Die Überfahrt von Mats Strandberg

Erschienen als Taschenbuch
im Fischer Tor Verlag
insgesamt 505 Seiten
Preis: 14,99 €
ISBN: 978-3-59629599-9
Kategorie: Horror

.

Es sollte eine Überfahrt wie jede andere sein. Die Baltic Charisma kreuzt zwischen Stockholm und der finnischen Südküste. Unter den Passagieren befinden sich Singles, die das Abenteuer für eine Nacht suchen, ein homosexuelles Paar, aber auch ein ehemaliger Schlagerstar, der sein Selbstbewusstsein mit Auftritten in der Bar der Fähre aufrechterhalten will oder eine ganz normale Familie. Niemand schenkt der Frau, die zusammen mit ihrem Sohn, die Fähre betritt, Aufmerksamkeit. Doch dann bricht plötzlich ein uraltes Grauen über die Menschen auf der Fähre aus. Schon bald kämpft jeder um sein Überleben, denn grausige Kreaturen nehmen von dem Schiff Besitz …

.

Der Verlag wirbt mit einem Zitat der überregional schwedischen Tageszeitung „Dagens Nyheter“, die Mats Strandberg als „schwedischen Stephen King“ bezeichnet. Ein größeres Lob hätte sich der sympathische Schwede nicht wünschen können, der bereits mit seiner „Engelsfors“-Trilogie, die er zusammen mit  Sara B. Elfgren verfasste, einen beachtlichen Erfolg verzeichnen konnte. Mit „Die Überfahrt“ gelang ihm nun allerdings ein echter Pageturner, der es wahrlich in sich hat. Strandberg baut die Spannung langsam auf, was mir außerordentlich gut gefallen hat. Ich gestehe sogar, dass mich gerade die ruhige Einführungsphase, in der alle Protagonisten vorgestellt wurden, richtiggehend begeistert hat. Entgegen vieler Meinungen, die Charaktere wären nicht gut ausgearbeitet, behaupte ich hier schlichtweg das Gegenteil. Zumindest die Hauptprotagonisten sind sehr nachvollziehbar in ihren Beweggründen und Handlungen konzipiert. Ich für meinen Teil konnte mich mit dreien der Hauptfiguren absolut identifizieren und habe auch mit ihnen gelitten und gebangt.

Mats Strandberg schreibt aber aus meiner Sicht nicht wie Stephen King, sondern besitzt einen eigenen Stil, der absolut unterhaltsam und flüssig zu lesen ist. Die Ideen wirken manchmal „geklaut“, was aber überhaupt nichts ausmacht, denn Strandberg verwebt sie geschickt in seine eigene Handlung und vor allem in seine eigene, sehr dichte Atmosphäre. Der klaustrophobische Handlungsort tut das seine dazu, um eine perfekte Mischung aus Abenteuer- und Horrorgeschichte zu zaubern. Letztere ist dann auch noch gehörig mit Splattereinwürfen gespickt, die die bedrohliche Situation noch unterstreichen. Vom Tempo her könnte ich mir Strandbergs Horrorszenario sehr gut in einer Verfilmung von Altmeister John Carpenter vorstellen. Der Plot wirkt ohnehin filmreif auf mich, denn wenn man sich durch die bildhaft beschriebenen, teils ausweglosen Situationen liest, bekommt man ein Kopfkino allererster Klasse geboten. Strandberg beherrscht es neben seiner flüssigen Schreibweise auch hervorragend, Dialoge und Gedankenmonologe zu verfassen.  

Mats Strandberg erschuf eine Geschichte, die von der Stimmung her an Filme wie „Alien“, „Shining“, den ersten „Resident Evil“-Teil oder auch „Rec“ erinnert. Das Grauen kommt an einen Ort, an dem es kein Entkommen gibt. Genau so verhält es sich auch bei „Die Überfahrt“, wo ein bunt zusammengewürfelter Haufen sich gegen eine Invasion von bösen Dämonen verteidigen muss. Aber der Plot wirkt niemals kopiert. Großes Plus sind die aus dem Leben gegriffenen Charaktere, die so authentisch wirken, als gäbe es sie wirklich. Und wenn sich dann ihre Geschichten in der zweiten Hälfte des Romans immer mehr verbinden, möchte man das Buch schlichtweg nicht mehr aus der Hand legen. Strandbergs Geschöpfe sollen eine Art Vampir sein, die noch am ehesten an die Kreaturen aus „30 Days Of Night“ erinnern. Aber irgendwie denkt man im Laufe des Romans auch immer wieder an Zombies. Und so hat der Autor wohl seinen ganz eigenen Vampirmythos „erfunden“, der im Gedächtnis haften bleibt. Vor allem auch die Gedanken, die er seinen „Monstern“ auf den Leib schreibt, sind innovativ.

Manch einer wird die Brutalität in diesem Buch zu heftig finden. Ich persönlich fand genau diese Mischung aus einfühlsamen, ruhigen Passagen und harten Splattereinlagen optimal. „Die Überfahrt“ ist nicht zu brutal, sondern zeigt einfach nur, wie blutig die Kreaturen unter den Passagieren wüten. Hätte Strandberg einen Gang zurückgeschraubt, wäre das Szenario für mich nicht mehr glaubwürdig gewesen. So aber wird man aus den teils melancholischen Gedankengängen der Protagonisten mit einer schockierenden Härte herausgerissen und in einen Alptraum aus Blut und Gedärmen gezerrt. Gerade diese Mischung machte „Die Überfahrt“ für mich zu einem echten Highlight und ich konnte es oftmals gar nicht erwarten, auf die Baltic Charisma zurückzukehren, um zu erfahren, wie es den Passagieren geht. Für mich ist Mats Strandbergs Horrorroman eine erfreuliche Neuentdeckung, die mich auf jeden Fall auf ein weiteres Werk des Autors neugierig macht. Ach ja, und wie gesagt: Ich würde mir eine Verfilmung wünschen. 😉

.

Fazit:  Spannender und atmosphärisch dichter Horrorroman mit blutigen Splattereinlagen. Anfangs ruhig baut sich die Spannung konstant bis zum fulminanten Ende auf.

© 2017 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Mind Control von Stephen King (Bill Hodges Serie III)

.

Mind Control von Stephen King

Erschienen als gebundene Ausgabe
bei HEYNE
Originaltitel: End of Watch
insgesamt 528 Seiten
Preis:  22,99  €
ISBN: 978-3-453-27086-2
Kategorie: Krimi / Thriller
Übersetzer: Bernhard Kleinschmidt
.

Brady Hartsfield, bekannt als der Mercedes Killer sitzt/liegt als „Matschbirne“ in einer Klinik für Neurotraumalogie, auch genannt „die Schüssel“, und fristet ein elendes Dasein. Denken zumindest alle, ist aber nicht so, denn Brady ist abgrundtief böse und das Böse in ihm gibt nicht auf. Sein Körper ist ein Wrack, doch Brady findet andere Mittel und Wege seine Macht- und Rachegelüste zu nutzen und umzusetzen.

