Ikarus von Andreas Brandhorst

ikarus

Erschienen als Taschenbuch
bei Heyne
insgesamt 576 Seiten
Preis:  14,99  €
ISBN: 978-3-453-31545-7
Kategorie: Science Fiction

Der Regierungsrat Takeder wird ermordet. Als er in einem sogenannten Kopiat, einer Hülle, die seine Erinnerungen gespeichert hat, erwacht, macht er sich auf die Suche nach seinem Mörder. Immer tiefer dringt das zweite Ich Takedes in sein vergangenes Leben ein und entdeckt ein Geheimprojekt namens „Ikarus“, bei dem er mitgewirkt hat. Und plötzlich macht man erneut Jagd auf Takeder …

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Brandhorst neigt so manches Mal dazu, zu übertreiben. Zumindest hat man bei einigen seiner Werke anfangs diesen Eindruck, bis man eines besseren belehrt wird und in eine Welt eintaucht, die man zwar gelesen nicht versteht, die aber im Kopf ein relativ klares Bild zeichnet. „Ikarus“ gehört zu jener Sorte Bücher.
Die Grundidee ist phänomenal und sofort kommt eine Art Abenteuerstimmung auf, die einen in den Bann zieht. Dann kommt der Zeitpunkt, an dem Brandhorst wild mit erfundenen (oder vielleicht auch sogar tatsächlich existierenden) Begriffen um sich schmeißt und beim Leser erst einmal eine Galaxie von Fragezeichen um dessen Kopf schwirren lässt. Aber wenn man weiter liest und sich auf die Geschichte einlässt, kristallisieren sich immer mehr Zusammenhänge heraus und man „versteht“, was Brandhorst meint. Ich habe das in einer anderen Rezension schon einmal erwähnt, aber auch auf dieses Buch trifft es wieder zu: Brandhorsts Worte erinnern an Iain Banks, der es ebenfalls verstand, seine Leser zu verwirren, bis man an einen Punkt kam und die Handlung ganz klar vor sich sah und „verstand“.

„Ikarus“ ist ein Epos, das in seiner Bildsprache wieder einmal sehr faszinierend ist und erst nach einer Weile sein gesamtes Spektrum beim Leser entfaltet. Man muss sich in Geduld üben, bestimmte Dinge erst einmal hinnehmen, um sie später entweder zu begreifen oder eben nicht, damit man diesen epischen Science Fiction-Thriller genießen kann. Ich für meinen Teil hatte wieder meine helle Freude daran, fremde Welten zu entdecken und in Paralleluniversen a la „Inception“ einzutauchen. Vor allem der sehr interessante Charakter des Holders, der als Kopie seiner selbst, seinen eigenen Mörder sucht, hat es mir angetan. Brandhorst hat die Eigenschaften und Gedanken dieses Mannes sehr gut und nachvollziehbar herausgearbeitet.

„Ikarus“ ist keine Alltagskost (das sind allerdings die anderen Bücher von Andreas Brandhorst auch nicht), das volle Aufmerksamkeit fordert, denn sonst hat man bereits nach den ersten Seiten verloren. Brandhorsts Geschichten lassen zwischen den Zeilen jede Menge Platz zu Selbstinterpretationen. Und, wie bei seinen anderen Romanen, erzeugt der Autor durch seinen bildhaften und intelligenten Schreibstil dafür, dass sich im Kopf des Lesers nicht nur die Bilder seiner Geschichte zeigen, sondern auch eigene, die sich der Leser selbst ausmalt. Das ist schon eine Meisterleistung.

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Fazit: Bildhaft und mit einer innovativen Idee entführt uns Andreas Brandhorst wieder in eine seiner unglaublich komplexen Abenteuerwelten. Intelligente Science Fiction zum Träumen.

© 2015 Wolfgang Brunner für Buchwelten

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Weltendämmerung – Die zerbrochene Welt – Berith Trilogie III von Ralf Isau (5/5)

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Erschienen als
gebundene Ausgabe mit Leseband
im PIPER Verlag
480 Seiten
Preis: 19,99 €
ISBN: 9783492702355
Kategorie: Fantasy

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Taramis ist im Kreise seiner Familie und engsten Freunde auf seiner Heimatscholle Barnea. Genauer gesagt steht Taramis mit seinem Freund dem Kirrie Jagur vor dem Haus, während seine Frau Shúria im Inneren unter Schmerzen und lauten Schreien ihr zweites Kind auf die Welt bringt.

Doch Taramis ist nicht einmal in diesem wichtigen Moment Ruhe vergönnt, denn es erfolgt urplötzlich ein Angriff auf Taramis Anwesen. Durch den Nebel greifen die Wesen an, die Taramis als das Volk der Kesalonier erkennt.

