Die Überfahrt von Mats Strandberg

Erschienen als Taschenbuch
im Fischer Tor Verlag
insgesamt 505 Seiten
Preis: 14,99 €
ISBN: 978-3-59629599-9
Kategorie: Horror

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Es sollte eine Überfahrt wie jede andere sein. Die Baltic Charisma kreuzt zwischen Stockholm und der finnischen Südküste. Unter den Passagieren befinden sich Singles, die das Abenteuer für eine Nacht suchen, ein homosexuelles Paar, aber auch ein ehemaliger Schlagerstar, der sein Selbstbewusstsein mit Auftritten in der Bar der Fähre aufrechterhalten will oder eine ganz normale Familie. Niemand schenkt der Frau, die zusammen mit ihrem Sohn, die Fähre betritt, Aufmerksamkeit. Doch dann bricht plötzlich ein uraltes Grauen über die Menschen auf der Fähre aus. Schon bald kämpft jeder um sein Überleben, denn grausige Kreaturen nehmen von dem Schiff Besitz …

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Der Verlag wirbt mit einem Zitat der überregional schwedischen Tageszeitung „Dagens Nyheter“, die Mats Strandberg als „schwedischen Stephen King“ bezeichnet. Ein größeres Lob hätte sich der sympathische Schwede nicht wünschen können, der bereits mit seiner „Engelsfors“-Trilogie, die er zusammen mit  Sara B. Elfgren verfasste, einen beachtlichen Erfolg verzeichnen konnte. Mit „Die Überfahrt“ gelang ihm nun allerdings ein echter Pageturner, der es wahrlich in sich hat. Strandberg baut die Spannung langsam auf, was mir außerordentlich gut gefallen hat. Ich gestehe sogar, dass mich gerade die ruhige Einführungsphase, in der alle Protagonisten vorgestellt wurden, richtiggehend begeistert hat. Entgegen vieler Meinungen, die Charaktere wären nicht gut ausgearbeitet, behaupte ich hier schlichtweg das Gegenteil. Zumindest die Hauptprotagonisten sind sehr nachvollziehbar in ihren Beweggründen und Handlungen konzipiert. Ich für meinen Teil konnte mich mit dreien der Hauptfiguren absolut identifizieren und habe auch mit ihnen gelitten und gebangt.

Mats Strandberg schreibt aber aus meiner Sicht nicht wie Stephen King, sondern besitzt einen eigenen Stil, der absolut unterhaltsam und flüssig zu lesen ist. Die Ideen wirken manchmal „geklaut“, was aber überhaupt nichts ausmacht, denn Strandberg verwebt sie geschickt in seine eigene Handlung und vor allem in seine eigene, sehr dichte Atmosphäre. Der klaustrophobische Handlungsort tut das seine dazu, um eine perfekte Mischung aus Abenteuer- und Horrorgeschichte zu zaubern. Letztere ist dann auch noch gehörig mit Splattereinwürfen gespickt, die die bedrohliche Situation noch unterstreichen. Vom Tempo her könnte ich mir Strandbergs Horrorszenario sehr gut in einer Verfilmung von Altmeister John Carpenter vorstellen. Der Plot wirkt ohnehin filmreif auf mich, denn wenn man sich durch die bildhaft beschriebenen, teils ausweglosen Situationen liest, bekommt man ein Kopfkino allererster Klasse geboten. Strandberg beherrscht es neben seiner flüssigen Schreibweise auch hervorragend, Dialoge und Gedankenmonologe zu verfassen.  

Mats Strandberg erschuf eine Geschichte, die von der Stimmung her an Filme wie „Alien“, „Shining“, den ersten „Resident Evil“-Teil oder auch „Rec“ erinnert. Das Grauen kommt an einen Ort, an dem es kein Entkommen gibt. Genau so verhält es sich auch bei „Die Überfahrt“, wo ein bunt zusammengewürfelter Haufen sich gegen eine Invasion von bösen Dämonen verteidigen muss. Aber der Plot wirkt niemals kopiert. Großes Plus sind die aus dem Leben gegriffenen Charaktere, die so authentisch wirken, als gäbe es sie wirklich. Und wenn sich dann ihre Geschichten in der zweiten Hälfte des Romans immer mehr verbinden, möchte man das Buch schlichtweg nicht mehr aus der Hand legen. Strandbergs Geschöpfe sollen eine Art Vampir sein, die noch am ehesten an die Kreaturen aus „30 Days Of Night“ erinnern. Aber irgendwie denkt man im Laufe des Romans auch immer wieder an Zombies. Und so hat der Autor wohl seinen ganz eigenen Vampirmythos „erfunden“, der im Gedächtnis haften bleibt. Vor allem auch die Gedanken, die er seinen „Monstern“ auf den Leib schreibt, sind innovativ.