In der Stadt geschehen plötzlich vermehrt ungeklärte Selbstmorde. Besondere Umstände bringen den ermittelnden Polizisten dazu, seinen Ex-Partner William Kermit (auch genannt Bill) Hodges zu kontaktieren. Denn der hat eine Ahnung, und bringt diese Geschehnisse mit niemand anderem als Brady Hartsfield in Verbindung …

***

Wer die ersten zwei Bände der Mr. Mercedes Reihe gelesen hat, der kennt Brady Hartsfield und der weiß, dass dieser Typ einfach nur ein mieses, böses Etwas ist. Und Stephen King findet hier einen absolut guten, spannenden und gut ausgeklügelten Abschluss seiner Reihe. Wir treffen auf alte Bekannte wie Jerome und Holly Gibney, mit der Bill nach dem ersten Band das Büro „Finders Keepers“ gegründet hat. Diese Charaktere wiederzutreffen und sie zu begleiten macht großen Spaß. Holly hat sich prächtig entwickelt (zumindest für ihre Verhältnisse) und ich habe mich mit ihnen allen sehr wohl gefühlt.

Stephen King flechtet in seine Handlung sehr gut die neumodischen Phänomene wie den großen Einfluss sozialer Netzwerke (in dem Fall bei Teenagern) und die gefährlich hypnotisierende und abhängig machende Wirkung von Smartphones und Computerspielen ein. Wie oben herauszulesen ist, spielt auch das Thema Suizidgefahr und Gedankenbeeinflussung eine große Rolle. Diese Themen hat Stephen King sehr überzeugend und erschreckend deutlich hervorgebracht. Für mich war dieser abschließende Teil irgendwie eine typische X-Akte :-). Mehr mag ich an dieser Stelle nicht verraten. Aber ich würde jedem Neugierigen empfehlen, alle drei Teil zu lesen, denn die Handlung ist komplex und baut aufeinander auf.

Das Ende des Romans ist gut gelungen und für mich (leider) passend. Nicht enttäuschend und zu schnell herbeigeführt, wie es der Autor in seinen früheren Werken leider oft geliefert hat. Aber dies ist beim „neuen“ King mittlerweile grundsätzlich viel besser geworden.

Das einzige was mich wirklich stört und nervt, ist, warum ein Verlag einen englischen/amerikanischen Originaltitel in einen nicht deutschen Titel übersetzt. Absolut blöd und unsinnig. Ich gebe zu, dass der „deutsche“ Titel „Mind Control“ ziemlich gut zur Handlung passt, wobei er meiner Meinung nach schon zu viel preisgibt. Aber Stephen King, besser gesagt in diesem Fall seine Frau Tabitha, hat im Original den Titel „End of Watch“ gewählt. Und dabei werden sich die beiden garantiert etwas gedacht haben. Mich jedenfalls hat er zum nachdenken angeregt, wie das wohl konkret gemeint ist.

Aber dass Verlage Originaltitel aus dem englischen für unseren Markt in einen englischen Titel „übersetzen“ ist ja leider nichts Neues. Ich kann und muss das nicht verstehen. Dann kann man doch einfach den Originaltitel beibehalten, denn die Leser, die kein Englisch sprechen, müssen sowieso ein Wörterbuch (haha) zu Rate ziehen.

.

Fazit: Ein gelungener, würdiger, absolut fesselnder Abschluss der Bill Hodges Reihe, der mit einem Schluss die Reihe beendet, der der gesamten Handlung absolut gerecht wird. Achtet auf die roten, flitzenden Fische … oder nein, lieber nicht ….

.

© Buchwelten 2016

Finderlohn von Stephen King

.

King
Erschienen als gebundene Ausgabe
bei Heyne
insgesamt 544 Seiten
Preis:  22,99  €
ISBN: 78-3-453-27009-1
Kategorie: Thriller

.

1978 – John Rothstein, Autor der erfolgreichen Jimmy Gold-Trilogie lebt seit vielen Jahren zurückgezogen und hat lange nichts veröffentlicht. Eines ruhigen Abends dringen drei junge Männer in sein Haus ein und der berühmte Schriftsteller wird brutal ermordet. Kopf der drei Verbrecher ist Morris Bellamy, ein mehr als fanatischer Anhänger des Autors. Und eben der begeht den Mord nicht etwa aus Habgier, sondern einzig und allein aus Rache und Wut darüber, wie der Autor die Trilogie hat enden lassen. Den Wandel, den der Protagonist der Reihe durchlebt hat, konnte und wollte Bellamy nicht akzeptieren, er sah ihn als Verrat an. Als Beute nehmen die Eindringlinge nicht nur eine große Menge Bargeld mit, sondern auch einen kompletten Tresor voller Notizbücher, die Rothstein über Jahre hinweg Seite um Seite von Hand beschrieben hat. Für Bellamy ist dieser Teil der Beute der einzig wichtige. Morris Bellamy vergräbt die gesamte Beute zunächst, weil die Umstände es erforderlich machen und kommt dann, einige Monate später, dummerweise für ein ganz anderes Verbrechen ins Gefängnis. Und dort bleibt er auch die nächsten 28 Jahre.

2009 – Pete Saubers ist ein Junge aus einem eigentlich völlig normalen Elternhaus. Einzig der Umstand, dass sein Vater durch einen Unfall schwer verletzt wurde, bereitet der Familie große Schwierigkeiten. Sie kommen finanziell kaum noch über die Runden und Pete und seine Schwester müssen die Streitigkeiten der Eltern leider immer öfter ertragen. Da kommt Pete sein zufälliger Fund wie ein wahrer Segen vor. Denn Pete findet Bellamys vergrabene Beute durch puren Zufall. Er nutzt zunächst das Geld seines „Schatzes“ dafür, um seine notleidende Familie über die Runden zu bringen.

Nach 35 Jahren wird Morris Bellamy auf Bewährung aus der Haft entlassen. Natürlich will er als erstes nach seiner vergrabenen Beute sehen, denn all die Jahre im Knast hat ihn einzig und allein die Freude auf die ungelesenen Notizbücher aufrecht gehalten. Als er bemerkt, das seine Beute verschwunden ist, macht sich Bellamy auf die Suche. Und natürlich kommt er Pete Saubers auf die Spur. Nun ist Detective Hodges gefragt. Kann der Cop im Ruhestand, der bei Mr. Mercedes schon sehr erfolgreich „ermittelt“ hat, Pete helfen und den irren, fanatischen Anhänger des ermordeten Autors aufhalten ….?

***

Der „neue“ King. Man mag ihn oder nicht. Ich mag ihn. Ein mir bekannter King-Fan sagte mal, dass man bei ihm die ersten 100 Seiten getrost überlesen kann, weil er immer erst dann in die Handlung gefunden hat. Bei Mr. Mercedes war das schon ganz und gar nicht der Fall. Da wurde der Leser gleich zu Anfang mit Drama und Chaos, Action und Tod konfrontiert. Auch hier ist das der Fall. King geht es überhaupt nicht ruhig an, sondern kommt direkt zur Sache. Und die ist nicht unbedingt seicht.

Finderlohn ist der zweite Teil um den alternden Detective Hodges, der schon in Mr. Mercedes so brillante Arbeit geleistet hat, nachdem er damals durch den Killer selbst aus seiner Lethargie gerissen wurde. Auch hier spielt Hodges wieder eine große Rolle und wir treffen neben ihm auch weitere Personen wieder, die wir noch aus Mr. Mercedes kennen. Allerdings spielt er erst recht spät eine Rolle.

King beginnt seine Erzählung mit zwei Handlungssträngen in der Vergangenheit. Einmal im Jahre 1978 ff den Strang um Bellamy und dann im Jahre 2009 den Strang um den Jungen Pete Saubers. Wir verfolgen die beiden einige Jahre dann, bevor King dann in die Gegenwart wechselt. Und dies nicht nur in seiner Erzählung, sondern auch in der Zeitform.