Dem Nebelwächter ist es sofort klar, dass hinter diesem Angriff niemand anderer stecken kann, als sein ärgster Feind der Antischkönig Gaal.

Taramis hatte es bereits vermutet, dass er ihn im letzten Kampf auf der Insel Peor nicht endgültig besiegt hat, denn die Leiche Gaals wurde schließlich niemals gefunden. Und da Taramis ein vorausschauender Mann ist, hat er sein Haus und das umliegende Land natürlich durch Fallen und diverse andere Schutzmaßnahmen geschützt. Somit gelingt es Taramis zunächst den überraschenden Angriff abzuwenden.

Doch kaum hat seine Tochter Aïschah das Licht der Welt erblickt, muss Taramis seine Familie erneut verlassen. Gaal, der König von Dagonis hat wieder einen großen Plan geschmiedet, um die Gesamtherrschaft über die Scherbenwelt im Äther endgültig an sich zu reißen. Dass er hierbei über Leichen geht, ist bereits bekannt. Doch Gaal schreckt nicht einmal vor den Göttern zurück.

Eine dunkle Wolke breitet sich über die Schollen Beriths aus, niemand weiß woher sie kommt, niemand weiß was genau sie bewirkt. Fest steht jedoch, sie ist gefährlich und Taramis muss gemeinsam mit seinen Gefährten erneut in den Krieg ziehen.

Er muss für seine Familie und ganz Berith kämpfen. Er muss endlich der drohenden Gefahr durch Gaal ein Ende setzen und zwar endgültig. Also begibt sich Taramis mit seinem Feuerstab Ez auf eine weitere, hoffentlich letzte gefährliche Reise um den machtgierigen Fischkopf zu töten ….

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Nachdem ich die ersten zwei Teile der „zerbrochenen Welt“ bereits gelesen hatte, habe ich mich natürlich sehr auf den finalen Band um den Krieger Taramis gefreut.

Ralf Isau hat mit dieser Trilogie wieder eine bunte, wesensreiche Fantasywelt geschaffen, die alles bietet, was ein spannendes Buch ausmacht. Sehr ideenreiche Geschöpfe hat er zum Leben erweckt, unterschiedliche Charaktere, die sehr gut ausgearbeitet sind. Seien es die Guten oder auch die Bösen.

Natürlich trifft man in diesem letzten Teil auf alte Bekannte die bereits in den ersten zwei Bänden zu Taramis Gefährten gehörten. Doch es kamen in diesem letzten Teil noch einmal neue, sehr wichtige Figuren hinzu. Auch Inselbewohner, die bislang keine Rolle spielten, sind in diesem Finalteil der Handlung hinzugewachsen.

Der Autor schafft es wunderbar, dramatische und kriegerische Szenen dennoch auch immer mit viel Gefühl auszuarbeiten. Auch lustige Augenblicke kommen innerhalb dieser eigentlich schrecklichen Momente vor, sei es nur durch eine kleine „typische“ Aussage des Zwergs (NEIN – Kirrie!) Jagur. Übrigens eine Figur, die mir im Laufe der drei Teile sehr ans Herz gewachsen ist.

Was mir an der „zerbrochen Welt“ so gut gefällt, ist nicht nur die Vielfältigkeit der Bewohner der Scherbenwelt (Menschen, Wesen, Tiere, Pflanzen Fortbewegungsschwaller, etc.), sondern auch der Zusammenhalt derer untereinander.

Bewohner verschiedener Schollen sind da genauso geachtet und gleichberechtigt, wie auch männliche und weibliche KriegerInnen. Innerhalb der Geschichte hat jeder einen wichtigen Teil inne und es wird kein Unterschied gemacht zwischen dem angeblich starken und schwachen Geschlecht. Das hier alle miteinander nur etwas ausrichten können ist in dieser Trilogie sehr gut beschrieben. Und dazu gehört dann zusätzlich noch das Zusammenspiel zwischen Menschen und den Tieren.

In diesem Teil gibt es wieder im hinteren Teil das sehr ausführliche Register über alle Bewohner und Wesen der Scherbenwelt, das sehr hilfreich ist und das ich auch immer wieder zur Hilfe genommen habe. Denn es gehört schon aufmerksames Lesen und Konzentration dazu, die vielen verschiedenen und oft ähnlich klingenden Namen auseinanderzuhalten. Auch dann, wenn man die beiden ersten Bücher der Trilogie gelesen hat. Allein dieses Lexikon ist der Wahnsinn, so etwas muss man sich erst einmal ausdenken. Denn es liest sich so, als würden tatsächlich existierende Lebewesen und Personen beschrieben. Es ist sehr professionell gestaltet.

