Das Haus der Monster von Danny King

Erschienen als Taschenbuch
im Luzifer Verlag
insgesamt 324 Seiten
Preis: 12,99 €
ISBN: 978-3-95835-183-7
Kategorie: Horror

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In jeder Stadt gibt es wohl einen älteren Einsiedler, der von den jungen Menschen gehänselt wird. Im englischen Thetfort ist es John Coal, dem immer wieder Streiche gespielt werden. Eines Abends lockt er die jungen Übeltäter ins ein Haus und schließt sie in seinen Keller ein. Aber nicht, um ihnen etwas anzutun, sondern um ihnen seine Lebensgeschichte zu erzählen, damit sie wissen, mit wem sie sich angelegt haben.

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„Das Haus der Monster“ ist das erste ins Deutsche übersetzte Buch von Danny King. Luzifer Verlag sei Dank, dass es dieser Roman ins Deutschsprachige geschafft hat, denn es handelt sich hierbei wahrhaftig um ein Kleinod unter den Horrorromanen. Danny King hat einen sehr angenehmen Schreibstil, der mich des öfteren sogar tatsächlich an alte Klassiker von Robert Louis Stevenson, Bram Stoker oder Jules Verne erinnert hat. Mit einer unglaublich dichten Atmosphäre entführt uns King in verschiedene Lebensabschnitte des Protagonisten, die sich tatsächlich (zumindest die ersten drei der vier Episoden) immer noch steigern. Es macht wirklich unheimlich Spaß, zu lesen, wie sich John Coal mit Monstern aus seiner Vergangenheit herumschlägt.

Die erste Geschichte geht auf die Kindheit und Jugend des Protagonisten ein und beschäftigt sich mit einem Serienkiller á la Jack, the Ripper. Flüssig erzählt King von einer Vater-Sohn-Beziehung und einem generationenübergreifenden Fluch. Die zweite Episode spielt auf hoher See und handelt von einem Werwolf. Alleine der Handlungsort verbreitet eine gewisse Atmosphäre, der man sich nicht entziehen kann. Und gerade in dieser Story kommt ein Abenteuergefühl auf, das an alte Klassiker der Abenteuerliteratur erinnert. Die dritte Geschichte stellt meiner Meinung nach den absoluten Höhepunkt dieser, in eine Rahmenhandlung geschickt verpackte Storysammlung, dar. Mysteriös und geheimnisvoll, gruselig und atmosphärisch wird von einer unheimlichen Erfahrung des Protagonisten erzählt, die mich an den fantastischen Film „Reeker“ erinnert hat. Mit dieser Erzählung hat sich Danny King absolut in mein Leserherz geschrieben. Mit „Der schwarze Fleck“ hat der Autor dann seine Meßlatte selbst so hoch gesetzt, dass er sie mit der letzten Episode nicht mehr übertrumpfen konnte. 😉
Aber das macht gar nichts, denn auch die Geschichte um ein altes Vampirmädchen kann vollkommen überzeugen und reiht sich letztendlich nahtlos in die Storysammlung ein.

Danny King schreibt nicht nur flüssig, sondern besitzt auch einen sehr angenehmen Humor, der den Leser an vielen Stellen schmunzeln lässt. Was aber nicht heißen soll, dass „Das Haus der Monster“ ein witziges Buch ist. Da geht es schon auch mal zur Sache und es wird Blut verspritzt. Und nicht nur Blut, sondern auch Gedärme.
Im Grunde genommen ist aber das im Original bereits im Jahr 2011 erschienene Buch ein ruhiger Roman, der sich ei wenig in die Ecke der „Coming Of Age“- Romane drängt, obwohl die Hauptperson ein älterer Mann ist. Aber der erzählt nun mal ein paar Jungs seine Geschichten. Ein wenig hat mich das Ganze an Brett McBeans Meisterwerk „Der Schmerz des Erwachens“ erinnert.
„Das Haus der Monster“ ist sehr stimmungsvoll und zieht schon nach den ersten Seiten den Leser (zumindest war das bei mir so) vollkommen in seinen Bann. Man nimmt an den geschilderten Abenteuern durch die bildhafte Sprache hautnah teil und schließt John Coal ins Herz, obwohl er nicht immer sehr nett zu seinen Mitmenschen ist. 😉