Manch einer wird die Brutalität in diesem Buch zu heftig finden. Ich persönlich fand genau diese Mischung aus einfühlsamen, ruhigen Passagen und harten Splattereinlagen optimal. „Die Überfahrt“ ist nicht zu brutal, sondern zeigt einfach nur, wie blutig die Kreaturen unter den Passagieren wüten. Hätte Strandberg einen Gang zurückgeschraubt, wäre das Szenario für mich nicht mehr glaubwürdig gewesen. So aber wird man aus den teils melancholischen Gedankengängen der Protagonisten mit einer schockierenden Härte herausgerissen und in einen Alptraum aus Blut und Gedärmen gezerrt. Gerade diese Mischung machte „Die Überfahrt“ für mich zu einem echten Highlight und ich konnte es oftmals gar nicht erwarten, auf die Baltic Charisma zurückzukehren, um zu erfahren, wie es den Passagieren geht. Für mich ist Mats Strandbergs Horrorroman eine erfreuliche Neuentdeckung, die mich auf jeden Fall auf ein weiteres Werk des Autors neugierig macht. Ach ja, und wie gesagt: Ich würde mir eine Verfilmung wünschen. 😉

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Fazit:  Spannender und atmosphärisch dichter Horrorroman mit blutigen Splattereinlagen. Anfangs ruhig baut sich die Spannung konstant bis zum fulminanten Ende auf.

© 2017 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Das Haus der Monster von Danny King

Erschienen als Taschenbuch
im Luzifer Verlag
insgesamt 324 Seiten
Preis: 12,99 €
ISBN: 978-3-95835-183-7
Kategorie: Horror

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In jeder Stadt gibt es wohl einen älteren Einsiedler, der von den jungen Menschen gehänselt wird. Im englischen Thetfort ist es John Coal, dem immer wieder Streiche gespielt werden. Eines Abends lockt er die jungen Übeltäter ins ein Haus und schließt sie in seinen Keller ein. Aber nicht, um ihnen etwas anzutun, sondern um ihnen seine Lebensgeschichte zu erzählen, damit sie wissen, mit wem sie sich angelegt haben.

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„Das Haus der Monster“ ist das erste ins Deutsche übersetzte Buch von Danny King. Luzifer Verlag sei Dank, dass es dieser Roman ins Deutschsprachige geschafft hat, denn es handelt sich hierbei wahrhaftig um ein Kleinod unter den Horrorromanen. Danny King hat einen sehr angenehmen Schreibstil, der mich des öfteren sogar tatsächlich an alte Klassiker von Robert Louis Stevenson, Bram Stoker oder Jules Verne erinnert hat. Mit einer unglaublich dichten Atmosphäre entführt uns King in verschiedene Lebensabschnitte des Protagonisten, die sich tatsächlich (zumindest die ersten drei der vier Episoden) immer noch steigern. Es macht wirklich unheimlich Spaß, zu lesen, wie sich John Coal mit Monstern aus seiner Vergangenheit herumschlägt.

Die erste Geschichte geht auf die Kindheit und Jugend des Protagonisten ein und beschäftigt sich mit einem Serienkiller á la Jack, the Ripper. Flüssig erzählt King von einer Vater-Sohn-Beziehung und einem generationenübergreifenden Fluch. Die zweite Episode spielt auf hoher See und handelt von einem Werwolf. Alleine der Handlungsort verbreitet eine gewisse Atmosphäre, der man sich nicht entziehen kann. Und gerade in dieser Story kommt ein Abenteuergefühl auf, das an alte Klassiker der Abenteuerliteratur erinnert. Die dritte Geschichte stellt meiner Meinung nach den absoluten Höhepunkt dieser, in eine Rahmenhandlung geschickt verpackte Storysammlung, dar. Mysteriös und geheimnisvoll, gruselig und atmosphärisch wird von einer unheimlichen Erfahrung des Protagonisten erzählt, die mich an den fantastischen Film „Reeker“ erinnert hat. Mit dieser Erzählung hat sich Danny King absolut in mein Leserherz geschrieben. Mit „Der schwarze Fleck“ hat der Autor dann seine Meßlatte selbst so hoch gesetzt, dass er sie mit der letzten Episode nicht mehr übertrumpfen konnte. 😉
Aber das macht gar nichts, denn auch die Geschichte um ein altes Vampirmädchen kann vollkommen überzeugen und reiht sich letztendlich nahtlos in die Storysammlung ein.