In diesem letzten Teil kommt dann noch eine von Ralf Isau selbst gestaltete Weltenkarte hinzu, die bei der langen Reise von Taramis und seinen Begleitern eine gute Übersicht bietet.

Der Schreibstil ist – wie gewohnt – gehoben und sehr gut formuliert. Das Ende hat mir sehr gut gefallen. Ich werde nicht daran denken auch nur den kleinsten Hinweis zu geben.

Eine kleine Anmerkung noch an Ralf Isau selbst: Meine liebste, neue Figur in diesem Band war/ist Kaya. Ein wunderbares Wesen, von seiner Erscheinung und vom Charakter her.

Das war sie dann, meine Reise durch die zerbrochene Welt von Berith. Mit diesem Teil ist die Trilogie zu Ende gegangen und somit werde ich nicht mehr durch den Äther schwallen, was eigentlich sehr schade ist. Ich habe mich sehr wohl gefühlt und Taramis gerne auf seinen Abenteuern begleitet.

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Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für diesen gelungenen Abschluss der Trilogie um die zerbrochene Welt. Trotz drohender Finsternis, heftigen Kämpfen und Gefahr, hat Ralf Isau erneut eine bunte, wesensreiche Geschichte voller Abenteuer, Liebe, Freundschaft und Gefühl geliefert. Ich kann die Berith-Trilogie allen Liebhabern von ausgefallener Fantasy nur sehr empfehlen. Die Scherbenwelt ist unbedingt eine Reise wert. Allerdings braucht ihr Schwaller mit Luftkapseln … wenn ihr nicht zufällig zusätzlich mit Kiemen ausgestattet seid … 🙂

Ich danke dem PIPER Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

 

Wer Interesse hat meine Rezensionen zu den ersten beiden Teilen der Berith Reihe zu lesen:

Rezension zu „Die zerbrochene Welt – Berith I“

Rezension zu „Feueropfer – Die zerbrochene Welt – Berith II“

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© Buchwelten 2012

SAMSON und die STADT des bleichen Teufels von Andreas Dresen (5/5)

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Erschienen als
Taschenbuch
im ACABUS Verlag
372 Seiten
Preis: 14,90 €
ISBN:  978-3-86282-055-9
Kategorie: Fantasy

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Nach dem Sturz des schwarzen Engels Morton herrscht Chaos in der STADT. Die Hexen haben ihren Anführer verloren und sind außer Rand und Band. Schuld geben sie Baddah, der Hexe aus dem ersten Teil, und sie versuchen sie dementsprechend zu bestrafen.

Der STADTrat ruft nach Fahrat, er soll helfen wieder Ordnung in die STADT zu bringen, doch der ist derzeit im Dschungel unterwegs und folgt den Spuren seines legendären Großvaters. Doch Meera, seine „grüne“ Bekannte schafft es, ihn aufzuspüren und zurück in die STADT zu bringen.

In etwa zur gleichen Zeit eröffnet sich dem jungen Mann Samson der Blick auf die STADT, aufgewachsen ist er in der Stadt der Menschen, die Wesen der Zwischenwelt konnte er nie sehen. Als er plötzlich die neue Sicht auf die STADT innehat, ist er zunächst einmal kurz davor den Verstand zu verlieren. Seltsame Wesen hocken auf den Dächern und schlecken die Schindeln ab, im Badezimmer kreuzt auf einmal eine seltsame Figur auf, die sich ihm als Hausgott vorstellt.

Als hätte Samson mit diesen vielen neuen Eindrücken nicht schon genug zu tun, wird er auf einmal von dunklen Wesen verfolgt. Plötzlich muss er erkennen, dass seine Nachbarin eine Hexe ist, die offensichtlich irgendetwas mit dem ominösen Tod seiner Mutter zu tun hat.

Fahrat und Samson treffen aufeinander und machen sich gemeinsam auf den Weg, die STADT vor großem Unheil zu bewahren. Denn zeitgleich mit dem Jahrmarkt findet der Hexensabbat statt und dort wird es den entscheidenden Endkampf um die Zukunft der STADT geben. Und wenn diese Entscheidung hervorbringt, dass der düstere Unterweltler Devil Melone wieder an die Oberfläche der STADT gelangt, darf einfach nicht passieren.

Die zwei Männer haben ein Abenteuer zu bestreiten, dass eigentlich viel mehr ist: Ein gefährlicher Kampf gegen das Böse der STADT und sie sind dabei nicht wenigen Gefahren ausgesetzt …

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Dieser zweite Teil des STADT-Romans knüpft nahtlos an die Handlung des ersten Romans „AVA und die Stadt des schwarzen Engels“ an.

Schreibtechnisch hat sich der Autor aus meiner Sicht gesteigert, wie ich vermutet und erwartet hatte. Er hat hier noch ausführlicher geschrieben, sich viele verrückte Wesen ausgedacht und auch schöne Schauplätze erschaffen.

