteren findet sich in den Unterlagen ein Gedicht, das in dem irischen Gälisch Gaeilge verfasst ist. Dieses Gedicht kann weder Lord John, noch sein Bruder Hal übersetzen. Doch Hals Frau Minnie, die sich mit derart Dokumenten ein wenig auskennt und einen Blick darauf wirft, kann wenigstens den Hinweis auf die Sprache geben.

Lord John zeigt diese Unterlagen seinem Bruder Hal, dem Herzog von Pardloe und der ist alles andere als begeistert von diesen Dokumenten. Er will den sich derzeit in Irland befindlichen Major nach England zurückholen lassen, damit er vor ein ordentliches Kriegsgericht gestellt wird. Der Major soll für seine üblen Vergehen gegen die englische Krone büßen.

Ohne seinen Bruder im Vorfeld darüber zu informieren, beschließt Hal, Jamie Fraser aus Helwater holen zu lassen. Dort verbüßt der wegen Hochverrat verurteilte Schotte Fraser seine Strafe unter dem Eid des Ehrenwortes. Dafür hatte seiner seinerzeit Lord John selbst gesorgt, denn als Verwalter des Gefängnisses Ardsmuir hatte er eine Beziehung zu Fraser aufgebaut, die einer Freundschaft doch recht nahe kam.

Jamie fühlt sich in Helwater eigentlich recht wohl. Kann er doch seine Arbeit bei den Pferden verrichten und außerdem seinem unehelichen Sohn William immerhin ab und zu nahe sein. Natürlich weiß niemand, dass Jamie der wahre Vater des zukünftigen Grafen von Ellesmere ist. Der kleine William ist nun beinahe drei Jahre alt und hat seine Begeisterung für Pferde entdeckt, so kommt es, dass er sich immer öfter bei den Tieren und somit in Frasers Nähe aufhält.

Als zwei englische Soldaten Jamie in Helwater abholen und nach London bringen, weiß er nicht was ihn dort erwartet. Man klärt ihn über das Ziel dieser Reise nicht auf. Das ändert sich, kurz nach seinem Eintreffen in London. Lord John und der Herzog von Pardloe legen ihm das irische Gedicht vor, welches er übersetzen soll. Er kann es nicht hundertprozentig, doch das irische Gälisch ist dem schottischen recht ähnlich, so kann er es immerhin sinngemäß.

Und natürlich versteht Jamie Fraser auch sofort den Inhalt dieses Gedichts. „Die wilde Jagd“ ist nichts anderes als eine verschlüsselte Note, die die jakobitischen Verschwörer zu einem erneuten Aufstand gegen die englische Krone aufruft.

Als Lord John Jamie darüber informiert, dass dieser mit ihm nach Irland reisen wird um den korrupten Major Siverly zu stellen und mit dem Wissen über das Gedicht der „Wilden Jagd“ zu konfrontieren, gerät er in ein heftiges Dilemma. Wenn er sich weigert, kann es passieren, dass er nicht wieder nach Helwater zurückkehren kann, um dort seinem Sohn William Nahe zu sein. Wenn er Lord John unterstützt, dann verrät er seine alten Kameraden.

Es führt kein Weg daran vorbei. Jamie und Lord John begeben sich auf die Reise nach Irland und es scheint plötzlich, als könne diese das angerissene Band der Freundschaft zwischen den beiden Männern die einst bestand, vielleicht wieder festigen.

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Ich bin ein absolut geständiger Fan der Romane von Diana Gabaldon. Hier spreche ich nicht nur von den „großen“ Romanen der Highland-Saga, sondern auch von den bisherigen Romanen um den smarten englischen Soldaten Lord John.

Die Romane der Autorin haben absolut nichts mit einer kitschigen, triefigen Liebesgeschichte gemein, wie es eventuelle Autoren liefern, die auf den „Schottland-Zug“ aufgesprungen sind. Wie viele „Küss-Mich-Highlander“ Cover habe ich den Buchläden gesehen, die sicherlich nichts mit den ausführlichen Werken von Diana Gabaldon gemeinsam haben.