Danny King schreibt nicht nur flüssig, sondern besitzt auch einen sehr angenehmen Humor, der den Leser an vielen Stellen schmunzeln lässt. Was aber nicht heißen soll, dass „Das Haus der Monster“ ein witziges Buch ist. Da geht es schon auch mal zur Sache und es wird Blut verspritzt. Und nicht nur Blut, sondern auch Gedärme.
Im Grunde genommen ist aber das im Original bereits im Jahr 2011 erschienene Buch ein ruhiger Roman, der sich ei wenig in die Ecke der „Coming Of Age“- Romane drängt, obwohl die Hauptperson ein älterer Mann ist. Aber der erzählt nun mal ein paar Jungs seine Geschichten. Ein wenig hat mich das Ganze an Brett McBeans Meisterwerk „Der Schmerz des Erwachens“ erinnert.
„Das Haus der Monster“ ist sehr stimmungsvoll und zieht schon nach den ersten Seiten den Leser (zumindest war das bei mir so) vollkommen in seinen Bann. Man nimmt an den geschilderten Abenteuern durch die bildhafte Sprache hautnah teil und schließt John Coal ins Herz, obwohl er nicht immer sehr nett zu seinen Mitmenschen ist. 😉

Unbedingt erwähnen möchte ich auch die hervorragende Typografie dieses Buches. Im Gegensatz zu manch anderem großen Verlagshaus ist in diesem Buch kein einziger Rechtschreib- oder Grammatikfehler zu entdecken. Ein großes Lob am Lektorat und Korrektorat des Luzifer Verlages. Ich habe selten ein so fehlerfreies Buch gelesen.
Das Coverbild drückt perfekt die Grundstimmung des Romans aus. Man fühlt sich während des Lesens immer wieder mal versucht, sich das Bild nochmals anzuschauen. Es passt absolut zu der Story und man sieht sich selbst förmlich im Keller dieses Hauses sitzen und den Erzählungen John Coals lauschen.
Für mich ist Danny King und „Das Haus der Monster“ eine tolle Neuentdeckung und deswegen hoffe ich, dass uns der Luzifer Verlag noch weitere Werke dieses Autors beschert. Ich würde mich jedenfalls sehr darüber freuen, denn in mir hat Danny King einen neuen Fan gefunden.

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Fazit: Atmosphärische, teils heftige, teils ruhige Gruselgeschichten, die sich enorm flüssig lesen lassen. Für mich ein Buch mit Pageturnergarantie, das mich oftmals an zeitlose Abenteuerklassiker der Literatur erinnert hat.

© 2017 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Department 19 – Das Gefecht von Will Hill

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Dep 19 GefechtErschienen als gebundene Ausgabe
im Lübbe Verlag
insgesamt 685 Seiten
Preis: 16,99 €
ISBN: 978-3-7857-6112-0
Kategorie: Jugendbuch/Junge Erwachsene
(ab 14 Jahre)

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Noch 52 Tage bis zur Stunde Null,  jenem Zeitpunkt, bis der regenierte Graf Dracula seine alte Stärke wieder komplett zurückerlangt hat. Dies ist er Tag, an dem offensichtlich der alles entscheidende Kampf zwischen Gut und Böse, Mensch und Vampiren, stattfinden wird.

Nach dem dramatischen Angriff der Vampire auf Schwarzlicht muss sich das Department 19 neu organisieren. Jamie Carpenter gehört der Sondereinheit Stunde Null an, welches derzeit damit beschäftigt ist, die weltweit ausgebrochenen Insassen aus Hochsicherheitgefängnissen zu finden, zu fangen und zu eliminieren. Die Schwerverbrecher sind nämlich nicht nur geflohene Verbrecher, sondern frisch verwandelte Vampire, die aber so schnell und stark sind, wie sie es kurz nach der Verwandlung nicht sein dürften.

Valentin Rusmanov, einer der ältesten Vampire und ehemaliger Gefährte von Dracula, der eine Zelle im Ring bei Schwarzlicht belegt, bietet seine Hilfe an, denn er ist zum Department 19 gewechselt, um gegen seinen ehemaligen Herrn und seinen Bruder zu kämpfen. Doch ihm wird nach wie vor kein Vertrauen entgegengebracht- Da hilft es auch nicht, dass bekannt wird, dass er sich gerne einmal mit seiner Zellennachbarin auf einen Tee trifft. Die ist keine geringere als Jamies Mutter, Marie Carpenter, unfreiwillige Vampirin und ebenso Bewohnerin von Schwarzlicht.

