Woman in cabin 10 von Ruth Ware

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Erscheint als Taschenbuch
bei dtv premium
384 Seiten
15,90 €
ISBN: 978-3-423-26178-4 (ab 27. Dezember 2017)

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Lo Blackwood ist Reisejournalistin und hat das Glück vertretend für ihre schwangere Chefin an der Jungfernfahrt eines exklusiven und luxuriösen Kreuzfahrtschiffs teilzunehmen. Die Fahrt führt entlang der norwegischen Küste, für Lo ist dies eigentlich ein wundervoller Auftrag.


Doch die Journalistin ist mental ein wenig angeschlagen, denn kurz vor der Abreise kam es privat zu einem Vorfall, der sie verängstigt und auch traumatisiert hat. Dennoch tritt sie die Reise an, denn sie spekuliert ja auf einen kleinen Sprung nach oben auf ihrer Karrierelaufbahn.

In der ersten Nacht wird sie von einem unbestimmten Geräusch geweckt und hört dann etwas, das wie ein Plumpsen ins Wasser klingt. Wurde von der Nachbarkabine ein Körper ins Wasser geworfen? Sie schleicht sich ans Fenster und sieht, dass die Reling der Nachbarkabine mit Blut verschmiert ist. Sofort ruft sie den Sicherheitsdienst, doch als dieser mit ihr nach nebenan geht, zeigt er Lo, dass die Nachbarkabine leer ist. Sie war nie belegt, bekommt Lo zu hören. Aber wie kann das sein? Als Lo sich für den Abend zurechtgemacht hat, hat sie nebenan geklopft und sich von der Frau in Kabine 10 Mascara ausgeliehen? Wer war dann diese Frau und wo ist sie hin verschwunden …. ?

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Die Handlung klingt spannend und eigentlich war der Thriller auch ganz gut. Ganz überzeugen konnte er mich aber nicht. Was jedoch weniger an der Idee an sich, als mehr an der Figur der Protagonistin Lo Blackwood lag. Für mich war ihr Charakter viel zu überzogen weich und ängstlich. Lo nimmt Tabletten und trinkt zuviel, sie bekommt ständig Panikattacken, die sie wegatmet. Das war mir alles viel zu viel und ging mir ziemlich auf die Nerven. Ich wurde mit ihr überhaupt nicht warm. Da hatten Nebencharaktere bei weitem mehr zu bieten.

Die Ausstattung des Schiffes hat die Autorin sehr schön und ausufernd beschrieben, jedes Funkelsteinchen bekommt seine Erwähnung. Auch Lebensmittel und Getränke, die verköstigt werden, kommen nicht zu kurz. Ein bisschen Schwung kommt in die Story, als eine Wendung eintritt und es somit etwas dramatischer wird. Dies ist auch gut ausgedacht und somit dann recht spannend. Allerdings fand ich alles ein wenig absehbar, zumindest in der Grundidee.

Mein Fazit: Ein ganz netter Thriller, der sich flott liest und auch eine gute Idee liefert. Mich konnte er jedoch nicht voll überzeugen, was zu einem großen Teil an der Hauptprotagonistin lag.

© 2017 Marion Brunner für Buchwelten

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Kidnapped von Chelsea Cain

 

Erschienen als Taschenbuch
bei blanvalet
Preis: 8,99 €
ISBN: 978-3-641-15803-3
Kategorie: Science Fiction

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Als 6-jährige wird Kathleen „Kit“ Lannigan entführt. 5 Jahre später wird das Mädchen gefunden und gerettet. Ihre Mutter schlägt nach der Rettung Profit und Ruhm aus ihrer Tochter, die jahrelang missbraucht und zur Produktion von Filmen für Pädophile benutzt wurde. Als „Beth“ erlangte sie in diesen Kreisen Berühmtheit. Noch heute, 10 Jahre später kursieren diese Filme im Internet.

Wieder ist ein kleiner Junge ist verschwunden und gemeinsam mit James, ihrem Bruder – wie Kick ( „Kit“ ) ihn selbst nennt – versucht sie, ihn aufzuspüren. Denn diese Fälle beschäftigen sie noch heute. Sie muss zwanghaft jeden Vermissten-Fall lückenlos verfolgen. Denn sie weiß ganz genau, was mit diesen Kindern geschieht. Eines Abends sitzt plötzlich ein ihr unbekannter Mann in Kicks Wohnung. John Bishop sucht professionell vermisste Kinder und ist sich absolut sicher, dass Kick ihm bei seiner Suche nach Adam Rice, dem aktuell vermissten Kind,  helfen kann. Denn sie weiß Dinge, die für Bishop von großem Vorteil sind. Doch dazu muss Kick sich auf eine dunkle Reise in ihre Kindheit begeben. Sie muss Erinnerungen hervorholen, die sie jahrelang versuchte zu verdrängen ….

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Als jahrelanger Fan von Chelsea Cain (die Gretchen Thriller – ich habe sie hier alle rezensiert) war ich natürlich sehr neugierig auf den Start ihrer neuen Reihe. Und wieder einmal hat mich die Autorin schlagartig gefesselt. Schon lange habe ich kein Buch mehr innerhalb einer Woche gelesen.