Zuviel möchte ich nicht verraten, denn auf diese fantastische Reise sollte sich jeder begeben, der gerne Fantasy liest. Nein, es gibt keine Trolle und Elfen auch nicht ;-).

Heftige Kampfszenen wechseln sich mit ruhigen ab. Es gibt liebevolle Momente, die wiederum von dunklen Szenen abgelöst werden.

Andreas Dresen erzählt diesen zweiten Teil zunächst in zwei Handlungssträngen. Der erste beschreibt den Weg des jungen Samson und der zweite begleitet den schon bekannten Schwertler Fahrat.

Später verknüpfen sich diese Handlungsstränge, als sich die beiden zusammentun und gemeinsam unterwegs sind.

Langeweile kommt nicht auf, dafür gibt es zuviel Abwechslung auf den 368 Buchseiten.

Ich hatte großen Spaß beim Lesen und die verrückten Figuren, die Dresen erschaffen hat, gefallen mir sehr. Es gibt z.B. Schildkrötenkarawanen, Kuschelbälle, die echt garstig sind und schöne grüne Frauen.

Auch die alte griechische Mythologie hat der Autor sehr gut in die Handlung eingebaut. So trifft der Leser auf den Fährmann des Styx und ist nicht einmal verwundert. Er ist so stimmig in die Handlung verknüpft, dass es einfach passt.

Diese ganze Geschichte wirkt für mich nicht einmal völlig fantastisch abgedreht, wahrscheinlich weil Dresen diese Zwischenwelt der STADT so nahtlos in die Welt eingebaut hat, die wir kennen und sehen (wollen?).

Der Roman wird vom ACABUS Verlag wieder als Taschenbuch präsentiert. Das Cover ist fast identisch mit dem des ersten Teils. Die Farbe ist nun lediglich ein knalliges gelb und auf dem Jahrmarkt ist ein Riesenrad hinzugekommen.

Die Kapitel sind wieder in einer angenehmen Länge geschrieben. Da dieser zweite Teil um einige Seiten stärker ist, als der erste, fällt das Taschenbuch leider größer aus. Für Sammler macht es sich optisch nicht unbedingt so schön, wenn zwei Bücher der selben Reihe in unterschiedlichen Größen nebeneinander im Regal stehen.

Der Verlag hat die Seiten auch wieder komplett ausgenutzt und in einem recht engen Zeilenabstand sehr voll geschrieben. Die Schrift ist zudem ziemlich klein. Hätte man das ganze etwas aufgelockert, wäre es angenehmer zu lesen gewesen aber das Buch bestimmt um etwa 100 Seiten stärker. Hier wird wohl leider das Budget der mittelständischen Verlage eine Rolle spielen, die einfach darauf angewiesen sind, ihre Druckkosten im Rahmen zu halten.

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Ich danke dem ACABUS Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für den zweiten Teil der STADT-Romane. Fantasy vermischt mit Mythologie die abwechslungsreich, bunt und ausgefallen ist. Wer sich auf diese Reise einlässt wird großes Vergnügen haben, sich in diese andere Welt mitnehmen zu lassen!

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© Buchwelten 2012

AVA und die STADT des schwarzen Engels von Andreas Dresen (4/5)

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Erschienen als
Taschenbuch
im ACABUS Verlag
200 Seiten
Preis: 12,90 €
ISBN:  978-3-86282-002-3
Kategorie: Fantasy

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Die STADT, auf den ersten Blick eine in der auch wir leben. Doch nur auf den ersten, denn eigentlich sind es zwei Städte. Die STADT der normalen Menschen mit ihren Bürgern, ihrem Bürgermeister und Senat.

Dann die STADT der Wesen aus der Zwischenwelt. Die STADT der Schwertler, Hexen, Priester, Teufel, Chimären und sonstigen zauber- und fabelhaften Wesen.

Diese anderen Wesen leben von den normalen Menschen unerkannt unter ihnen, in normalen Häusern und Wohnungen, laufen über die Straße aber werden nicht wahrgenommen. Die normalen Bürger besitzen den Blick für das andersartige nicht, können die besondere Aura nicht erkennen. Man kann sich das in etwa wie bei Harry Potter vorstellen, wo die Zauberer und Hexen auch unter den Muggeln leben und nicht erkannt oder wahrgenommen werden.

Auch diese Wesen haben ihre Oberhäupter. Deren „Teil“ der STADT wird geführt von einem Kanzler, neben ihm ein Vizekanzler. Der Kanzler ist bei den Bewohnern sehr beliebt, der Vizekanzler Morton scheint eher böse veranlagt und die Macht komplett an sich reißen zu wollen.