Kate Randall, Matt Browing und auch Larissa, allesamt enge Freunde von Jamie, sind mit wichtigen Aufgaben betraut, die es zu lösen und bewältigen gilt. Viel steht auf dem Spiel und sie alle geben ihr bestes …

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Zuviel möchte ich zum Inhalt nicht erzählen, denn ich weiß ja nicht, ob die Leser dieser Rezension die ersten Teile kennen oder nicht. Falls ja, wissen sie, von was ich schreibe, falls nein, brauchen sie eben nicht mehr zu erfahren :-).

In diesem dritten Teil von Department 19 geht es wieder richtig heftig zur Sache. Die Handlung ist nichts für zarte Gemüter. Und die Altersempfehlung ab 14 ist sicherlich angebracht. Als Film hätten die heftigen Szenen der Story keine „FSK 14“ erhalten, da bin ich sicher.

Will Hill erzählt in mehreren Handlungssträngen die Geschichte um die bekannten Protagonisten und lässt es an Spannung und Dramatik nicht fehlen. Es gibt einige neue (aber bekannte) Figuren, die der Autor hier aktiv in die Handlung hat einfliessen lassen und dieser Handlungsstrag gefiel mir sehr. Wie gesagt, es fließt viel Blut, es ist stellenweise wirklich heftig brutal, weil die Fleischfetzen und andere ekelige Teile nur so fliegen. Aber trotz aller Dramatik: Es gibt auch immer wieder schöne und angenehme Ruhemomente, die den Leser zwischendurch mal Luft holen lassen.

Mir hat der dritte Teil um das Department 19 wieder so gut gefallen, dass ich mich direkt im Anschluss an die Lektüre auf der Homepage des Autors schlau gemacht habe, ob es einen weiteren (und letzten) Teil geben wird. Denn meinem Mann sagte man in der Buchhandlung, dies sei der letze. Das konnte für mich aber irgendwie nicht passen und ich wurde bestätigt. Es gibt einen letzten Teil, der im Englischen gerade erschienen ist. Titel „Zero Hour“, also „Stunde Null“. Ich weiß nicht, wann er in Deutschland erscheint, ich hoffe vielleicht noch in diesem Jahr.

Mein Fazit: Ein heftiger, spannender, dramatischer, guter dritter Teil, der mich wieder einmal sehr gefesselt hat. Will Hill entführt uns in gewohnt gutem Schreibstil erneut ins Department 19 und läßt uns an den Kämpfen gegen das Böse teilhaben. 5 von 5 Sternen vergebe ich guten Gewissens 🙂

Hier geht es bei Interesse zu meinen Rezensionen zu den zwei ersten Teilen der Reihe:

1. Department 19 – Die Mission

2. Department 19 – Die Wiederkehr

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© Buchwelten 2015

 

Department 19 – Die Wiederkehr von Will Hill

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Dep 19
Erschienen als gebundene Ausgabe
im Lübbe Verlag
insgesamt 668 Seiten
Preis: 16,99 €
ISBN: 978-3-431-03878-1
Kategorie: Jugendbuch  (14-17 Jahre empfohlen)

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Nachdem Jamie Carpenter auf der Insel Lindisfarne sehr erfolgreich einen der ältesten Vampire der Welt ausgelöscht hat, sollte er sich als gefeierter Held eigentlich wohl fühlen. Doch er trauert um den Verlust seines Freundes Frankenstein, den er bei diesem Einsatz verloren hat. Kate Randall, eine junge Frau die auf der Insel extremen Mut und Kampfeinsatz gegen die Vampire bewiesen hat, stößt zu Schwarzlicht und gehört nunmehr zu Jamies Team.

Er genießt großes Vertrauen und eine beinahe väterliche Freundschaft zum Leiter von Schwarzlicht Commander Seward und wird somit in einige geheime Informationen eingeweiht, die die Wiederauferstehung von Dracula betreffen. Einer der ältesten Vampire (der Bruder des ausgelöschten Alexandru Rusmanov) hat die sterblichen Überreste des ältesten Vampirs der Welt an sich gebracht und dem Department 19 bleiben exakt 91 Tage. Dies ist die geringe Zeitspanne die Dracula benötigt, um zu seiner alten Kraft und Stärke zurückzufinden und somit zur größten Bedrohung der Menschheit zu werden.

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Im ersten Roman um das Department 19 – Die Mission haben wir Jamie Carpenter bereits kennengelernt, seine Ausbildung begleitet und einige heftige Einsätze miterlebt. Jamie ist nun 17 Jahre alt, wirkt aber sehr viel reifer und erfahrener. Er wird auch von seinen älteren Kollegen und Vorgesetzten sehr geschätzt und nicht annähernd wie ein Teenager behandelt. Mir gefällt diese Entwicklung des Charakters sehr und ich war vom Anfang bis zum Ende dieser Fortsetzung sehr gefesselt.