Das Thema ist schlimm, pervers und leider aktuell und hochbrisant. Kinderpornografie, Kindesmissbrauch, Entführung und Handel. Alle diese Themen behandelt der neue Thriller der Autorin. Brutal ist er sicher auch, jedoch nicht auf die o.g. Punkte bezogen, hier spielt sich die Grausamkeit eher auf psychologischer Ebene ab. Denn Cain beschreibt keine sexuellen Handlungen an den Kindern. Sie beschreibt, wie sie „gehalten“ wurden, wie sie „klein gemacht“ wurden, wie sie ständig umzogen und die Häuser wechselten.


Ganz extrem finde ich diese Art „Bindung“, die die Autorin beschreibt, die sich zwischen Beth (der kleinen Kick) und ihrem Entführer „Daddy“/Mel aufgebaut hat und die irgendwie immer noch andauert. Er selbst hat Kick körperlich nie weh getan, er hat mit ihr gespielt und war gut zu ihr. Er hat mit ihr Ferien gemacht und Kick mochte ihn. Es klingt unglaublich und mehr erzähle ich auch nicht.

Die Kick der Gegenwart ist tough, stark und schlagfertig auf der einen Seite und auf der anderen immer noch sehr emotional und verletzlich. Die Ermittlungen, gemeinsam mit John Bishop, haben mir großen Spaß gemacht. Die Gespräche der beiden waren einfach sehr gut geschrieben und trotz der ganzen Spannung und Dramatik hat die Autorin hier eine ganz tolle Stimmung erschaffen. John Bishop erinnerte mich immer ein wenig an Jason Statham in „Transporter“ und bei Kick hatte ich immer Lisbeth Salander vor Augen, auch wenn Kick lange und wuschelige Haare hat.

Mein Fazit: Ein absolut gelungener Auftakt einer neuen Reihe, mit einer wunderbaren Protagonistin. Ein schreckliches Thema wird behandelt, aber Cain hat die Gratwanderung mit Bravour gemeistert und einen fesselnden Thriller geliefert, der sehr emotional und dennoch absolut spannend und unterhaltsam ist.

© Marion Brunner_Buchwelten 2017

Die Sippe von Marc-Oliver Bischoff

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Erschienen als Taschenbuch
im Grafit Verlag
317 Seiten

Preis:  12,00  €
ISBN: 978-3-89425-478-0
Kategorie: Krimi / Thriller
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Katharina Hoffmann, Krankenschwester, in länger andauernder Affäre mit einem Arzt, bekommt an einem Abend nach Jahren einen Anruf ihrer Schwester Sara, den sie jedoch nicht annimmt. Seit einigen Jahren ist die Beziehung der beiden untereinander ein wenig unterkühlt und zum Zeitpunkt des Anrufs ist Katharina gerade mit „ihrem Arzt“ anderweitig beschäftigt.

Kurze Zeit später wird Katharina beinahe Opfer eines Überfalls, kommt aber glücklicherweise noch heile davon. Als sie die Nachricht ihrer Schwester abhört, bekommt sie eine Gänsehaut. Als sie Sara zurückrufen will, kann sie sie nicht erreichen. Nicht mobil, nicht auf dem Festnetz, die Mutter hat auch nichts von ihrer zweiten Tochter gehört.

Katharina fährt nach Rostock, wo ihre Schwester lebt und als Gerichtsvollzieherin arbeitet. Ihre Wohnung ist verlassen, es sieht aber nicht aus, als wäre Sara verreist. Katharina sucht und fragt und dann führt ein Hinweis auf ihren letzten beruflichen Einsatz nach Grantzow. Ein kleiner Ort unweit von Rostock. Katharina fährt los und macht sich auf die Suche …..

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Dies ist der vierte Roman von Marc-Oliver Bischoff. Mir gefiel sein Debüt „Tödliche Fortsetzung“ gut. Der zweite Roman „Die Voliére“ gefiel mir besser, der dritte Roman „Golanhöhen“ stand dem in nichts nach. Sein Debüt war recht krass und blutig, dies wurde in den weiteren Roman bereits etwas entschärft. Hier in diesem vorliegenden Roman geht es in dieser Hinsicht sanft zu. Marc-Oliver Bischoff schrieb selbst in einem Facebook-Kommentar, dass er findet, er sei hier wirklich unblutig gewesen. Stimmt völlig, nimmt der Spannung und Dramatik allerdings überhaupt nichts.

Bischoff führt uns Leser in ein kleines, beschauliches Dorf. Die Idylle ist zu perfekt. Nett hergerichtete alte Häuser und Höfe, Bewohner die untereinander sehr hilfsbereit sind und überhaupt nichts mit der Moderne am Hut haben. Die Höfe produzieren ihre Nahrung selbst, es gibt eine Papiermanufaktur und eine Dorfschmiede. Katharina stutzt jedoch ein wenig, als sie die Schulkinder sieht, die aus der Dorfschule treten. Die Jungs in Hemd und Kniebundhosen, die Mädchen im Kleid und mit geflochtenen Zöpfen.