Fahrat ist ein Schwertler, ein Schwertkämpfer, zumindest wurde er einmal als solcher ausgebildet. Im Alltag ist er eher ein fauler, mittlerweile leicht untersetzter Mann, der lieber Kuchen und Brot backt, kocht, ein Weinchen schlürft, als dass er sich auf Abenteuer einlässt oder Schätze sucht, wie sein bekannter Vater und noch berühmterer Großvater.

Fahrat ist derzeit arbeitslos, lebt in einem Mehrfamilienhaus und hat eine Hexe als Nachbarin. Eigentlich standen sie sich mal nahe, nun hat sie einen Fluch durch den Bann um Fahrats Wohnung geschickt und jagt ihm täglich ihre Lichtkobolde auf den Hals, die nichts lieber tun, als toben und Chaos stiften.

Entnervt macht Fahrat sich auf in die STADT, als er plötzlich einen Golem sieht, der zielstrebig auf ein Haus zugeht und auf dieses eindrischt. Als er die Außenmauer zerstört hat, erkennt Fahrat, dass sich im Keller dieses Hauses jemand versteckt. Er will helfen und erkennt, dass es sich um eine zarte Menschenfrau handelt. Als gewagter Schwertler der er ja nun eigentlich ist stürzt er sich auf den Golem und macht in recht schnell unschädlich.

Fahrat hilft der Frau aus den Trümmern und nimmt sich ihrer an. Sie stellt sich ihm als AVA vor und erzählt, dass sie erst vor kurzem aus einem Irrenhaus entlassen wurde und das sie auf der Suche nach Ihren kleinen Zwillingen ist.

Sie behauptet, man habe ihr die Kinder unmittelbar nach der Geburt weggenommen und wolle ihr weismachen, sie seien gestorben. Doch AVA glaubt das nicht. Sie sagt im Krankenhaus tauchte ein schwarzer Engel auf und dem wurden die Neugeborenen durch die Krankenschwester übergeben. Und ihr selbst wollte man danach einreden, sie hätte sich das alles eingebildet und sei verrückt. Bei diesem schwarzen Engel handelt es sich um Morton, den Vizekanzler der STADT. Doch er ist nicht nur das, er ist außerdem der Führer der Hexen und zum Hexensabbat erscheinen alle Hexen, sie erliegen völlig hörig seinem lautlosen Ruf (und hinreißendem Charme… )

Fahrat, plötzlich wieder ganz der ehrenhafte Schwertler, will AVA helfen. Er will sie bei der Suche nach ihren Kindern unterstützen. Er will wissen was es mit den verschwundenen Kindern auf sich hat und es wundert Fahrat doch sehr, dass AVA als normale Menschenfrau, ihn und die anderen Wesen seiner STADT überhaupt sehen kann. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche und schon bald wird es ungemütlich für den doch sonst so gemütlichen und geruhsamen Fahrat …

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Als ich eben den Hinweis auf die Zauberer und Muggelwelt gab, war dies keine Andeutung für etwas Nachgemachtes, sondern eher ein Vergleich zur besseren Vorstellung. Den als abgeguckt möchte ich die STADT von Andreas Dresen nicht bezeichnen. Der Autor hat sich seine eigene(n) Welt(en) erschaffen und hier eine schöne Mischung aus unserem normalen Leben im 21. Jahrhundert, Fantasy und auch Mystik zu Papier gebracht.

Es gibt die unterschiedlichsten Wesen, teils gefährlich, teils eher amüsant. So sind da z.B. die Hexen, die gerne in der Badewanne liegen und Handys benutzen oder eben auch Schwertler, die eigentlich viel lieber in der Küche stehen :-).

Das Geheimnis was es mit der STADT auf sich hat, ob danach wirklich nicht mehr kommt als das GRAUEN und die WILDNIS, macht natürlich neugierig und mir als Leser hat es Freude gemacht, Fahrat, AVA und dessen Bekannte und Begleiter auf der Suche nach den Kindern und deren Wahrheit zu begleiten.

Den Schreibstil von Andreas Dresen möchte ich eher als locker und umgangssprachlich bezeichnen, jedoch nicht als flach und schlecht. Er passt gut zu den Figuren und in unsere heutige Zeit, in der die Handlung ja nun mal spielt. Dresen hat dennoch gute Beschreibungen der Personen, Figuren und Umgebung geliefert, sodass ich als Leserin die Orte und Schauplätze gut vor Augen hatte.

Einige Wesen kamen mir bekannt vor. Sicher kennt man den Teufel oder Götter. Die mechanischen Wesen, die er erschaffen hat, erinnerten mich z.B. ein bisschen an die „Viecher“ aus dem dunklen Turm von King oder Ralf Isaus Wesen in Mekanis. Aber es ist mittlerweile wohl auch kaum noch lösbar, als Autor Dinge zu erschaffen, die noch nie da waren. Der Handlung und dessen Spannung tat es keinesfalls einen Abbruch.