Wie die Vorgänger liefert King hier einen Roman, der eher von einer ruhigen, aber sehr dichten und komplexen Stimmung getragen wird. Dennoch gibt es sehr heftige Szenen, die an Blut, Dramatik und Nervenzerren ganz und gar nicht sparen. Ich mag diesen neuen Stil von Stephen King sehr. So hat er bereits „Joyland“ und „Der Anschlag“ geschrieben und nun eben auch „Mr. Mercedes“. Viele mögen dies zu langatmig und zäh finden, mir geht es gar nicht so. Ich tauche in die Geschichte ein, begleite die Protagonisten über viele Jahre, bekomme Einblicke in deren Charaktere, ihr Umfeld und genieße es, mich durch die Geschichte treiben zu lassen. Und ich finde es sehr positiv, dass mir seitdem auch endlich die Enden von Kings Romanen gefallen. Denn die fand ich bei den älteren Werken oft leider mäßig, missglückt oder zu kurz abgefertigt. An ganz vielen Stellen des Romans finden sich sehr gute Aussagen, bezogen auf die Arbeit eines Schriftsteller und die Liebe der Leser. Mich haben diese Stellen immer an sein Buch „Das Leben und Schreiben“ erinnert (ich fand es toll). Ich muss eine kleine Stelle zitieren:

„Eine der beglückendsten Erfahrungen, die man als Leser im Leben machte, war die ein Leser zu sein – also nicht nur lesen zu können ……, sondern in die Tätigkeit als solche vernarrt zu sein. Hoffnungslos. Hals über Kopf. Das erste Buch, das dies zustande brachte, vergaß man nie, und jede einzelne Seite schien eine neue Offenbarung mit sich zu bringen, eine die brannte und begeisterte …“

Eine Kleinigkeit noch: Ich habe bei einer Figur das Gefühl nicht losbekommen, dass Stephen King die Serie Twin Peaks gesehen und gemocht hat. Denn der flippige Englisch Lehrer von Pete Saubers, namens „Ricky the Hippie“ erinnert mich sehr stark an Dr. Jacoby :-). Bauschige Hemden, Schlaghosen und sonstiges Hippie-Outfit haben mich immer genau diese Person sehen lassen …

Mein Fazit: Eine absolut gelungene Fortsetzung von Mr. Mercedes, die mich in einer ruhigen, stimmungsvollen Atmosphäre gefesselt hat. Einerseits kommt der Roman gemächlich daher und andererseits ist er voller dramatischer, heftiger, brutaler und sehr erschreckender Szenen. Die Figuren bieten alles zwischen liebenswert und total irre, sind jedoch charakteristisch alle sehr echt und glaubhaft gezeichnet. Ich freue mich sehr auf den dritten Teil!

.

© Buchwelten 2015

Revival von Stephen King

Revival

Erschienen als gebundene Ausgabe
im HEYNE Verlag
insgesamt 512 Seiten
Preis: 22,99 €
ISBN: 978-3-453-26963-7

Jamie Morton ist 6 Jahre alt und lebt in einer glücklichen amerikanischen Familie bestehend aus seinen Eltern, seinen drei älteren Brüdern und seiner Schwester Claire. Jamie spielt gerade vor dem Haus auf der Straße mit seinen geliebten Spielzeugsoldaten, als er das erste Mal auf den neuen Reverend der Stadt, Charles Jacobs, trifft. Dieser ist selbst noch recht jung mit seinen 25 Jahren, als er die Pfarrerstelle antritt. Mit dabei seine junge Frau Patsy und der kleine Sohn Morrie (das Klettchen). Der Reverend und seine Familie sind bei allen sehr beliebt. Die Kinder gehen gern in die Jugendgruppe, wo Reverend Jacobs auch immer sein Hobby, die Elektrizität, zur Schau stellt und die Kinder und Jugendlichen zum Staunen bringt.

Als ein schrecklicher Unfall Jacobs seine Liebsten nimmt, fällt er quasi vom Glauben ab und in seiner letzten Predigt, verflucht er Gott bis aufs letzte und der Rauswurf aus der Gemeinde ist unvermeidlich. Jacobs verlässt die Stadt und Jamie verabschiedet sich als einziger von ihm.


Jamie ist mittlerweile Mitte 30, war Musiker in diversen Bands und ist schwer heroinsüchtig, als er auf einem Jahrmarkt in Tulsa erneut auf seinen alten Freund Jacobs trifft. Der verdient sich mittlerweile seinen Lebensunterhalt mit der Elektrizität. Er hat sein Hobby zum Beruf gemacht und fasziniert seine Zuschauer mit besonderen Blitzportraits. Jamie bleibt eine Weile bei ihm, wird von seinem alten Freund sogar von seiner schweren Sucht geheilt. Dennoch ist Jacobs Jamie nicht geheuer. Irgendetwas hat der ehemalige Reverend an sich, dass Jamie Angst einflösst …

***

Eigentlich erzählt dieses Buch nur die Lebensgeschichte von Jamie Morton, den wir als kleinen Jungen kennenlernen. Dann erlebt der Leser mit, wie er sich als Teenager mit der Gitarre seines großen Bruders das Spiel beibringt (der ganze Scheiß fängt mit einem E an!), Jamie im Laufe seines Erwachsenwerdens mit Bands umherzieht, er Verluste einstecken muss, selbst schwer abstürzt, wieder auf die Füsse kommt und dann ein besseres Leben beginnt.

Für viele Leser mag das total langweilig sein, mich hat es absolut gefesselt. Mir ist Jamie im Laufe seiner Jahre/der Handlung sehr ans Herz gewachsen. Das Jamie im Laufe der Geschichte immer wieder auf Charles Jacobs trifft, ist seltsamerweise nicht verwunderlich,  irgendwie scheinen die beiden miteinander verbunden zu sein. King hat nicht nur das Wesen seines Protagonisten, sondern auch den Charakter des Reverend sehr gut ausgearbeitet. Auch wenn er mit den Jahren immer düsterer, unheimlicher, verrückter und besessener wird, so bleibt er irgendwie auch immer der nette Kerl, der mit Mitte 20 Jamies Herz erobert hat, weil er einfach nett zu ihm war. Und nach dem schrecklichen Vorfall, der mich selbst total geschockt hat (der übrigens in der typischen „alten“ King-Grausamkeit geschrieben ist), fand ich seine Reaktion überhaupt nicht abwegig. Auch wenn diese Worte schon sehr blasphemisch daherkommen, sind sie sehr nachvollziehbar. 

Stephen King liefert hier eine Story, die mich ein wenig an LOVE erinnert hat und die sehr viel Einfluß von Lovecraft haben soll. Das kann ich nun nicht wirklich beurteilen, da ich seine Geschichten nie gelesen habe. Ich kenne sie nur vom Erzählen, den Covern und den Klappentexten unserer Lovecrafts in der Bibliothek hier. Ich habe bei einer Bloggerkollegin gelesen, dass man vorher „Briefe aus Jerusalem“ aus Nachtschicht lesen sollte und das habe ich getan. Bis auf eine kleine Gemeinsamkeit war aber nicht viel an Verbindung herauszulesen.

Alles in allem fand ich diesen Roman sehr gefühlvoll, teils sehr traurig und schockierend. Vor allem die familiären Momente haben mir sehr gut gefallen und mich dann stellenweise mitgenommen. Jamie wird älter, seine Brüder werden älter und als er dann nach vielen Jahren in seinem Heimatort wieder die Gitarre in die Hand nimmt und spielt, wo alles begann, war auch das eine sehr emotionale Szene.