Der Schreibstil ist wieder gut, der Spannungsbogen extrem gespannt. In diesem Roman spielt nicht nur die Wiederkehr Draculas (auf die ja bereits im Titel hingewiesen wird) eine Rolle, sondern es gibt noch zwei bis drei weitere wichtige Elemente der Handlung, die ich nicht vorhergesehen hatte und die mich nicht nur überrascht, sondern mir auch richtig gut gefallen haben. Ich werde hier nicht annähernd Andeutungen machen, denn sonst verrate ich sofort spannende Dinge.

Auch hier nochmal der Hinweis, dass der Autor keine weichgespülte Vampir Lovestory bietet, sondern heftige Agenten Action, in der nicht nur jede Menge Blut fließt, sondern Körper explodieren, platzen, verbrennen o.a.. Leser die kein Blut „lesen“ können, sollten gewarnt sein. Will Hill greift die alte Bram Stoker Story auf und puscht sie mit Hightech Elementen. Mich spricht diese Mischung unbedingt an. Der Verlag gibt die Leseempfehlung zwischen 14 und 17 Jahren, die meiner Meinung nach angebracht ist.

Auch optisch ist das Buch wieder sehr gelungen. Das Hardcover ist direkt bedruckt, wird also nicht von einem Schutzumschlag umschlossen. Der Einband ist optisch dem ersten Roman angeglichen und auch im inneren des Buches gibt es wieder die „alten“ Seiten, in denen Will Hill weit zurück in die Vergangenheit springt. Hier wird zum Beispiel erzählt, wie aus dem Fürsten Vlad Tepes der Vampir Dracula wurde.

Der Roman ist um beinahe 200 Seiten stärker als der erste Teil und der Preis von 16,99 € somit für mich mehr als akzeptabel.

Der dritte Band „Das Gefecht“ wird voraussichtlich am 18.07.2014 erscheinen!

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Mein Fazit: Wieder 5 von 5 Sternen für diese sehr gute Fortsetzung von „Die Mission“, die für mich noch besser ist, als der erste Teil. Eine spannende Handlung, die mehrere überraschende und tolle Wendungen aufweist, geschrieben in einem guten Schreibstil und bestückt mit Charakteren, die gut ausgearbeitet sind. Seien es die guten oder die bösen. 

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Rezension zum ersten Teil –> Department 19 – Die Mission

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© Buchwelten 2014

Department 19 – Die Mission von Will Hill

.Die Mission

Erschienen als gebundene Ausgabe
bei Lübbe
insgesamt 493 Seiten
Preis: 14,99 €
ISBN: 978-3-7857-6080-2
Kategorie: Jugendbuch

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Für Jamie Carpenter ändert sich das Leben in nur einer Nacht schlagartig. Er muss mit ansehen, wie sein Vater vor seinen Augen erschossen wird. Der Junge zieht sich zurück, wird immer verschlossener und macht seine Mutter für den Tod des Vaters verantwortlich.

Als er einige Monate später von der Schule nach Hause kommt, ist seine Mutter verschwunden und im Haus trifft er auf ein Monster, dass sich nicht nur Frankenstein nennt, sondern auch genauso aussieht. Er nimmt Jamie mit in eine geheime Basis, genannt Department 19. Jamie erfährt dort, dass diese Organisation Vampire jagt und sie vor mehr als 100 Jahren von niemand geringerem als dem bekannten Professor van Helsing gegründet wurde. Auch sein Vater hatte für Department 19 gearbeitet, jedoch nie auch nur ein Wort darüber verloren/verlieren dürfen.

Zunächst einmal glaubt Jamie kein Wort. Sicherlich kennt er Namen wie van Helsing, Dracula und auch Frankenstein. Denn er ist ja schließlich ein belesener Junge. Aber dass es all diese Menschen und Kreaturen jedoch in der Realität geben soll, kann er nicht fassen. Für ihn sind diese Geschichten Romanstories und erfundene Figuren.
Doch Viktor Frankenstein schafft es, den Jungen zu überzeugen und er verspricht ihm, alles dafür zu tun, seine Mutter zu finden, denn das Monster hat bereits Jamies Ururgroßvater seine ewige Treue geschworen.
So macht sich Jamie Carpenter auf die Suche nach seiner Mutter. Schon bald beginnt 
nach einer schnellen Grundausbildung die Jagd. Gemeinsam mit Frankenstein und einem schönen und sehr gefährlichen Vampirmädchen sucht Jamie einen der ältesten Vampire der Welt. Ein Untoter, der genauso alt wie brutal ist. Dieser wurde von niemand geringerem als Dracula selbst verwandelt ….