Lord John war ursprünglich nur eine Nebenfigur der Highland-Saga, die aber auf Grund ihrer Tiefe und Liebenswürdigkeit die eigene Reihe absolut verdient hat. Und ich empfinde diese dünneren Werke um Lord John auch keinesfalls als Lückenfüller, sondern genieße es ungemein dessen Abenteuern und Erlebnissen beizuwohnen.

Das interessante und brisante an dieser Figur ist sicherlich ihre sexuelle Neigung. Lord John ist nicht nur ein treuer Diener der englischen Krone und ein Soldat mit Leib und Seele aus gutem Hause. Er ist homosexuell und fühlt sich zudem noch sehr zu dem Schotten James Fraser hingezogen.

Ich hatte es bereits in meiner Rezension zu „Die Sünde der Brüder“ geschrieben. Es ist einfach fantastisch zu lesen wie die Autorin es (als Frau) schafft  diese Figur zu beleben. Es gibt auch in diesem Roman wieder sehr erotische Szenen und Momente. Und diese sind demnach folglich homosexueller Natur. Die Autorin beschreibt sie in einer so sinnlichen, stillen Art, dass die Buchseiten knistern. Ich spreche hier nicht von ausufernden Sexszenen, die abartig oder abstoßend sind, sondern von schöner Sinnlichkeit.

Aber diese Momente machen natürlich nicht das gesamte Buch aus. Es ist wieder einmal sehr politisch und historisch gut recherchiert. Es geht um Ehre, Glaube, Kampf und Verrat. Die Autorin hat fiktive Figuren mit realen kombiniert. Hierzu gibt es im Anhang noch interessante Zusatzinformationen.

Zu Beginn des Buches musste ich mich kurz in der Zeit orientieren. Denn dieser Lord John Roman handelt vom Jahr her im dritten Teil der Highland-Saga (Ferne Ufer).

Also waren wir Leser bei der Lektüre des letzten Bandes der Highland-Saga (Echo der Hoffnung) bereits viele Jahre im Voraus. Doch es fiel mir nicht schwer, mich zurechtzufinden und ich hatte ein Gefühl des „Nach-Hause-Kommens“.

Dieser Roman beschreibt einen Zeitraum, der in der Highland Saga nicht vorkommt, man erfährt viel zusätzliches über das, was Jamie erlebt und mich hat es in keiner Weise gestört, dass Claire nicht dabei ist.

Der Schreibstil war wie gewohnt besonders gut und gehoben. Die Autorin schreibt sehr ausführlich, in langen, verschachtelten Sätzen. Schauplätze und Orte sind so detailgetreu und ausgiebig beschrieben, dass es mir als Leser nicht schwerfällt, sich komplett in der Handlung fallen zu lassen. An dieser Stelle noch einmal ein Lob an die Übersetzerin Barbara Schnell, die bis auf die ersten zwei Teile alle Bücher von Diana Gabaldon übersetzt hat und mit Sicherheit Mammutarbeit leistet.

Dieser Roman ist für einen Lord-John Roman relativ dick, doch ich war – je näher ich zum Ende kam – doch traurig, dass es schon wieder vorbei ist. Ich wäre gerne noch ein bisschen länger bei den Menschen zwischen den Buchdeckeln geblieben.

Doch als kleines Trostpflaster gibt es neben der ausführlichen Danksagung der Autorin und ihren zusätzlichen Anmerkungen noch einen Vorgeschmack auf den neuen Band der Highland-Saga.

Das Buch wird vom blanvalet-Verlag in einer gebundenen Ausgabe mit Leseband präsentiert und ist im typischen, schlichten Design den anderen Roman der Autorin angepasst. Ein orangefarbenes Cover, dass von einem alten Symbol geziert wird. So sehen alle Bücher nebeneinander im Buchregal absolut stimmig aus.

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Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für diesen Lord-John Roman, der alles andere als ein Lückenfüller ist. Spannung, Humor und auch Sinnlichkeit hat er zu bieten. Auf knappen 500 Seiten kann der Leser Lord John und James Fraser begleiten und es ist mir nicht annähernd langweilig geworden.

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Ich danke dem blanvalet-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

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© Buchwelten 2012