Mein Fazit: Ein King, der für viele langweilig und langatmig ist. Für mich war er gefühlvoll, dramatisch, düster, schockierend und schön 🙂

Ich danke dem HEYNE Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

.

© Buchwelten 2015

Mr. Mercedes von Stephen King

.

Mr. Mercedes

Erschienen als gebundene Ausgabe
im Heyne Verlag
insgesamt 592 Seiten
Preis: 22,99 €
ISBN 978-3-453-26941-5
Kategorie: Thriller

.

Ein nebliger Frühmorgen irgendwo in den USA. Viele hundert Menschen warten seit Stunden vor der Stadthalle des Ortes, wo bald die jährliche Jobbörse ihre Türen öffnen wird. Mitten in der Nacht sind die Arbeitssuchenden aufgestanden und haben sich dort eingefunden, um endlich eine Arbeit zu finden. Männer, Frauen, Junge und Alte. Alle warten sie geduldig auf Einlass.

Doch dazu wird es nicht kommen. Urplötzlich blenden Scheinwerfer im Nebel auf und bevor die Wartenden registrieren, dass es ein PKW, ein schwerer Mercedes ist, der dort mitten auf die Menge zusteuert, ist es bereits zu spät. Der Fahrer hält nicht an, ganz im Gegenteil. Bewusst und voller Absicht rast er in die Menschenmenge und bringt viele der Menschen um, andere haben etwas mehr Glück, werden „nur“ schwer verletzt und bleiben als Krüppel zurück. Der Mörder flieht und der Fall ist nach über einem Jahr noch immer nicht aufgeklärt.

Detective Kermit William Hodges ist in den Ruhestand gegangen, ohne dass es ihm gelungen ist, seinen letzten Fall aufzuklären. Er hat im Fall Mr. Mercedes ermittelt, konnte den Killer jedoch nicht aufspüren. Nun fristet er in seinem Rentnerdasein dahin. Lebt in den Tag hinein, sieht zu viel fern, isst zuviel Ungesundes und langweilt sich zu Tode. Im wahrsten Sinne des Wortes: Beinahe täglich spielt er mit seinem Revolver herum und überlegt, ob nicht einfach dem öden Dasein ein Ende setzen soll.

Nun, dabei hat Mr. Mercedes Hodges offensichtlich beobachtet, denn er schreibt ihm einen Brief, der ihm klarmachen soll, wer ihm schreibt. Außerdem soll er Hodges provozieren. Mr. Mercedes würde nichts lieber sehen, als dass der Rentnercop sich endlich das Leben nimmt. Das wäre ein großer Spaß. Doch da hat Mr. Mercedes sich schwer geirrt. Denn mit seinem langen Brief erreicht er genau das Gegenteil: er reißt Hodges aus seiner Lethargie, weckt erneut das Feuer der Jagd in ihm und gibt ihm eine Aufgabe! Hodges macht weiter. Auf eigene Faust stellt er unauffällige Ermittlungen an und versucht alles, um diesen irren Mr. Mercedes endlich zu schnappen ….

***

Ein lieber Facebook-Freund sagte kürzlich: Die ersten 100 Seiten könnte man bei Stephen King getrost überblättern, denn solang braucht er immer, um in seine Handlung hineinzufinden. Nun, hier ist es definitiv nicht so. Es geht einige Seiten ruhig an, dann wird man jedoch sofort mit Grausamkeit und Unglück konfrontiert. Leser, die sich auf der Homepage des Verlages die Leseprobe durchlesen, bekommen bereits das geboten, wovon ich hier gerade schreibe, ohne etwas zu verraten.

King schreibt in seinem gewohnten Stil des „neuen“ King, also vergleichbar mit Joyland oder eher noch Der Anschlag. Die alten Horror-Schocker Momente gibt es so nicht mehr. Was aber nicht heißt, dass King seicht geworden ist. Die Grundstimmung des Romans ist eher ruhig, was mir gut gefällt. Dennoch wurde ich absolut gefesselt und empfand die Handlung als sehr spannend und teilweise auch wirklich schlimm! Aber es wechseln sich dramatische Szenen mit ruhigeren ab, damit der Leser auch zur Ruhe kommt, mir gefällt das. Die Protagonisten könnten unterschiedlicher nicht sein. Und jeder einzelne von ihnen war sehr gut ausgearbeitet und dargestellt. Sehr glaubhafte, nette und auch böse, irre Charaktere habe ich während meiner Lektüre getroffen.

Stephen King hat einige nette Anspielungen auf seine alten Bücher und auch alt bekannte Filme verbaut, diese Hinweise erkennen Fans sogleich.

Selbst das Ende, die bei King ja oft, nennen wir es mal Geschmackssache sind, gefällt mir in diesem Falle sehr gut und ich empfinde es als gelungen und passend. Es gibt doch einige Kings, wo ich die Handlung total klasse fand und beim Ende dann eher unzufrieden war, z.B. bei Wahn oder damals ES. Den dunklen Turm nehme ich jetzt mal raus, denn da ist das Ende auch seltsam, dennoch könnte ich die komplette Reihe sofort wieder lesen, weil sie mich nicht los lässt :).

Zum Cover gibt es hier von mir ein Lob an den Verlag, es ist identisch mit dem Original. Eins zu Eins übernommen, dass finde ich sehr gut. Bei den Stephen King Romanen gehe ich nämlich immer hin, und schaue mir die Originalausgaben an. Da fällt mir gleich Wind ein, wo mir das deutsche Cover zwar auch gefällt, dass Original aber viel schöner ausgearbeitet ist.

King wäre nicht King, würde er nicht zum Roman handlungswichtige Spielereien auf seiner Homepage anbieten. So etwas macht dem Leser Freude und gibt ihm immer das Gefühl, diese Handlung sei mehr als nur eine Idee des Autors.

Mein Fazit: Volle 5 Punkte für Mr. Mercedes, der mich absolut gefesselt und mir sowohl Freude als auch Schockmomente beschert hat. In einem guten Schreibstil lässt King in das Hirn eines Killers blicken und einen dahinvegetierenden Ex-Cop wieder aufleben und ungeahnte Kräfte mobilisieren.

.

Ich danke dem Heyne Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Die Videos kann ich in dem Falle leider nur als Links anbieten 🙂

.

stephenking.com/promo/mr_mercedes/video/

http://stephenking.com/promo/mr_mercedes/book-trailer.html

.

© Buchwelten 2014

Carrie von Stephen King

.

1-6-3-9-5-5-0-978-3-8387-5202-0-King-Carrie-org

Erschienen als Taschenbuch
bei Bastei Lübbe
Kategorie: Horror

.

Carrie White hat es nicht leicht. Sie ist weder besonders hübsch,, klug, noch reizvoll und wäre eigentlich ein unauffälliges Mädchen, gäbe es da nicht noch diese gefährliche, dämonische Macht die ihr innewohnt und sie beherrscht.

 Ihre Mutter die sie als Satanskind betrachtet, versucht bereits in Carries frühesten Jahren sie in ihrem religiösen Wahn zu töten, woraufhin Carrie in Panik Steine auf das Haus prasseln ließ. Gedemütigt und missachtet durchlebt Carrie ihre Schulzeit.