Katharina versucht dort etwas über ihre Schwester zu erfahren, doch immer wenn sie darauf zu sprechen kommt, machen die Bewohner dicht. Durch einen Vorfall scheint sie jedoch dort festgehalten zu werden und sie kommt nicht weg. Unwohl fühlt sie sich aber auch nicht, was ich als Leser sogar irgendwie total nachvollziehen konnte. Diese Reise in die alte Zeit hatte schon was und ich glaube, dass hier in der Realität die Gefahr liegt.

Der Verlag sagt, dies sei der politischste Roman des Autors, was zutrifft, auch wenn die Idylle der Handlung dies zunächst überhaupt nicht spüren lässt. Die Handlung ist spannend, teilweise sehr schön und angenehm, stellenweise dann doch wieder erschreckend und dramatisch. Ein kleiner Teil der Handlung hat mich immer etwas genervt, eine Figur, die aber dennoch wichtig war und reingeschrieben werden musste, trotzdem. Das hat dem Gesamtbild des Krimis aber keinen Abbruch getan.

In diesem Roman sind die bisherigen Protagonisten des Autors nicht mit dabei, sein Ermittlerteam Gideon Richter und Nora Winter haben hier Pause, dies noch als Hinweis für Fans dieses Duos.

Ich fand es wirklich interessant und auch erschreckend, was sich in den kleinen Dörfern der ehemaligen DDR so abspielt. Auch wenn ich kein fernsehe, so bekomme ich natürlich mit, was in der Welt geschieht. Ich lese über die AFD und auch von sogenannten Reichsbürgern, die Regeln und Gesetze unserer Republik nicht akzeptieren. Das sich jedoch nach und nach immer mehr solcher Gemeinschaften (Sippen) bilden und ansiedeln und klammheimlich die aussterbenden kleinen Orte besiedeln, das habe ich so nicht mitbekommen und das löst doch leichte Beklemmungen aus.

Mein Fazit: Ein ruhiger Krimi, der idyllisch, malerisch und hübsch auf der einen Seite und gefährlich, brutal und erschreckend auf der anderen ist. Der hübsche Schein kann mehr als trügen und politische Hintergründe finden sich offensichtlich vermehrt und extrem in schönen Dörfern, die Heimatfilmgefühle auslösen. Meine klare Leseempfehlung.

P.S.
Marc-Oliver Bischoff hat nicht in der Anthologie „Glaube.Liebe.Leichenschau – Mord am Hellweg VIII mitgewirkt 🙂 *räusper*

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 © Buchwelten 2017

Department 19 – Die Wiederkehr von Will Hill

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Dep 19
Erschienen als gebundene Ausgabe
im Lübbe Verlag
insgesamt 668 Seiten
Preis: 16,99 €
ISBN: 978-3-431-03878-1
Kategorie: Jugendbuch  (14-17 Jahre empfohlen)

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Nachdem Jamie Carpenter auf der Insel Lindisfarne sehr erfolgreich einen der ältesten Vampire der Welt ausgelöscht hat, sollte er sich als gefeierter Held eigentlich wohl fühlen. Doch er trauert um den Verlust seines Freundes Frankenstein, den er bei diesem Einsatz verloren hat. Kate Randall, eine junge Frau die auf der Insel extremen Mut und Kampfeinsatz gegen die Vampire bewiesen hat, stößt zu Schwarzlicht und gehört nunmehr zu Jamies Team.

Er genießt großes Vertrauen und eine beinahe väterliche Freundschaft zum Leiter von Schwarzlicht Commander Seward und wird somit in einige geheime Informationen eingeweiht, die die Wiederauferstehung von Dracula betreffen. Einer der ältesten Vampire (der Bruder des ausgelöschten Alexandru Rusmanov) hat die sterblichen Überreste des ältesten Vampirs der Welt an sich gebracht und dem Department 19 bleiben exakt 91 Tage. Dies ist die geringe Zeitspanne die Dracula benötigt, um zu seiner alten Kraft und Stärke zurückzufinden und somit zur größten Bedrohung der Menschheit zu werden.

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Im ersten Roman um das Department 19 – Die Mission haben wir Jamie Carpenter bereits kennengelernt, seine Ausbildung begleitet und einige heftige Einsätze miterlebt. Jamie ist nun 17 Jahre alt, wirkt aber sehr viel reifer und erfahrener. Er wird auch von seinen älteren Kollegen und Vorgesetzten sehr geschätzt und nicht annähernd wie ein Teenager behandelt. Mir gefällt diese Entwicklung des Charakters sehr und ich war vom Anfang bis zum Ende dieser Fortsetzung sehr gefesselt.

Der Schreibstil ist wieder gut, der Spannungsbogen extrem gespannt. In diesem Roman spielt nicht nur die Wiederkehr Draculas (auf die ja bereits im Titel hingewiesen wird) eine Rolle, sondern es gibt noch zwei bis drei weitere wichtige Elemente der Handlung, die ich nicht vorhergesehen hatte und die mich nicht nur überrascht, sondern mir auch richtig gut gefallen haben. Ich werde hier nicht annähernd Andeutungen machen, denn sonst verrate ich sofort spannende Dinge.