Ich habe diesen ersten Teil des STADT-Romans gerne gelesen, die Protagonisten waren herzlich, sympathisch und gut dargestellt. Auch die Nebenfiguren kamen sehr gut rüber, wie z.b. die Hexe Baddah oder auch Morton, der schwarze Engel. Dann gibt es noch eine ganz tolle Nebenfigur, den Trucker Manfred (warum müsst ihr schon selber lesen).

Der Roman bietet auf den „nur“ 200 Seiten Abwechslung zwischen Spannung, Dramatik, mystischen Szenen, ruhigen Phasen und auch immer wieder humorvollen Momenten, die schmunzeln lassen.

Der Verlag präsentiert das Taschenbuch in einem Hellblau und zeigt auf dem Cover eine Skyline, die unterhalb eines Wasserspiegels wohl die andere STADT darstellen soll. Die Inhaltsangabe finde ich sehr ausführlich, jedoch verrät sie nicht zuviel. Im Blocksatz gedruckt, sieht das ganze auch noch sehr aufgeräumt aus.

Die Schrift ist wieder einmal sehr klein, dass kann ACABUS leider gut. In diesem Buch sind immerhin die Zeilenabstände etwas gelockert, doch das Lesen ist bei solch einer Minischrift dann immer etwas anstrengend.

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Mein Fazit: 4 von 5 Sternen für eine schöne Mischung aus Fantasy, Mythologie und unserem „normalen“ Leben. Spannung, Dramatik und schöne Momente und Schauplätze hat dieser Auftakt der STADT-Romane zu bieten. Durch abwechslungsreiche und recht kurze Kapitel kommt keine Langeweile auf.
Und ich habe das Gefühl, dass sich Andreas Dresen im zweiten Teil SAMSON und die Stadt des bleichen Teufels noch gesteigert hat. Jedenfalls ist die Fortsetzung schon um 172 Seiten stärker.

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Ich danke dem ACABUS Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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© Buchwelten 2012

Die zerbrochene Welt – Feueropfer – Teil II der Berith Trilogie (5/5)

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Erschienen als
gebundene Ausgabe mit Leseband
im PIPER Verlag
432 Seiten
Preis: 19,99 €
ISBN:  978-3-492-70192-1

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Zwölf lange, friedliche Jahre sind vergangen, seit Taramis den König Gaal von Dagonis und dessen Sohn Bochim tötete und die Bewohner der Schollenwelt wähnen sich in Sicherheit.

Diese wird abrupt und jäh zerstört als die heilige Insel Jâr’en angegriffen wird. Keiner der Ganesen hat mehr mit solch einem feindlichen Übergriff gerechnet.

Der ehemalige Hüter des Tempels, Taramis, lebt in der Zwischenzeit gemeinsam mit seiner Frau Shúria und seinem 10-jährigen Sohn Ari auf der Scholleninsel Barnea. Dort hat er die gesuchte Ruhe gefunden, die er sich ersehnt hatte. Nach den extremen Ereignissen und Kämpfen gegen die Macht der Antische hat Taramis einen Ort gewählt, der fernab von sämtlichem Trubel liegt. Große Menschenansammlungen sind ihm mittlerweile unangenehm und machen ihn nervös.

Doch als er eines Morgens mit ansehen muss, wie die Landzunge der bewohnten Scholle abbricht und seine Frau und sein Sohn darauf in den Äther treiben, bleibt ihm keine Wahl. Er muss seine neue Heimat verlassen um seine geliebte Familie wieder zusammenzuführen.

Auf  dieser Suche trifft er auf die verwitwete Ganesin Isháh, die Besitzerin eines Donnerkeils (ein schwallendes Reisetier, das große Lasten durch den Äther befördern kann).
Weiterhin begleitet ihn unter anderem ein alter Bekannter: Jagur, der Zwerg – nein KIRRIE – er wird ihm als Sonderbegleiter an die Seite gestellt, als man Taramis das Hemd Leviat (das Hemd der Unverwundbarkeit) überlässt. Wie er an das Drachenhemd gelangt  und wozu er es benötigt sei hier nicht erwähnt.

Ziel der Gefährten ist Peor, die Hauptstadt Komanas. Hierher werden sämtliche abgebrochenen Schollenstücke der zerbrochenen Welt wie durch fremde Kräfte hingezogen. Dort sammeln sich diese Stücke und bilden eine grosse Traube.
In Peor droht Gefahr. Es werden regelmässig Feueropfer dem Gott Dagon in riesigen Öfen dargeboten. Gründer dieses irren Kults ist Eglon, der Oberpriester. Er will den Götzen durch die Menschenverbrennungen milde stimmen.