Die Hänseleien gipfeln in einem unmenschlichen Streich auf dem Schulball, welcher ihr die Kontrolle über ihre Kräfte endgültig entreißt und sie in eine Bedrohung für die Öffentlichkeit verwandelt. Wütend, enttäuscht und mit der Fähigkeit, durch einen einzigen Gedanken ein Inferno zu entfachen, begeht sie ihren Rachefeldzug gegen ihre Peiniger…

***

,,Carrie“ ist ein weiterer, ergreifender Roman vom Meister des Grauens – Stephen King. Dies ist kein Horror-Roman, der Blut und rohe Gewalt darstellt. Dennoch quält er den Leser auf unbegreifliche Weise. King schafft es wahrhaftig, die Grenzen zwischen Fantasie und Wirklichkeit verschwimmen zu lassen, so dass ich bereits nach fünf Seiten ein derartiges Mitgefühl für die Protagonistin empfand, dass es mir das Herz brach.

Mobbing und Demütigung sind auch heutzutage erschreckende Realität. Kaum jemand schafft es, sich dagegegen zu wehren und bei Carrie setzt es tatsächlich damönische Kräfte frei. Auch wenn ,,Carrie“ 1974 veröffentlicht wurde, spiegelt King ein noch heute aktuelles Thema in diesem Roman wieder, da in unserer Gesellschaft des Scheins diese unausgesprochene Angst noch immer präsent ist.

King nimmt diese Angst, verpackt sie in einem spannenden Thriller und ‚klatscht‘ sie den Menschen ins Gesicht. In dem Roman erscheinen in regelmäßigen Abständen ‚Berichte‘, ‚Buchauszüge‘ und ‚Interviews‘ über den ,,White“-Fall, welche derartig real und wirklich erscheinen, dass man beinahe glaubt die Geschichte wäre wahrhaftig geschehen.

Mein einziger Kritikpunkt geht an Kings Darstellungsweise von Carries Gedankengängen, die eine wichtige Rolle spielen, aber leider teils einfach in den Text geworfen wurden und nicht als solche gekennzeichnet wurden, so dass es nicht immer erkennbar war, welcher Teil nun erzählt und welcher ein Gedanke war.

Dennoch sorgte Carries Verwirrung für eine selbige bei mir als Rezipient. Man kann dieses Buch kaum aus der Hand legen, da man unbedingt erfahren will, wie die Geschichte des Mädchens ohne Freunde, oder richtige Familie, endet. King weiß, wie er die wunden Punkte seines Publikums gezielt findet und angreift. Respekt.

.

Fazit: ,,Carrie“ ist ein weiterer, aber anderer Thriller des berühmten Autors, der die Menschen zum Mitfühlen anregt. Der Roman ist für nahezu jede Altersgruppe geeignet, die dieses Thema verstehen kann und vor allem für jene die den Wert des freundlich Umgangs miteinander verlernt haben. Ich vergebe 4.5 von 5 Sternen für ein ergreifendes Leseerlebnis. Der fehlende halbe Stern ist leider aufgrund der teils verwirrenden Darstellungsform von Caries Gedanken  auf der Strecke geblieben.

© Jasmin Hegmann 2014

Doctor Sleep von Stephen King

.

Erschienen als gebundene Ausgabe
im HEYNE Verlag
insgesamt 704 Seiten
Preis: 22,99 €
ISBN: 978-3-453-26855-5
Kategorie: Mystery / Horror, King halt 🙂

.

Daniel Torrance, früher genannt Danny, hat das Grauen, welches er im Overlook Hotel in Colorado erlebt hat, überlebt. Er ist zwischenzeitlich erwachsen geworden und er ist ein Trinker, alkoholkrank wie sein Vater. Zum einen hat er das „Säufer-Gen“ wohl offensichtlich von Jack Torrance geerbt, zum anderen trinkt er um sein Shining ruhig zu stellen, es quasi zu ersäufen.

Aber Dan will nicht mehr trinken, ein für ihn einschneidendes Erlebnis bringt ihn endlich zur Vernunft. Und er will endlich zur Ruhe kommen. Nach Jahren der ruhelosen Wanderschaft kommt er an einen Ort, an dem er sich wohl fühlt. Er beginnt an den Treffen der Anonymen Alkoholiker teilzunehmen, gewinnt Freunde und arbeitet in einem Hospiz, wo seine Anwesenheit sehr geschätzt wird. Dort nennt man ihn Doctor Sleep, denn Dan Torrance hat irgendetwas an sich, dass den Sterbenden hilft, ihre letzte Reise anzutreten. Dieses „etwas“ hat mit seinem Shining zu tun, dass nun, wo er nicht mehr trinkt, wieder aktiver wird.

Auf den amerikanischen Highways reist die Sekte „Der Wahre Knoten“ durch die Lande. Sie sind stets auf der Suche nach dem, was sie ihr Lebenselixier nennen. Dem Steam. Dieser Steam wird gewonnen aus dem letzten Lebenshauch von Kindern, die das Shining besitzen. Die Mitglieder der Sekte sehen aus wie Rentner, die mit ihren Mobilheimen auf Reisen sind, sie erwecken keinerlei Aufsehen. Das macht sie so gefährlich. Und, sie sind nahezu unsterblich.

Das kleine Mädchen Abra Stone wird mit einem übermäßigen Shining geboren, bereits als Säugling und Kleinkind hat es Kräfte, die ihre Eltern oft beunruhigen. Natürlich wird „Der Wahre Knoten“ auf das Mädchen aufmerksam. Sie müssen dieses Kind mit der unendlichen Menge an Steam haben. Eine gnadenlose Jagd beginnt. Doch erstens ist Abra sehr mutig und stark und zweitens ist sie nicht allein. Sie verbündet sich mit Dan Torrance, mit dem sie bereits im Alter von zwei Monaten Kontakt aufgenommen hat. Gemeinsam versuchen sie Abra zu retten und außerdem den „wahren Knoten“ auszurotten …

***

Ich hatte das Buch begonnen und nach knappen 20 Seiten wieder zur Seite gelegt um noch einmal Shining zu lesen. Ich hatte es zwar Ende der 80er gelesen, doch ich hatte zuviel vergessen. Und ich habe mich richtig entschieden. Denn Doctor Sleep knüpft eigentlich nahtlos an Shining an und zu Beginn ist der Protagonist sogar noch ein Junge. Auch während der Handlung kommt Shining immer wieder ins Spiel, seien es Personen, Wesen oder Orte, bzw. bestimmte Situationen. Vorab noch einmal Shining zu lesen, kann ich jedem nur empfehlen. Hierzu möchte ich ein kleines Zitat von Stephen King aus dem Nachwort bringen:

„Falls ihr den (Kubrik)-Film gesehen, den Roman jedoch nicht gelesen habt, denkt bitte daran, dass Doctor Sleep auf Letzterem fußt, der meiner Meinung nach die wahre Geschichte der Familie Torrance erzählt.“

Und aus dem Grund war ich bereits sehr kritisch, als ich auch nur den ersten Satz des inneren Klappentextes gelesen habe. Da steht „Nur mühevoll kann Dan Torrance die Schrecken verarbeiten, die er als Dreirad fahrendes Kleinkind im Hotel Overlook erlitten hat“. Denn: im Roman ist Danny nicht ein einziges Mal auf einem Dreirad gefahren. Das war einzig und allein eine filmische Umsetzung von Stanley Kubrik (sicher eine sehr gute) hat mit dem Roman aber nichts zu tun. Ich habe mir nach Shining die dreiteilige Fernsehverfilmung von Shining angesehen, bei der Stephen King selber das Drehbuch geschrieben hat. Bei weitem weniger superlative Effekte, doch sehr viel näher an der Romanvorlage. Doch das nur nebenbei :).