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Dieser Roman ist ein Jugendbuch und wenn ihn zart besaitete Leser lesen möchten, sollten sie gewarnt sein. Das Limit der Brutalität ist im Laufe der Handlung sehr hoch geschraubt und gerade im letzten Teil des Buches sind die zwei häufigsten Worte: Blut und Gewebebrocken.

Aber … es paßt sehr gut in die Handlung, denn hier wird von alten, „echten“ Vampiren erzählt und die sind nun einmal extrem brutal. Mich hat es nicht abgestoßen, der Roman hat mich gefesselt und der Spannungsbogen ist sehr gut aufgebaut.

Der Autor vermischt hier die alte Geschichte um die Vampire und die Schöpfung des Frankenstein sehr geschickt mit der Realität. Er schafft es, diese Organisation Department 19 sehr glaubhaft darzustellen und diese mit den technischen Standards der heutigen Zeit auszurüsten. Hier werden Vampire nicht mehr mit einfachen Holzpflocks gepfählt. Es gibt hochentwickelte Pfahlgeschosse, UV-Schocker und -Zellenbarrieren sowie eine Cmputersimulation, in der die Nachwuchsjäger den Kampf gegen die Untoten lebensecht proben müssen. 

Der Schreibstil des Autors ist gut und angenehm lesbar. Die Figuren sind gut ausgearbeitet. Der Protagonist Jamie war mir von Anfang an sehr sympathisch aber auch Frankenstein ist ein sehr netter und angenehmer Charakter. Will Hill verarbeitet alle Figuren aus Bram Stokers Dracula, sogar er selbst ist Teil der Geschichte. Wie er die Nachfahren der Urgründer in die heutige Zeit bringt, ist überzeugend beschrieben und liest sich logisch und schlüssig.
Immer wieder springt der Autor zurück in die Vergangenheit, die Zeit von van Helsing um 1900 und diese Teile der Handlung sind auch optisch sehr schön herausgehoben. Denn sie sind auf altem, vergilbten Papier gedruckt, was das Buch optisch noch einmal aufwertet.

Die gebundene Ausgabe zeigt auf dem Cover vorne die Shilouette eines Vampirjägers der alten Zeit in Anzug und Zylinder und auf der Rückseite ein (fast) identisches Bild, nur, dass der gleiche Jäger hier einen Sweatshirtjacke und Kopfhörer trägt. Ich finde es sehr gut gemacht, die Mischung als alt und neu, damals und heute gibt einen guten Hinweis auf die Erzählung zwischen den Buchdeckeln. 

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Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für eine sehr gut gelungene „Neuauflage“ der Geschichte um den alten Vampir Dracula und seine Anhänger, van Helsing, Frankenstein und viele andere bekannte Figuren. Sie kommt sicherlich sehr heftig und blutig daher aber vielleicht wirkt sie genau deshalb so wirklich und real. Leser die Blut „sehen“ können, werden ihre Freude an diesem Werk haben! Es wird eine Fortsetzung der Geschichte geben …. 

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Ich danke Karfie von Literatur und mehr für die Weitergabe des Buches 🙂 !

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Bella & Edward – Bis(s)-Box (Twilight-Box) von Stephenie Meyers

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Bis(s) zum Morgengrauen
Bis(s) zur Mittagsstunde
Bis(s) zum Abendrot
Bis(s) zum Ende der Nacht

außerhalb der Box

Bis(s) zum ersten Sonnenstrahl

Erschienen als
Sonderausgabe im Schuber
im
Carlsen Verlag
2.478
 Seiten
Preis: 29,90 €
ISBN: 978-3-5515-8250-5

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Lange Zeit habe ich mich gewehrt, die Bis(s)-Bücher zu lesen. Ich mochte den Hype nicht, der um die Bücher gemacht wird und bin eigentlich jemand, der nicht mit dem Mainstream geht. Und nun?

Ich habe es getan, und zwar schnell (alle 5 Bände in 3Wochen!), begeistert und das als Mann! 🙂

Kurz zum Inhalt, obwohl den die meisten wohl bereits kennen:

Bella zieht zu ihrem Vater nach Fork, weil ihre Mutter mehr Zeit für sich und ihren neuen Ehemann haben möchte. Dort findet Bella schnell Freunde, widmet aber ihr Hauptaugenmerk auf Edward Cullen, einen hübschen, geheimnisvollen Jungen, der sich zuerst sehr zurückhaltend ihr gegenüber verhält, später aber ihre Nähe sucht.

Die beiden verlieben sich ineinander, bis Bella von Jakob, einem Indianer aus dem nahegeleghenen Reservat, erfährt, dass Edward ein Vampir sei. Für Bella scheint diese Information die Lösung für Edwards Verhalten und Schönheit zu sein und ab diesem Zeitpunkt wünscht sie sich nichts sehnlicher, als selbst zum Vampir zu werden, um für alle Zeiten als Unsterbliche an seiner Seite zu sein.