Auch hier nochmal der Hinweis, dass der Autor keine weichgespülte Vampir Lovestory bietet, sondern heftige Agenten Action, in der nicht nur jede Menge Blut fließt, sondern Körper explodieren, platzen, verbrennen o.a.. Leser die kein Blut „lesen“ können, sollten gewarnt sein. Will Hill greift die alte Bram Stoker Story auf und puscht sie mit Hightech Elementen. Mich spricht diese Mischung unbedingt an. Der Verlag gibt die Leseempfehlung zwischen 14 und 17 Jahren, die meiner Meinung nach angebracht ist.

Auch optisch ist das Buch wieder sehr gelungen. Das Hardcover ist direkt bedruckt, wird also nicht von einem Schutzumschlag umschlossen. Der Einband ist optisch dem ersten Roman angeglichen und auch im inneren des Buches gibt es wieder die „alten“ Seiten, in denen Will Hill weit zurück in die Vergangenheit springt. Hier wird zum Beispiel erzählt, wie aus dem Fürsten Vlad Tepes der Vampir Dracula wurde.

Der Roman ist um beinahe 200 Seiten stärker als der erste Teil und der Preis von 16,99 € somit für mich mehr als akzeptabel.

Der dritte Band „Das Gefecht“ wird voraussichtlich am 18.07.2014 erscheinen!

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Mein Fazit: Wieder 5 von 5 Sternen für diese sehr gute Fortsetzung von „Die Mission“, die für mich noch besser ist, als der erste Teil. Eine spannende Handlung, die mehrere überraschende und tolle Wendungen aufweist, geschrieben in einem guten Schreibstil und bestückt mit Charakteren, die gut ausgearbeitet sind. Seien es die guten oder die bösen. 

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Rezension zum ersten Teil –> Department 19 – Die Mission

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© Buchwelten 2014

Department 19 – Die Mission von Will Hill

.Die Mission

Erschienen als gebundene Ausgabe
bei Lübbe
insgesamt 493 Seiten
Preis: 14,99 €
ISBN: 978-3-7857-6080-2
Kategorie: Jugendbuch

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Für Jamie Carpenter ändert sich das Leben in nur einer Nacht schlagartig. Er muss mit ansehen, wie sein Vater vor seinen Augen erschossen wird. Der Junge zieht sich zurück, wird immer verschlossener und macht seine Mutter für den Tod des Vaters verantwortlich.

Als er einige Monate später von der Schule nach Hause kommt, ist seine Mutter verschwunden und im Haus trifft er auf ein Monster, dass sich nicht nur Frankenstein nennt, sondern auch genauso aussieht. Er nimmt Jamie mit in eine geheime Basis, genannt Department 19. Jamie erfährt dort, dass diese Organisation Vampire jagt und sie vor mehr als 100 Jahren von niemand geringerem als dem bekannten Professor van Helsing gegründet wurde. Auch sein Vater hatte für Department 19 gearbeitet, jedoch nie auch nur ein Wort darüber verloren/verlieren dürfen.

Zunächst einmal glaubt Jamie kein Wort. Sicherlich kennt er Namen wie van Helsing, Dracula und auch Frankenstein. Denn er ist ja schließlich ein belesener Junge. Aber dass es all diese Menschen und Kreaturen jedoch in der Realität geben soll, kann er nicht fassen. Für ihn sind diese Geschichten Romanstories und erfundene Figuren.
Doch Viktor Frankenstein schafft es, den Jungen zu überzeugen und er verspricht ihm, alles dafür zu tun, seine Mutter zu finden, denn das Monster hat bereits Jamies Ururgroßvater seine ewige Treue geschworen.
So macht sich Jamie Carpenter auf die Suche nach seiner Mutter. Schon bald beginnt 
nach einer schnellen Grundausbildung die Jagd. Gemeinsam mit Frankenstein und einem schönen und sehr gefährlichen Vampirmädchen sucht Jamie einen der ältesten Vampire der Welt. Ein Untoter, der genauso alt wie brutal ist. Dieser wurde von niemand geringerem als Dracula selbst verwandelt ….

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Dieser Roman ist ein Jugendbuch und wenn ihn zart besaitete Leser lesen möchten, sollten sie gewarnt sein. Das Limit der Brutalität ist im Laufe der Handlung sehr hoch geschraubt und gerade im letzten Teil des Buches sind die zwei häufigsten Worte: Blut und Gewebebrocken.

Aber … es paßt sehr gut in die Handlung, denn hier wird von alten, „echten“ Vampiren erzählt und die sind nun einmal extrem brutal. Mich hat es nicht abgestoßen, der Roman hat mich gefesselt und der Spannungsbogen ist sehr gut aufgebaut.

Der Autor vermischt hier die alte Geschichte um die Vampire und die Schöpfung des Frankenstein sehr geschickt mit der Realität. Er schafft es, diese Organisation Department 19 sehr glaubhaft darzustellen und diese mit den technischen Standards der heutigen Zeit auszurüsten. Hier werden Vampire nicht mehr mit einfachen Holzpflocks gepfählt. Es gibt hochentwickelte Pfahlgeschosse, UV-Schocker und -Zellenbarrieren sowie eine Cmputersimulation, in der die Nachwuchsjäger den Kampf gegen die Untoten lebensecht proben müssen. 