Ebenso hat mich die Gewinnung des Steam von sterbenden Kindern im ersten Moment sehr an die Dementoren der Potter-Romane erinnert. Dann war ich nicht sicher, ob Stephen King es schafft, diese besondere Stimmung, die im Overlook Hotel geherrscht hat, wieder aufleben zu lassen.

Ich habe recht schnell gemerkt, dass all diese Punkte nicht relevant sind. Die Geschichte, mit der Stephen King hier die Fortsetzung von Shining geschaffen hat, ist absolut fesselnd, in einem sehr guten Schreibstil geschrieben und steht Shining in nichts nach. Es sind viele Jahre vergangen und der Mann, der die Fortsetzung geschrieben hat, ist ein anderer als der, der Shining schrieb. King hat damals selber noch getrunken. Für mich hat das Buch Suchtfaktor und ich konnte es sehr schwer aus der Hand legen. Er verknüpft sehr viele Dinge in der Handlung: z.B. den Zusammenhalt/das Zusammenspiel zwischen Alt und Jung, Mut, Kraft, Übersinnliches und auch sehr viel Gefühl. Dramatische Momente werden immer wieder von ruhigen Phasen abgewechselt, es gibt Momente, da hatte ich einen dicken Kloß im Hals.

Es passiert nicht oft, dass ich ein Buch, wenn ich am Ende angelangt bin, gleich noch einmal von vorne beginnen könnte. Doch hier war es so. Der erwachsene Dan(ny) ist mir sehr ans Herz gewachsen. Auch die Figur der Abra ist sehr gut und charakterstark ausgearbeitet. Und ebenso die Nebenfiguren, die allesamt eine wichtige Rolle spielen, sind einfach tolle Menschen.

Sogar das Ende, die bei Stephen King für mich immer so eine Sache sind, hat mir gut gefallen. Es war stimmig und hat nicht das „was-war- das-jetzt-Gefühl“ ausgelöst, wie ich es beispielsweise bei ES oder WAHN empfunden habe.

Das Cover zeigt eine rote Metallflasche, aus der Steam austritt. Es ist dem Original Cover sehr ähnlich, wobei mir das noch viel besser gefällt, weil man hier auf den zweiten Blick noch etwas sieht, dass zur Handlung gehört.

Hier war ich dann gleich zu Besuch auf Stephen Kings Website, denn ein Blick auf die Original Cover sind bei ihm immer lohnenswert.

Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für die Fortsetzung von Shining, die absolut gelungen ist, wieder eine klasse Stimmung erzeugt und absolut fesselnd ist. Der Autor ist mit „Bangigkeit“ an die Arbeit gegangen, denn der Maßstab war sehr hoch. Es ist ihm gelungen, diesen zu erfüllen. Vom Anfang bis zum Ende. Unbedingt lesen! Am besten lest vorher noch einmal Shining, auch ein klasse Buch! Hatte ich beinahe vergessen. 

.

Ich danke dem HEYNE-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

.


Originalcover.

© Buchwelten 2013

Joyland von Stephen King

.


Erschienen als
gebundene Ausgabe
im
HEYNE Verlag
352 Seiten
Preis: 19,99 €
ISBN: 978-3-453-26872-2

.

Man schreibt den Sommer 1973 und Devin Jones will – bevor er zum College geht – den Sommer nutzen, um Geld zu verdienen. Dazu bewirbt er sich in JOYLAND, einem kleinen, nicht wirklich modernen, Freizeitpark an der Küste von North Carolina. Devin bekommt den Job, eigentlich ohne große Schwierigkeiten, irgendwie hat der junge Mann etwas an sich, dass die Menschen mögen. Dev ist relativ schnell überall sehr beliebt. Leider sieht das seine Freundin Wendy etwas anders, denn sie gibt ihm kurz vor der Abreise den Laufpass. Für Devin bedeutet dies ein gebrochenes Herz, was bekanntlich in jungen Jahren sehr schmerzhaft ist.

Doch Devin versucht sein Bestes, um darüber hinwegzukommen. Er bekommt ein schnuckeliges, kleines Zimmer zur Miete, gelegen in einem schönen Haus, direkt am Strand. Die Vermieterin ist eine angenehme, nette Frau, die eine Menge über JOYLAND zu berichten weiß. Außerdem kann Devin von dort aus jeden Tag am Strand entlang zu seinem Arbeitsplatz laufen. Er genießt diese Fußmärsche sehr. Das Meer mit seinen Gerüchen und Klängen hilft ihm, seinen Kopf klar zu bekommen.

Devin lernt in diesem Sommer eine Menge neuer Menschen kennen, die ihm größtenteils alle sehr schnell ans Herz wachsen. Da sind seine Kollegen Erin und Tom, die im gleichen Strandhaus wohnen wie er. Es entwickelt sich eine tiefe Freundschaft, die lange Jahre währt. Dann sind da noch der keine Junge im Rollstuhl, sein Hund und seine unnahbar scheinende, schöne Mutter, die Dev jeden Tag am Strand sitzen sieht, wenn er zur Arbeit geht und von dort zurückkommt. Diese außergewöhnliche, kleine Familie soll Devin in diesem Sommer näher kennenlernen und auch hier entwickelt sich eine besondere Freundschaft.

Devin fühlt sich nach seinem Sommer in JOYLAND so wohl, dass er beschließt länger zu bleiben. Er bekommt eine Festanstellung und ist somit kein Hilfsarbeiter mehr, sondern einer von ihnen. Devin hat sich in JOYLAND verändert. Er ist selbstbewusster geworden, stärker, mutiger und offener. Er hat das Gefühl, dort hinzugehören, mag den „Slang“ des Rummels, die sonderbare Geheimsprache der Mitarbeiter. Er verabschiedet sich von Erin und Tom, die nach diesem Sommer ihre Zeit auf dem College verbringen.

Da ist er nun. Der neue, andere Devin, der in JOYLAND geblieben ist, weil er den Flair dort trotz aller harter Arbeit liebt. Und außerdem ist da noch etwas in JOYLAND: ein Geheimnis, ein Gerücht, dem er unbedingt auf den Grund gehen will. Im Horror House, der Geisterbahn, soll es spuken. Dort soll ein Mädchen umgebracht worden sein und ihr Geist soll dort nach wie vor verweilen. Erin ist im aus der Ferne behilflich Informationen über das ermordete Mädchen zu erhalten. Und mit seinen Nachforschungen bringt Devin sich in Gefahr, ohne dass er es bemerkt …

***


Bereits „Der Anschlag“ von Stephen King wurde hochgelobt, ich habe ihn noch nicht gelesen, kann es daher nicht beurteilen. Allerdings ist JOYLAND ein Buch, dass mich vom Anfang bis zum Ende (die bei Stephen King ja oft „unbefriedigend“ sind) gepackt hat.

Dieser Roman hält durchweg eine wunderbare, ruhige, fesselnde Stimmung. Wie Stephen King die Atmosphäre des Freizeitparks und den Menschen darin rüberbringt, ist sehr gut gelungen. Auch die besondere Eigenschaft des Meeres, mit seinen Geräuschen und Gerüchen ist sehr greifbar und toll dargestellt.

Ich fühlte mich manches mal in der Stimmung an „Wahn“ erinnert, auch dort lernt der Protagonist jemanden am Strand kennen, allerdings war es dort ein alter Mann und das Ende war etwas komisch. Hier ist es ein kleiner, todkranker Junge, der gleichzeitig voller Leben strotzt, dass es dem Leser das Herz erweicht! King Leser kennen evtl. „Der Dunkle Turm“ und den Charakter von Jake, er ist mir in ähnlicher Weise direkt sehr lieb gewesen.