Doch Bella hat nicht damit gerechnet, dass es noch mehr Vampire und Gestaltwandler/Werwölfe auf der Welt gibt, die es nicht einfach für sie machen, selbst zu einem Vampir zu werden.
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Ich rezensiere die Bände 1-4 (und die Novelle „Bis(s) zum ersten Sonnenstrahl) in einem Text, weil die Handlung für mich ineinander übergeht und ich (bis auf Teile des letzten Bandes) alle Bücher gleich gut finde.
Es wird immer wieder behauptet, Stephenie Meyers „Twilight“-Reihe wäre kitschig und vor allem langweilig. Genau diese beiden Dinge haben mir auf Anhieb gefallen, wobei ich die Romane keinesfalls für typisch, im negativen Sinne, kitschig halte.

Die Liebe zwischen den beiden Teenagern (und etwas anderes sind Bella und Edward nicht, auch wenn Edward ein paar Jährchen älter als seine Freundin ist), kommt so glaubhaft rüber, dass ich das Buch schon nach den ersten Seiten nicht mehr aus der Hand legen konnte. Erste Liebe wie sie schöner nicht sein könnte und von der viele von uns sicherlich im Teenageralter geträumt haben.

Sicherlich ist es relativ unwahrscheinlich, dass eine Liebe, vor allem eine erste, derart intensiv und bedingungslos ist. Aber dennoch versteht Meyers es, sie in meinen Augen glaubhaft, nachvollziehbar und vor allem dem Alter der Protagonisten entsprechend rüberzubringen.

Zum Thema „Action“: die ersten drei Bände sind verhältnismäßig ruhig und vermitteln eine tolle Stimmung, in der ich mich extrem wohl fühlte. Im letzten Band geht es dann ein wenig actionreicher zu und das war dann auch das Buch, das mir innerhalb der Reihe am wenigsten gefallen hat.

Dafür mochte ich viel zu sehr die Liebeleien der beiden, das Hin und Her, die Unschlüssigkeit und dennoch bedingungslose Ergebenheit dem anderen gegenüber. Das ist Jugend und Erwachsenwerden pur und macht unglaublich viel Spaß. Für mich war die Tatsache, dass es um Vampire ging, letztendlich ohne Bedeutung, dafür mochte ich die reine Liebesgeschichte zwischen Bella und Edward zu sehr. Sicherlich versank die Story bisweilen in romantischem Kitsch, aber für mich war es schöner Kitsch, weil ich ihn in dieser Form selbst mag und lebe. 🙂

Die Hintergründe der Vampir- (und auch Werwolf-) clans erinnerten mich teilweise an eine schlecht kopierte Anne Rice, taten aber der Handlung keinen Abbruch und hatten sicherlich auch im Gesamtbild einen Sinn. Ich empfand diese „Erklärungen“ auch nicht wirklich als störend, nichtsdestotrotz aber eher unwichtig.

Ich habe mich immer wieder gefreut, wenn Bella oder Edward (oder beide) in den Vordergrund traten.

Doch nicht nur Bellas Liebe zu Edward gefiel mir, auch die (andere) Liebe zu Jakob, Bellas Zerrissen- und Unsicherheit hinterließen einen tiefen Eindruck in mir, denn auch diese Seite der Liebe konnte ich ohne weiteres nachvollziehen. Und auch die war von Stephenie Meyers wirklich toll beschrieben und emotional glaubhaft dargestellt.

Insgesamt ein wirklich tolles, unterhaltsames und sehr gefühlvolles Werk.

In der Novelle „Bis(s) zum ersten Sonnenstrahl“ erzählt Meyers dann noch die Geschichte der jungen Vampirin Bree Tanner, die sich zusammen mit anderen Vampiren auf den Weg macht, um die Familie Cullen (und auch Bella) zu vernichten. Als Novelle war die Geschichte ganz „nett“, aber mehr auch nicht. Sie hat mit den Bis(s)-Büchern meiner Meinung nach nicht wirklich viel zu tun, erzählt einen Nebenstrang, der am Ende auf die Haupthandlung trifft, aber irgendwie keinen tieferen Sinn ergibt. Auf dieses Buch hätte ich ohne weiteres verzichten können, bin aber froh, es in Hinsicht auf das „Gesamtwerk“ dennoch gelesen zu haben.

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Fazit:

Gefühlvolles Teenager-Liebesabenteuer mit Gruselfaktor, das aber in meinen Augen ein All Age-Roman ist, da (wenn man sich darauf einläßt) die Gefühlswelt auch ohne weiteres für Erwachsene nachvollziehbar ist.