Der Schreibstil des Autors ist gut und angenehm lesbar. Die Figuren sind gut ausgearbeitet. Der Protagonist Jamie war mir von Anfang an sehr sympathisch aber auch Frankenstein ist ein sehr netter und angenehmer Charakter. Will Hill verarbeitet alle Figuren aus Bram Stokers Dracula, sogar er selbst ist Teil der Geschichte. Wie er die Nachfahren der Urgründer in die heutige Zeit bringt, ist überzeugend beschrieben und liest sich logisch und schlüssig.
Immer wieder springt der Autor zurück in die Vergangenheit, die Zeit von van Helsing um 1900 und diese Teile der Handlung sind auch optisch sehr schön herausgehoben. Denn sie sind auf altem, vergilbten Papier gedruckt, was das Buch optisch noch einmal aufwertet.

Die gebundene Ausgabe zeigt auf dem Cover vorne die Shilouette eines Vampirjägers der alten Zeit in Anzug und Zylinder und auf der Rückseite ein (fast) identisches Bild, nur, dass der gleiche Jäger hier einen Sweatshirtjacke und Kopfhörer trägt. Ich finde es sehr gut gemacht, die Mischung als alt und neu, damals und heute gibt einen guten Hinweis auf die Erzählung zwischen den Buchdeckeln. 

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Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für eine sehr gut gelungene „Neuauflage“ der Geschichte um den alten Vampir Dracula und seine Anhänger, van Helsing, Frankenstein und viele andere bekannte Figuren. Sie kommt sicherlich sehr heftig und blutig daher aber vielleicht wirkt sie genau deshalb so wirklich und real. Leser die Blut „sehen“ können, werden ihre Freude an diesem Werk haben! Es wird eine Fortsetzung der Geschichte geben …. 

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Ich danke Karfie von Literatur und mehr für die Weitergabe des Buches 🙂 !

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SAMSON und die STADT des bleichen Teufels von Andreas Dresen (5/5)

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Erschienen als
Taschenbuch
im ACABUS Verlag
372 Seiten
Preis: 14,90 €
ISBN:  978-3-86282-055-9
Kategorie: Fantasy

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Nach dem Sturz des schwarzen Engels Morton herrscht Chaos in der STADT. Die Hexen haben ihren Anführer verloren und sind außer Rand und Band. Schuld geben sie Baddah, der Hexe aus dem ersten Teil, und sie versuchen sie dementsprechend zu bestrafen.

Der STADTrat ruft nach Fahrat, er soll helfen wieder Ordnung in die STADT zu bringen, doch der ist derzeit im Dschungel unterwegs und folgt den Spuren seines legendären Großvaters. Doch Meera, seine „grüne“ Bekannte schafft es, ihn aufzuspüren und zurück in die STADT zu bringen.

In etwa zur gleichen Zeit eröffnet sich dem jungen Mann Samson der Blick auf die STADT, aufgewachsen ist er in der Stadt der Menschen, die Wesen der Zwischenwelt konnte er nie sehen. Als er plötzlich die neue Sicht auf die STADT innehat, ist er zunächst einmal kurz davor den Verstand zu verlieren. Seltsame Wesen hocken auf den Dächern und schlecken die Schindeln ab, im Badezimmer kreuzt auf einmal eine seltsame Figur auf, die sich ihm als Hausgott vorstellt.

Als hätte Samson mit diesen vielen neuen Eindrücken nicht schon genug zu tun, wird er auf einmal von dunklen Wesen verfolgt. Plötzlich muss er erkennen, dass seine Nachbarin eine Hexe ist, die offensichtlich irgendetwas mit dem ominösen Tod seiner Mutter zu tun hat.

Fahrat und Samson treffen aufeinander und machen sich gemeinsam auf den Weg, die STADT vor großem Unheil zu bewahren. Denn zeitgleich mit dem Jahrmarkt findet der Hexensabbat statt und dort wird es den entscheidenden Endkampf um die Zukunft der STADT geben. Und wenn diese Entscheidung hervorbringt, dass der düstere Unterweltler Devil Melone wieder an die Oberfläche der STADT gelangt, darf einfach nicht passieren.

Die zwei Männer haben ein Abenteuer zu bestreiten, dass eigentlich viel mehr ist: Ein gefährlicher Kampf gegen das Böse der STADT und sie sind dabei nicht wenigen Gefahren ausgesetzt …

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Dieser zweite Teil des STADT-Romans knüpft nahtlos an die Handlung des ersten Romans „AVA und die Stadt des schwarzen Engels“ an.

Schreibtechnisch hat sich der Autor aus meiner Sicht gesteigert, wie ich vermutet und erwartet hatte. Er hat hier noch ausführlicher geschrieben, sich viele verrückte Wesen ausgedacht und auch schöne Schauplätze erschaffen.

Zuviel möchte ich nicht verraten, denn auf diese fantastische Reise sollte sich jeder begeben, der gerne Fantasy liest. Nein, es gibt keine Trolle und Elfen auch nicht ;-).

Heftige Kampfszenen wechseln sich mit ruhigen ab. Es gibt liebevolle Momente, die wiederum von dunklen Szenen abgelöst werden.