Unbedingt erwähnen möchte ich auch die hervorragende Typografie dieses Buches. Im Gegensatz zu manch anderem großen Verlagshaus ist in diesem Buch kein einziger Rechtschreib- oder Grammatikfehler zu entdecken. Ein großes Lob am Lektorat und Korrektorat des Luzifer Verlages. Ich habe selten ein so fehlerfreies Buch gelesen.
Das Coverbild drückt perfekt die Grundstimmung des Romans aus. Man fühlt sich während des Lesens immer wieder mal versucht, sich das Bild nochmals anzuschauen. Es passt absolut zu der Story und man sieht sich selbst förmlich im Keller dieses Hauses sitzen und den Erzählungen John Coals lauschen.
Für mich ist Danny King und „Das Haus der Monster“ eine tolle Neuentdeckung und deswegen hoffe ich, dass uns der Luzifer Verlag noch weitere Werke dieses Autors beschert. Ich würde mich jedenfalls sehr darüber freuen, denn in mir hat Danny King einen neuen Fan gefunden.

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Fazit: Atmosphärische, teils heftige, teils ruhige Gruselgeschichten, die sich enorm flüssig lesen lassen. Für mich ein Buch mit Pageturnergarantie, das mich oftmals an zeitlose Abenteuerklassiker der Literatur erinnert hat.

© 2017 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Die Frau des Zeitreisenden von Audrey Niffenegger

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Erschienen als Taschenbuch
im Fischer Verlag
insgesamt 543 Seiten
Preis: 9,95 €
ISBN: 978-3-596-16390-8
Kategorie: Drama, Liebesroman

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Durch einen Gendefekt ist Henry dazu verdammt, von der Gegenwart in die Zukunft und Vergangenheit zu reisen. Er lernt Clare kennen und lieben, muss sich aber immer wieder eine Zeitlang von ihr verabschieden, wenn er zwischen den Zeiten umhergeschleudert wird. Das Liebespaar trifft sich immer wieder, sei es in der Vergangenheit, der Gegenwart oder der Zukunft. Auch als sie in der Gegenwart heiraten, wird Henry seine Zeitreisen nicht los. Und Clare wartet geduldig in ihrer Zeit, bis er wieder zurückkommt …

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Niffeneggers bezaubernde, aber teils verwirrende Liebesgeschichte, lässt sich schwer aus der Hand legen. Liebe und Zeitreise sind Zutaten, die eine dramatische Entwicklungen erahnen lassen. Und genauso verhält es sich auch, wenn Henry chaotisch durch die Zeiten hüpft, um seine Liebe Clare in verschiedenen Altersstufen zu treffen. Mal amüsant, mal traurig und melancholisch und oft auch anzüglich erzählt die Autorin in einem schönen Schreibstil von einer Liebe, die über alle Zeiten hinweg andauert.
Dieses Konzept hat mich anfangs argwöhnisch gemacht, besteht doch für die Autorin die Gefahr, in die Falle der widersprüchlichen und unlogischen Paradoxen zu tappen. Und, was soll ich sagen? Sie tappt natürlich hinein und zieht in ihrer Geschichte einen Rattenschwanz von Logik-Fehlern hinter sich her. Aber … Niffenegger nimmt diese „Fehler“ einfach als gegeben hin und ignoriert sie, schreibt munter weiter und lässt dadurch den Leser ebenfalls vergessen, was möglich sein kann und was nicht. Der Protagonist trifft sich zum Beispiel immer wieder selbst. Und das macht einen so unglaublichen Spaß, dass man gerne das dazugehörige Paradoxon zur Seite schiebt und die Treffen der beiden Ichs einfach nur genießt.

Die Mischung aus Humor, nicht wirklich kitschiger Liebesgeschichte und einem Schuss Science Fiction funktioniert und hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Gerade die Einfachheit der Geschichte ist es, die mir gefallen hat, denn es passiert nichts Weltbewegendes während der Jahrzehnte währenden Treffen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Der Leser nimmt einfach nur am Leben zweier Menschen teil, die sich lieben.

Die Charaktere hätten durchaus noch besser ausgearbeitet werden können, denn an manchen Stellen kommen sie einem dann doch relativ leer voll. Aber das macht Niffenegger in ihrem herzerweichenden und hochemotionalen Ende wieder wett. Da kamen schon ein paar Tränchen, als ich die letzten Seiten des Buches las. Das war einfach nur wunderschön, traurig und melancholisch – einfach Klasse.
Wer wissen will, wie mir die Verfilmung gefallen hat, kann das auf „Film-Besprechungen“ nachlesen —> KLICK MICH!

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Fazit: Niffenegger setzte sich über die gängigen Paradoxen von Zeitreise-Romanen hinweg und zaubert eine emotionale und unterhaltsame Liebesgeschichte mit Kultcharakter.

© 2015 Wolfgang Brunner für Buchwelten