Vom Flair der 70er Jahre her, liest sich der Roman wie ein „alter King“, wobei für mich der „neue King“, der nach seinem Unfall, viel gefühlvoller schreibt, ohne dabei die mystische und knisternde Spannung vergessen zu lassen, die Stephen King nun einmal ausmacht. Er schreibt nicht in einem sonderlich gehobenen Schreibstil, dass hat er nie, doch er versteht es die Leser zu packen. Immer wieder, immer noch. Ich habe einige kleine autobiografische Aussagen gefunden, die mir auffielen, weil ich „Vom Leben und Schreiben“ von ihm gelesen habe.

Das Buch präsentiert der HEYNE Verlag als gebundene Ausgabe mit einem sehr passenden Cover: einer Leuchtreklame im amerikanischen Stil. Wobei sich hier, wie eigentlich bei allen seinen Werken, ein Blick auf die Homepage des Autors lohnt. Das Originalcover zeigt nämlich Erin, die als „Hollywood Girl“ mit ihrer riesigen Pressekamera in JOYLAND arbeitet, ein tolles Bild. Außerdem gibt es dort eine Karte/Lageplan von JOYLAND, den ich gerne schon während der Lektüre entdeckt hätte. Der Roman ist für einen King relativ „dünn“, wobei eine Geschichte immer so lang sein sollte, wie sie dauert. Und die Seiten reichen für diese Story allemal aus. „Das Mädchen“ war beispielsweise auch ein dünnerer Roman, der dennoch einfach klasse war. 

.

Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für JOYLAND. Ein Sommer, ein Abenteuer auf dem Rummel, einem Ort mit seinem eigenen Flair, der Geheimnisse birgt, verletzte Seelen heilen und einen jungen Mann verändern kann. Stephen King liefert eine sehr stimmungsvolle Geschichte, die fesselt, kurzweilig ist und an der noch nicht einmal am Schluss irgendetwas auszusetzen ist. Einfach toll und gelungen!

Ich danke HEYNE für die Bereistellung des Rezensionsexemplares.

.

.

© Buchwelten 2013

Der Anschlag von Stephen King

Erschienen in gebundener Ausgabe
bei Heyne
insgesamt 1.056 Seiten
Preis: 26,99 €
ISBN: 978-3-453-26754-1
Katergorie: Thriller

.

Jake Epping kann nicht glauben, was sein Freund Al ihm erzählt: im Vorratsraum seines Diners befindet sich so etwas ähnliches wie ein Zeitloch, durch das man exakt am 09. September 1958 um 11.58 Uhr die Vergangenheit erreicht. Al ist von dem Plan besessen, das Attentat auf John F. Kennedy zu verhindern, um die Geschichte neu, und besser zu schreiben. Es gilt, etwas über 5 Jahre in der Vergangenheit zu leben, um an just diesen Zeitpunkt zu gelangen, an dem man in der Lage wäre, Lee Harvey Oswald, den vermutlichen Mörder JFKs, aus dem Weg zu räumen und den Mord am amerikanischen Präsidenten zu verhindern. Jede Zeitreise, egal wie lange sie in der Vergangenheit dauert, lässt nur etwa zwei Minuten in der Gegenwart verstreichen. Doch Al kann seinen Plan nicht mehr ausführen, denn er ist an Krebs erkrankt und wird zuenehmend schwächer. Er bittet Jake, seine Rolle zu übernehmen und für fünf Jahre in der Vergangenheit zu leben, um den Anschlag auf Kennedy zu vereiteln. Was hätte er denn schon großartig zu verlieren? Zwei Minuten der Gegenwart, mehr nicht.

Jake zögert, kann aber den Reiz des Möglichen nicht vergessen und lässt sich auf das Abenteuer ein. Dass er sich in einer Zeit, in der er selbst noch nicht einmal geboren ist, unsterblich in eine Frau verliebt konnte er nicht ahnen. Und dann gibt es da auch noch den sogenannten „Schmetterlingseffekt“, dem man nachsagt, dass die kleinste Veränderung riesige Auswirkungen auf die Zukunft haben kann.

.

Als eingefleischter Stephen King Fan konnte ich es kaum erwarten, seinen neuen Roman zu lesen, hatte mich doch sein letzter ‚Schinken‘ „Die Arena“ zwar begeistert, aber leider nicht vollends überzeugt.

Schon die Thematik von „Der Anschlag“ machte mich neugierig, vermutete ich dahinter einmal eine etwas andere Geschichte des „Horror-Königs“. Und ich wurde keineswegs enttäuscht, sondern viel eher von der einfühlsamen Komplexität dieses Buches völlig überrumpelt. King hat nicht immer einen anspruchsvollen Schreibstil, man denke nur an seine manchmal arg übertriebenen Dialektdarstellungen oder an oft umgangssprachliche Äußerungen seiner Protagonisten (die zugegebenermaßen auch oft perfekt passen).

Ich würde „Der Anschlag“ als den größten Wurf Stephen Kings seit „The Green Mile“ bezeichnen. Schon am Anfang bemerkte ich den veränderten, gehobeneren Schreibstil Kings und war begeistert. Als sich dann aber die Handlung von einem „Zeitreise-Polit-Thriller“ in eine andere, nämlich völlig unkitschige, tief ergreifende Liebesgeschichte, entwickelte, begann ein Abenteuer, wie ich es von King nicht erwartet hätte.
Die Charaktere der Protagonisten besitzen einen Tiefgang und eine Glaubhaftigkeit, bei der man schon bald der festen Überzeugung ist, sie und vor allem all ihre Ängste und Hoffnungen tatsächlich zu kennen. 

Die unterschwellige Melancholie in manchen Szenarien nahm mich mit und berührte mich teilweise so stark, dass ich so manches Mal den Tränen nahe war.

Diese „Zwischen den Zeilen-Botschaft“ wird für mich allerdings erst nach mehrtägigem darüber Nachdenken immer noch stärker und ich merke, dass ich, während ich diese Rezension schreibe, Lust verspüre, das Buch in die Hand zu nehmen und zurück zu kehren in die Welt von Jake im Jahre 1958 ff.
So intensiv nimmt mich selten ein Buch in Besitz, hinterläßt es (jedenfalls bei mir) ein melancholisches Gefühl über all die verpassten Chancen seiner eigenen Vergangenheit und wie es wohl wäre, sie bei einem kurzen Ausflug zu korrigieren. 

King hat etwas geschafft, dass nur wenigen Büchern auf diese besondere Art und Weise zu eigen ist: Man möchte Tag und Nacht lesen, vergißt die Zeit um sich und ist IN DER GESCHICHTE.

Zuletzt passierte mir das bei Tad Williams (Otherland), Dan Simmons (Terror) und selbstverstädnlich J.R.R. Tolkien (Der Herr der Ringe).

Auch wenn „Der Anschlag“ nur eine ‚kleine‘ Geschichte ist und nicht episch-bombastisch wie zwei der obengenannten: die Größe liegt im Gefühl, dass dieser Roman hinterlässt. Wenn ich an bestimmte Stellen denke, bekomme ich eine Gänsehaut und wünsche mir, wieder dabei sein zu dürfen.

King hat es auch hervorragend geschafft, eine an den Haaren herbeigezogene Geschichte so glaubwürdig darzustellen, dass man über hanebüchene ‚Fehler‘ hinwegsieht, ohne darüber nachzudenken. Wie das Paradoxon von Zeitreisen erklärt wurde, klang (zumindest für mich) absolut logisch.