Doch was führt Eglon wirklich im Schilde und kann Taramis es verhindern, dass seine Frau Shúria und sein Sohn Ari ebenfalls als Menschenopfer im Verbrennungsofen enden?

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Dies ist der zweite Teil der Berith Trilogie und ich habe mich von Anfang wieder zu Hause gefühlt in der fantastischen Welt – oder eher den fantastischen Welten – die Ralf Isau hier geschaffen hat.
Taramis ist älter geworden, viele Jahre sind vergangen und gerade das hat mir sehr gut gefallen. Die Geschichte knüpft nicht dort an, wo die erste aufgehört hat und dennoch war ich sogleich wieder in der Handlung.

Die Vielfalt der Wesen, die für diese Geschichte erschaffen wurden, brauche ich nicht mehr zu erwähnen. Isau hat seinem Namen „Phantast“ hier wieder alle Ehre gemacht und das Register im Anhang ist ausführlich wie ein Lexikon.
Allein dies zu lesen beweist mir, wie ausführlich sich der Autor mit der Schöpfung seiner Welten und deren Bewohner befasst. Ausführliche Beschreibungen der z.B. Riesenschwallechsen in Bezug auf Aussehen, Grösse und sonstige biologische Eigenschaften sind dort erläutert. Ein nicht nur hilfreicher, sondern auch für sich hochinteressanter Anhang.

Der Schreibstil ist gewohnt gehoben und anspruchsvoll. Sicher gibt es hier auch lockere Redensarten aber die kann ich nicht als umgangssprachliche Ausdrücke bezeichnen. Für mich ist dieser zweite Teil der Berith-Trilogie erwachsener als Teil I. Er ist stellenweise recht blutig und auch das Thema Vergewaltigung und Misshandlung wird behandelt. Dies passt vollkommen gut in die Handlung und zeigt mir erneut, dass Isau absolut hochwertige Literatur zu Papier bringt.

Diese krassen, teilweise brutalen und/oder schlimmen Ereignisse sind aber so in der Handlung verwoben, dass sich die Geschichte dennoch wie ein Fantasyabenteuer liest. Mir persönlich hat diese Steigerung sehr gut gefallen.

Meine absolute Lieblingsfigur – neben dem Protagonisten Taramis – ist eindeutig Jagur, der Zwerg – nein KIRRIE 🙂 . Er hat mich sehr oft schmunzeln und auch lachen lassen. Die Art, wie sich die Freundschaft zwischen Taramis und ihm entwickelt, ist einfach toll und macht grossen Spass.

Das Buch wird in einer schönen, gebundenen Ausgabe mit goldenem Leseband – nicht nur was für das Auge, sondern auch für das Bücherregal – präsentiert. Das geprägte Cover mit dem flammenden, brennenden Kopf zeigt mir ebenso, dass dieser Teil II etwas heftiger ist als sein Vorgänger und passt für mich gut zum Titel.

Immer noch stehen die Thriller von Ralf Isau (Die Dunklen, Der silberne Sinn, Der Mann der nichts vergessen konnte oder Messias) in meinem SUB und warten darauf gelesen zu werden. Ich bin sehr gespannt, auf meinen ersten Isau-Thriller …

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Mein Fazit: Die Fortsetzung um die Abenteuer des Nebelwächters Taramis erhalten von mir erneut 5 von 5 Punkten. Eine gelungene Handlung, die spannend, gefühlvoll und dramatisch ist. Sie ist verwoben in der ungewöhnlichen Welt Beriths und niedergeschrieben in einem sehr guten Schreibstil.

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Ich danke dem PIPER Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares und Ralf Isau für die Widmung, die mein Gewinn war.

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Mehr über den Autor auf seiner Homepage oder auf der Fanseite bei Facebook.

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© Buchwelten 2011

Drei von Stephen King – Teil II „Der dunkle Turm“ (5/5)

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Erhältlich als durchgelesene Neuausgabe als
Taschenbuch im HEYNE-Verlag
Preis: 8,95 €
ISBN-Nr.: 978-3453875579