Ich vergebe 4,5 von 5 Sternen.

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© Buchwelten 2013

Sa(r)g niemals nie von Dan Wells (3/5)

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Sarg niemals nie …

Erschienen als
Paperback in Rough Cut
bei  Piper
320 Seiten
Preis: 12,99 €
ISBN:  9783492268837

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Frederick Whithers – nicht wie im Klappentext beschrieben Oliver Beard, denn als diesen will Frederick sich nur ausgeben – sitzt wegen Fälschung im Gefängnis. Das  hat er er seiner Freundin Gwen zu verdanken, denn sie hat ihn verraten, weil sie das gleiche will wie er: das Erbe des verstorbenen alten Beard. Um an ihn zu gelangen muss Frederick seinen Plan umsetzen und das geht nur, wenn er es irgendwie schafft, aus dem Gefängnis zu entkommen. Als sein Mitinsasse an Schwindsucht stirbt, überlegt sich Frederick blitzschnell einen klugen Schachzug: er überzeugt den Totengräber, gegen spätere entsprechende Entlohnung, ihn in den Sarg zu legen, aus dem Gefängnis zu schaffen und anschließend zu beerdigen. Dann soll der Totengräber Frederick wieder ausbuddeln und er kann sich endlich darum kümmern sein angestrebtes Erbe anzutreten.

Frederick wird auf dem Friedhof ausgebuddelt, jedoch nicht von dem Totengräber, sondern von fünf seltsamen Vampiren, die in Frederick ihren Erhabenen sehen. Sie lassen sich absolut nicht überzeugen, dass Frederick weder ein Vampir, noch überhaupt ein Toter ist.

Sie hängen ihm wie ein Klotz am Bein und Frederick hat nun gleich mehrere Probleme am Hals. Gwen, seine gierige Freundin will immer noch das Erbe für sich, die Vampire lassen nicht locker und der wahre Vampirgraf ist ebenso hinter ihm her. Wie soll es Frederick nun in all dem Chaos nur nach London schaffen, um an das heiss ersehnte Erbe zu gelangen?

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Wieder einmal hatte ich mich sehr auf den neuen Dan Wells gefreut, doch für mich kommt er mit den beiden letzten Büchern nicht mehr an die Serienkiller-Trilogie ran. Vorneweg: ich finde es wirklich gut, dass der Autor etwas anderes schreiben will, sich in verschiedenen Genres versuchen möchte und sich in keine Schublade stecken lässt. Ich mag es sehr, wenn Autoren so denken, handeln und schreiben.

Doch aus den drei ersten Roman weiss ich, dass Dan Wells schreiben kann und er hatte einen guten Schreibstil, der mich gefesselt hat. Von diesem Schreibstil ist hier nichts zu spüren. Er schreibt fast von der ersten bis zur letzten Seite durchgehend in der wörtlichen Rede. Ein (komischer) Wortwechsel jagt den nächsten und für mich ist diese Handlung eine pausenlose Aneinanderreihung von Situationskomik. Ich empfand diesen Roman als geschriebenen Slapstick-Film, der mir dann letztendlich zu Comedy überfrachtet war.

Sicher, der Autor hat das Vampirgenre ein bisschen auf die Schippe nehmen wollen, dass ist sicherlich auch gelungen, doch ich empfand es als etwas übertrieben. Was mir hingegen gut gefiel war, dass er bekannte Figuren aus der Literatur um die Zeit der Handlung (das Jahr 1817) aktiv in seinem Roman verwoben hat. Seine Nebenfiguren sind Mary Shelly, der Dichter John Keats und Jane Austen.

Gelesen hatte ich das Buch wieder in 2 halben Tagen, denn die Seiten im Rough-Cut – dieses Design behält der Verlag bei – sind nicht wirklich voll geschrieben, sodass die 320 Seiten wohl nur ca. 160 „echte“ Buchseiten sind.

Leser die beim neuen Dan Wells ein Spannungsbuch, Thriller oder Krimi erwarten, werden vielleicht enttäuscht sein. Denn von den Serienkiller Werken hat der Autor mehr als nur Abstand genommen. Wer gerne absolut Lustiges, Humorvolles liest der ist hier gut bedient.

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Mein Fazit: 3 von 5 Sternen für den neuen Dan Wells, ein Roman voller Slapstick und sicherlich auch an manchen Stellen lustig zu lesen. Mir persönlich zu übertrieben und kein erkennbarer Dan Wells mehr. Doch der Autor hat er einige literarische Grössen verbaut, was ihm tatsächlich gut gelungen ist.

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Ich danke dem PIPER Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

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© Buchwelten 2012