Man merkt, wie begeistert ich bin und ich kann jedem, der Stephen King, historische Geschichte und unkitschige, ehrliche Liebesgeschichten mag, das Buch nahelegen.

.

Fazit: Ich kann schwer meine Begeisterung für dieses Werk von Stephen King zügeln. Obwohl die Handlung relativ ruhig ist, erwartet den Leser eine (in meinen Augen) spektakuläre und vor allem unvergessliche Zeitreise in die 50er und 60er Jahre. Und eine Liebesgeschichte, die es in sich hat: Jake und Saddie gehören für mich neben Scarlett und Rhett mit zu den beeindruckendsten Liebespaaren der Literatur.

Uneingeschränkte Leseempfehlung und für mich eines der besten Bücher der letzten zehn Jahre. 5 von 5 Sternen und ein Plus dazu! 🙂

.

Ein Dank an Marion, der Betreiberin dieses tollen Blogs, für dieses wunderbare Geburtstagsgeschenk, das sie mir mit diesem Buch gemacht hat. ♥

.

© Cryptanus für Buchwelten 2013

Wind von Stephen King – Dark Tower Series

.


Wind von Stephen King

Erschienen als gebundene Ausgabe
bei HEYNE
416 Seiten
Preis: 19,99 €
ISBN: 978-3-453-26794-7
Katergorie: Dark Fantasy

.

Der letzte Revolvermann Roland Deschain und seine Gefährten Eddie, Jake, Susannah und Oy haben den Grünen Palast (Ende von Band 4 – Glas) hinter sich gelassen und folgen dem Balken weiter in Richtung Donnerschlag.

Als plötzlich ein heftiger Sturm, ein sogenannter Stoßwind, aufkommt, benötigen die Gefährten einen sicheren Unterschlupf. Denn dieser Stoßwind hat es in sich. Bringt er, bevor er losbricht, zunächst unübliche Hitze, folgt mit Beginn des Sturms eisige Kälte, die alles blitzschnell gefrieren lässt. Die Gefahr bei diesem Sturm besteht somit nicht nur aus dem heftigen Wind, der alles umreißt, sondern auch aus eben dieser Kälte, durch die z.b. Vögel im Fluge gefrieren und vom Himmel fallen.

Sie finden Zuflucht in einer verlassen Stadt, in der ein einziges Haus aus Stein steht. Die damalige Versammlungshalle. Dort kehren die fünf ein und um sich die langen Stunden zu vertreiben erzählt Roland eine (weitere) Geschichte aus seiner Jugend:

Nach dem Tod seiner Mutter schickt ihn sein Vater auf eine Ranch in Neu-Kanaan, wo sehr viele Menschen auf grausamste Weise ermordet wurden. Dem Anblick der Opfer nach handelt es sich um einen Gestaltwandler, einen sogenannten Fellmann. Es gibt einen Zeugen, den kleinen Jungen Bill Streeter, dessen Vater ebenso zu den Opfer gehörte.

Roland, damals selber noch kein Mann, sondern Teenager nimmt sich dem Kleinen an und versucht ihn mit einer Geschichte zu beruhigen. Eine Geschichte, die Roland selbst von seiner Ma vorgelesen bekam und die ihm immer die liebste war.

Die Geschichte heißt „Wind durchs Schlüsselloch“ im Englischen „Wind through the Keyhole“, was auch der Originaltitel des Romans ist. Sie erzählt vom kleinen jungen Tim, der sich unerschrocken auf einen abenteuerlichen und gefährlichen Weg begibt, um seine Ma zu retten.

Somit erzählt Roland der Revolvermann seinen Gefährten während des heftigen Stoßwindes eigentlich zwei Geschichten. Und Roland kann sehr gut erzählen und zieht Eddie, Jake und Susannah in seinen Bann …

.

***
.

Ich war überrascht als ich las, dass WIND ein weiterer Teil der „Dunkle-Turm-Reihe“ ist, denn eigentlich war die Geschichte ja nun einmal zu Ende erzählt. Doch hier war Stephen King geschickt. Roland erzählt immer mal wieder Geschichten aus seiner Jugend und so hat er einfach eine Station der Gefährten gewählt, bei der er eben genau dies wieder tut.

Laut Kings eigener Aussage ist WIND hinter GLAS einzuordnen, denn genau zu der Zeit spielt die Handlung. Was für mich ziemlich gut war, denn ich hatte beim Lesen der Reihe nach GLAS aufgegeben, weil mir dieser Teil zu langatmig war und ich dann pausiert habe.

WIND ist als gebundene Ausgabe erschienen und wird von einem weißen Schutzumschlag mit einem aufgerissenen Loch umhüllt, hinter dem sich ein Tiger im Sprung befindet. Das sieht sehr gut aus, doch mein erster Gedanke nach dem auspacken war:

Das Buch ist wieder bei HEYNE erschienen, warum wird es nicht im gleichen Design präsentiert, wie die gesamte Turm-Reihe? Nun, ich habe dann den Schutzumschlag entfernt und dahinter kommt dann genau das Design der vorherigen Bände zum Vorschein :-). Das Buch ist in einem glänzenden dunklen grün bedruckt (rundum) und wird von einer silbernen Schrift geziert. Also keine Beanstandung, sondern eine gute Idee

Auch wenn ich letztes Jahr nach GLAS aufgehört habe, war mir die bisherige Handlung noch gut in Erinnerung und als ich das Buch aufschlug und beginnen wollte zu lesen sagte ich zu meinem Lebensgefährten: „Jetzt habe ich echt eine Gänsehaut!“.

Ich hatte WIND in drei Tagen weg gelesen und es hat mir sehr gut gefallen. Ich hatte ein Gefühl des „Nachhausekommens“ und fand es sehr schön alt bekannte, liebgewonne Personen wieder zu treffen und auf ihrem Weg zu begleiten.

Der Schreibstil ist wieder typisch Stephen King, wobei ich in der Geschichte „Wind durchs Schlüsselloch“ den neuen King erkannt habe, der sich Figuren und Wesen ausdenkt, die mich an LOVE erinnert haben.

Diesmal war die Geschichtenerzählerei von Roland überhaupt nicht langatmig und zäh, ich konnte das Buch schwer aus der Hand legen. Die Idee der Geschichte in der Geschichte war eine gute, die die Handlung spannend und kurzweilig macht.

Somit war ich wie gesagt (leider) recht schnell durch. Doch da ich durch dieses Buch wieder so sehr in der Handlung und in dieser auch gefangen war, habe ich spontan beschlossen nahtlos die Reihe weiter/fertigzulesen. Mir war nicht danach Roland und seine Begleiter wieder zu verlassen, sodass ich nun gerade WOLFSMOND lese und die weiteren Rezensionsexempare ein bisschen warten müssen.

Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für WIND. Stephen King hat durch eine gute Idee einen seiner großen Erfolge wieder aufleben lassen und schafft es die Leser sogleich in ihren Bann zu ziehen. Ich empfehle den Roman nur zu gerne weiter und wünsche allen Turm-Fans eine schöne Heimkehr nach Mittelwelt!

.

.

Ich danke dem HEYNE Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Auf der Homepage von Stephen King könnt ihr euch die Originalcover ansehen, die auch sehr gut gelungen sind! → 

.

STEPHEN KING WRITERS HOMEPAGE

.

https://i0.wp.com/www.stephenking.com/promo/wind_through_the_keyhole/promo_site/header.jpgQuelle: http://www.stephenking.com

.

© Buchwelten 2012