Andreas Dresen erzählt diesen zweiten Teil zunächst in zwei Handlungssträngen. Der erste beschreibt den Weg des jungen Samson und der zweite begleitet den schon bekannten Schwertler Fahrat.

Später verknüpfen sich diese Handlungsstränge, als sich die beiden zusammentun und gemeinsam unterwegs sind.

Langeweile kommt nicht auf, dafür gibt es zuviel Abwechslung auf den 368 Buchseiten.

Ich hatte großen Spaß beim Lesen und die verrückten Figuren, die Dresen erschaffen hat, gefallen mir sehr. Es gibt z.B. Schildkrötenkarawanen, Kuschelbälle, die echt garstig sind und schöne grüne Frauen.

Auch die alte griechische Mythologie hat der Autor sehr gut in die Handlung eingebaut. So trifft der Leser auf den Fährmann des Styx und ist nicht einmal verwundert. Er ist so stimmig in die Handlung verknüpft, dass es einfach passt.

Diese ganze Geschichte wirkt für mich nicht einmal völlig fantastisch abgedreht, wahrscheinlich weil Dresen diese Zwischenwelt der STADT so nahtlos in die Welt eingebaut hat, die wir kennen und sehen (wollen?).

Der Roman wird vom ACABUS Verlag wieder als Taschenbuch präsentiert. Das Cover ist fast identisch mit dem des ersten Teils. Die Farbe ist nun lediglich ein knalliges gelb und auf dem Jahrmarkt ist ein Riesenrad hinzugekommen.

Die Kapitel sind wieder in einer angenehmen Länge geschrieben. Da dieser zweite Teil um einige Seiten stärker ist, als der erste, fällt das Taschenbuch leider größer aus. Für Sammler macht es sich optisch nicht unbedingt so schön, wenn zwei Bücher der selben Reihe in unterschiedlichen Größen nebeneinander im Regal stehen.

Der Verlag hat die Seiten auch wieder komplett ausgenutzt und in einem recht engen Zeilenabstand sehr voll geschrieben. Die Schrift ist zudem ziemlich klein. Hätte man das ganze etwas aufgelockert, wäre es angenehmer zu lesen gewesen aber das Buch bestimmt um etwa 100 Seiten stärker. Hier wird wohl leider das Budget der mittelständischen Verlage eine Rolle spielen, die einfach darauf angewiesen sind, ihre Druckkosten im Rahmen zu halten.

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Ich danke dem ACABUS Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für den zweiten Teil der STADT-Romane. Fantasy vermischt mit Mythologie die abwechslungsreich, bunt und ausgefallen ist. Wer sich auf diese Reise einlässt wird großes Vergnügen haben, sich in diese andere Welt mitnehmen zu lassen!

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© Buchwelten 2012

AVA und die STADT des schwarzen Engels von Andreas Dresen (4/5)

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Erschienen als
Taschenbuch
im ACABUS Verlag
200 Seiten
Preis: 12,90 €
ISBN:  978-3-86282-002-3
Kategorie: Fantasy

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Die STADT, auf den ersten Blick eine in der auch wir leben. Doch nur auf den ersten, denn eigentlich sind es zwei Städte. Die STADT der normalen Menschen mit ihren Bürgern, ihrem Bürgermeister und Senat.

Dann die STADT der Wesen aus der Zwischenwelt. Die STADT der Schwertler, Hexen, Priester, Teufel, Chimären und sonstigen zauber- und fabelhaften Wesen.

Diese anderen Wesen leben von den normalen Menschen unerkannt unter ihnen, in normalen Häusern und Wohnungen, laufen über die Straße aber werden nicht wahrgenommen. Die normalen Bürger besitzen den Blick für das andersartige nicht, können die besondere Aura nicht erkennen. Man kann sich das in etwa wie bei Harry Potter vorstellen, wo die Zauberer und Hexen auch unter den Muggeln leben und nicht erkannt oder wahrgenommen werden.

Auch diese Wesen haben ihre Oberhäupter. Deren „Teil“ der STADT wird geführt von einem Kanzler, neben ihm ein Vizekanzler. Der Kanzler ist bei den Bewohnern sehr beliebt, der Vizekanzler Morton scheint eher böse veranlagt und die Macht komplett an sich reißen zu wollen.

Fahrat ist ein Schwertler, ein Schwertkämpfer, zumindest wurde er einmal als solcher ausgebildet. Im Alltag ist er eher ein fauler, mittlerweile leicht untersetzter Mann, der lieber Kuchen und Brot backt, kocht, ein Weinchen schlürft, als dass er sich auf Abenteuer einlässt oder Schätze sucht, wie sein bekannter Vater und noch berühmterer Großvater.

Fahrat ist derzeit arbeitslos, lebt in einem Mehrfamilienhaus und hat eine Hexe als Nachbarin. Eigentlich standen sie sich mal nahe, nun hat sie einen Fluch durch den Bann um Fahrats Wohnung geschickt und jagt ihm täglich ihre Lichtkobolde auf den Hals, die nichts lieber tun, als toben und Chaos stiften.

Entnervt macht Fahrat sich auf in die STADT, als er plötzlich einen Golem sieht, der zielstrebig auf ein Haus zugeht und auf dieses eindrischt. Als er die Außenmauer zerstört hat, erkennt Fahrat, dass sich im Keller dieses Hauses jemand versteckt. Er will helfen und erkennt, dass es sich um eine zarte Menschenfrau handelt. Als gewagter Schwertler der er ja nun eigentlich ist stürzt er sich auf den Golem und macht in recht schnell unschädlich.

Fahrat hilft der Frau aus den Trümmern und nimmt sich ihrer an. Sie stellt sich ihm als AVA vor und erzählt, dass sie erst vor kurzem aus einem Irrenhaus entlassen wurde und das sie auf der Suche nach Ihren kleinen Zwillingen ist.

Sie behauptet, man habe ihr die Kinder unmittelbar nach der Geburt weggenommen und wolle ihr weismachen, sie seien gestorben. Doch AVA glaubt das nicht. Sie sagt im Krankenhaus tauchte ein schwarzer Engel auf und dem wurden die Neugeborenen durch die Krankenschwester übergeben. Und ihr selbst wollte man danach einreden, sie hätte sich das alles eingebildet und sei verrückt. Bei diesem schwarzen Engel handelt es sich um Morton, den Vizekanzler der STADT. Doch er ist nicht nur das, er ist außerdem der Führer der Hexen und zum Hexensabbat erscheinen alle Hexen, sie erliegen völlig hörig seinem lautlosen Ruf (und hinreißendem Charme… )

Fahrat, plötzlich wieder ganz der ehrenhafte Schwertler, will AVA helfen. Er will sie bei der Suche nach ihren Kindern unterstützen. Er will wissen was es mit den verschwundenen Kindern auf sich hat und es wundert Fahrat doch sehr, dass AVA als normale Menschenfrau, ihn und die anderen Wesen seiner STADT überhaupt sehen kann. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche und schon bald wird es ungemütlich für den doch sonst so gemütlichen und geruhsamen Fahrat …

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Als ich eben den Hinweis auf die Zauberer und Muggelwelt gab, war dies keine Andeutung für etwas Nachgemachtes, sondern eher ein Vergleich zur besseren Vorstellung. Den als abgeguckt möchte ich die STADT von Andreas Dresen nicht bezeichnen. Der Autor hat sich seine eigene(n) Welt(en) erschaffen und hier eine schöne Mischung aus unserem normalen Leben im 21. Jahrhundert, Fantasy und auch Mystik zu Papier gebracht.

Es gibt die unterschiedlichsten Wesen, teils gefährlich, teils eher amüsant. So sind da z.B. die Hexen, die gerne in der Badewanne liegen und Handys benutzen oder eben auch Schwertler, die eigentlich viel lieber in der Küche stehen :-).

Das Geheimnis was es mit der STADT auf sich hat, ob danach wirklich nicht mehr kommt als das GRAUEN und die WILDNIS, macht natürlich neugierig und mir als Leser hat es Freude gemacht, Fahrat, AVA und dessen Bekannte und Begleiter auf der Suche nach den Kindern und deren Wahrheit zu begleiten.

Den Schreibstil von Andreas Dresen möchte ich eher als locker und umgangssprachlich bezeichnen, jedoch nicht als flach und schlecht. Er passt gut zu den Figuren und in unsere heutige Zeit, in der die Handlung ja nun mal spielt. Dresen hat dennoch gute Beschreibungen der Personen, Figuren und Umgebung geliefert, sodass ich als Leserin die Orte und Schauplätze gut vor Augen hatte.

Einige Wesen kamen mir bekannt vor. Sicher kennt man den Teufel oder Götter. Die mechanischen Wesen, die er erschaffen hat, erinnerten mich z.B. ein bisschen an die „Viecher“ aus dem dunklen Turm von King oder Ralf Isaus Wesen in Mekanis. Aber es ist mittlerweile wohl auch kaum noch lösbar, als Autor Dinge zu erschaffen, die noch nie da waren. Der Handlung und dessen Spannung tat es keinesfalls einen Abbruch.

Ich habe diesen ersten Teil des STADT-Romans gerne gelesen, die Protagonisten waren herzlich, sympathisch und gut dargestellt. Auch die Nebenfiguren kamen sehr gut rüber, wie z.b. die Hexe Baddah oder auch Morton, der schwarze Engel. Dann gibt es noch eine ganz tolle Nebenfigur, den Trucker Manfred (warum müsst ihr schon selber lesen).

Der Roman bietet auf den „nur“ 200 Seiten Abwechslung zwischen Spannung, Dramatik, mystischen Szenen, ruhigen Phasen und auch immer wieder humorvollen Momenten, die schmunzeln lassen.

Der Verlag präsentiert das Taschenbuch in einem Hellblau und zeigt auf dem Cover eine Skyline, die unterhalb eines Wasserspiegels wohl die andere STADT darstellen soll. Die Inhaltsangabe finde ich sehr ausführlich, jedoch verrät sie nicht zuviel. Im Blocksatz gedruckt, sieht das ganze auch noch sehr aufgeräumt aus.

Die Schrift ist wieder einmal sehr klein, dass kann ACABUS leider gut. In diesem Buch sind immerhin die Zeilenabstände etwas gelockert, doch das Lesen ist bei solch einer Minischrift dann immer etwas anstrengend.

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Mein Fazit: 4 von 5 Sternen für eine schöne Mischung aus Fantasy, Mythologie und unserem „normalen“ Leben. Spannung, Dramatik und schöne Momente und Schauplätze hat dieser Auftakt der STADT-Romane zu bieten. Durch abwechslungsreiche und recht kurze Kapitel kommt keine Langeweile auf.
Und ich habe das Gefühl, dass sich Andreas Dresen im zweiten Teil SAMSON und die Stadt des bleichen Teufels noch gesteigert hat. Jedenfalls ist die Fortsetzung schon um 172 Seiten stärker.

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Ich danke dem ACABUS Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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© Buchwelten 2012

Shutter Island von Dennis Lehane (5/5)

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Erschienen als
Taschenbuch
im  ullstein Verlag
368 Seiten
Preis: 8,95 €
ISBN:  978-3-548-28124-7

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Edward (Teddy) Daniels ist Marshal und wird auf die Insel Shutter Island gerufen. Auf dieser befindet sich eine Anstalt für psychisch gestörte Straftäter. Die Patientin Rachel Solando ist spurlos aus ihrem Zimmer verschwunden. Nichts deutet auf ein gewaltsames Öffnen ihrer Türe hin, sie ist unauffindbar.

Gemeinsam mit seinem neuen Partner Chuck Aule setzt Teddy mit der Fähre nach Shutter Island über und beginnt mit den Untersuchungen und Ermittlungen. Er trifft u.a. auf den undurchsichtigen ärztlichen Direktor Fr. John Cawley und misstraut ihm auf Anhieb. Teddy und Chuck sind beide der festen Überzeugung, dass Rachel zur Flucht verholfen wurde, doch angeblich weiß keiner etwas und niemand hat etwas gesehen.

Dann bricht ein extrem starker Hurrikan über die Insel herein. Teddy und Chuck geben mit ihren Nachforschungen nicht auf, sie entdecken seltsam verschlüsselte Nachrichten, Steinhaufen, deren Anzahl an Steinbrocken Botschaften in Form von Zahlencodes bilden und andere seltsame Hinweise.

Dass Teddy seit dem Tod seiner Frau Dolores unter heftigen Migräneanfällen leidet macht es ihm nicht leichter einen klaren Kopf zu bewahren. Doch er will Rachel Solando finden, die Codes und Rätsel lösen und noch mehr: Teddy will den (angeblich nicht auf der Insel inhaftierten) Patienten 67 finden.
Sein Name ist Laeddis und er ist für den Tod von Dolores verantwortlich, denn er hat das Feuer gelegt, in dem seine geliebte Frau das Leben lassen musste ….

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Viel mehr möchte ich von der Handlung nicht verraten, es gibt vielleicht Leser die den Film „Shutter Island“ noch nicht gesehen haben und eben jenen möchte ich die Spannung nicht nehmen. Denn davon gibt es in diesem erstklassig aufgezogenen Psychothriller eine ganze Menge.
Die Handlung und deren Entwicklung sind sehr geschickt aufgebaut und der Spannungsbogen steigert sich immer weiter bis hin zur schlussendlichen Auflösung, die mich in der Tat mitgerissen hat.

Dennis Lehane hat hier ein Werk geschaffen, dass nicht nur sprachlich eine Menge zu bieten hat. Der Schreibstil ist nicht einmal besonders gehoben aber dennoch sehr gut ausformuliert und der Autor schafft es dem Leser ein absolutes Kopfkino zu bescheren. Die Stimmung die er aufbaut hält er die gesamte Handlung hindurch und ich war so gefesselt, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen mochte, weil ich die neuen Entwicklungen und Entdeckungen unbedingt weiterverfolgen wollte.

Die Art wie Lehane die Figuren ausgearbeitet hat, war sehr intensiv und die Darstellung der Psyche der Beteiligten sehr gut. Die Umsetzung der Träume von Teddy zum Beispiel, so irr und wirr sie waren, gaben sie doch immer einen Sinn. 

Wie sich die Story zum Ende hin entwickelt und schließlich auflöste hätte ich nicht erwartet und war tatsächlich sehr überrascht und habe das Buch mit einem „Wow“ aus der Hand gelegt.

Präsentiert wird der Roman, der die erstklassige Vorlage zum Film mit Leonardo DiCaprio geliefert hat, als Taschenbuch mit dem Filmplakat als Cover. Eigentlich recht einfach oder einfallslos aber es macht dennoch viel her. Die düstere Festung mitten im Meer und darüber der skeptische Blick von Teddy treffen die Stimmung des Buches absolut.

Nun bin ich sehr gespannt auf den Film, ich hoffe er ist so gut und fesselnd wie der Thriller, aber ich denke ich werde hier nicht enttäuscht. Ich bin dennoch froh, dass Buch zuerst gelesen zu haben, denn oft kann einfach nicht alles in einem Film umgesetzt werden.

 

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Mein Fazit: 5 von 5 Punkten für einen erstklassigen Psychothriller der Oberklasse. Geschrieben in einem Schreibstil der sich flüssig liest und die gesamte Handlung über die besondere Stimmung halten kann. Ich spreche hier ganz klar und gerne eine Leseempfehlung aus.

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