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Der zweite Teil beginnt etwa sieben Stunden, nachdem Roland das lange Gespräch mit dem schwarzen Mann geführt hat. Er erwacht um Jahre gealtert (Walter – der schwarze Mann ist zu Knochen und Staub verfallen) am Strand des westlichen Meeres und es wird gleich dramatisch. Mutierte Riesenhummer greifen den Revolvermann an und verletzen ihn schwer. Er verliert zwei Finger seiner rechten Hand, was für ihn natürlich ein sehr schlimmer Verlust ist. Das Halten eines Revolvers mit dieser Hand in nun nahezu unmöglich. Durch diesen Biss wird er ausserdem schwer vegiftet und Roland wird krank. Er bekommt starkes Fieber, eine Blutvergiftung und ist sehr schwach.
Dennoch schleppt er sich vorwärts, immer den Strand nördwärts entlang, auf der Suche nach den drei ihm vorhergesagten Gefährten. Auf diesem Weg findet er nach und nach drei seltsame Türen, die frei auf dem Strand stehen.
Durch diese gelangt Roland nach New York, aber immer in anderen Zeiten. Er trifft mitten im Flugzeug auf den Gefangenen (des Heroins) Eddie Dean im Jahre 1987. Er zieht ihn mit hinüber in seine Welt, was bei Eddie mit sehr viel „Vorarbeit“ verbunden ist.
Im Jahre 1964 trifft er bei der nächsten Türe auf die schwarze, verkrüppelte Odetta Susannah Holmes. Die Bezeichnung ‚Herrin der Schatten‘ trifft es bei ihr mehr als gut. Sie verlor bei einem U-Bahn Unfall beide Beine und in ihr leben zwei völlig verschiedene Wesen. Auch sie wird durch Roland in seine Welt gezogen, was nicht unbedingt ungefährlich ist
Nun gilt es noch die dritte Person zu finden oder zu „ziehen“ wie Roland es nennt und noch eines ist wichtig…. Roland braucht dringend Medikamente aus der „anderen“ Welt. Es geht ihm zunehmend schlechter und lange schafft er es nicht mehr. Außerdem belastet noch etwas den Revolvermann stark. Er wird von Jake heimgesucht, dem Jungen, den er unter dem Berg hat fallen lassen…..

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War Schwarz noch eine einleitende Geschichte für mich, die ich zwar gut aber für einen Stephen King Roman eher mässig fand, so hat King es bei Drei geschafft mich von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln. Es gibt viele Längen, die ich aber nicht als solche empfunden habe. Denn Roland wandert nun einmal tagelang (allein oder später mit Gefährten) einen Strand entlang und ausser, dass nach der Dämmerung die Monsterhummer aus dem Meer kriechen, passiert eigentlich nicht viel. Und doch geschieht eine Menge.
Die Szenen, in denen Roland in den zu ziehenden Personen „nach vorne geht“ sind sehr gut geschrieben. Der Autor stellt seine Figuren so echt dar, dass sie mir sehr ans Herz gewachsen sind. Sei es Eddie, der es wirklich nicht einfach hat in dieser anderen Welt oder Odetta/Detta , die durchgeknallte, farbige Krüppelin, die es in der Tat in sich hat.
Beim „ziehen“ des dritten Gefährten sind wahrscheinlich alle Fans so enttäuscht gewesen, wie ich. Denn die Person die wir uns alle gewünscht haben ….

Stephen King hat mit dem Turm eine Idee und eine Welt geschaffen, wie sie schräger nicht sein kann. Ein apokalyptisches Endzeitbild, dass dennoch immer wieder an den Wilden Westen erinnert. Die Ausflüge in „unsere“ Welt, auch wenn es in unterschiedlichen Jahren ist. Der Turm macht einfach nur Spass, Lesevergnügen pur. Der dunkle Turm ist ein absolut untypischer King. Er beweist eindeutig, dass er mehr als nur ein Horrorschreiberling ist. Respekt, das ist ihm gelungen.

tot. habe ich bereits gelesen, die Rezension dazu werde ich auch schreiben und nun habe ich mit Glas angefangen. Ich bin wirklich nur froh, dass ich die gesamte Reihe hier im Regal stehen habe. Denn zur Zeit der ersten Veröffentlichungen mussten die Fans mitunter 4 Jahre (!) auf den nächsten Teil warten. Das kann in Qualen ausarten 🙂

Auch wenn ich Drei noch in der originalen HEYNE-Erstausgabe gelesen habe, die ja nun bekanntlich gerne mit Fehlern versehen sind, erhält dieser zweite Teil von mir die volle Punktzahl: 5 von 5 Sternen.

Und da ich nun meine Rezension verfasst habe, werde ich mir nun andere Rezensionen zu diesem Werk ansehen. Vorher lese ich sie nie, damit ich mich nicht – unbewusst – beeinflussen lasse. Sollte jemand denken, ich hätte oben zu viel von der Handlung verraten, das ist nicht der Fall. Es gibt noch unendlich vieles zu entdecken und erfahren, die Spannung des Lesens wird erhalten bleiben….

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© Buchwelten 2011

Die zerbrochene Welt von Ralf Isau (5/5)

Erschienen als gebundene Ausgabe im PIPER-Verlag
Preis: 19,95 €
ISBN-Nr.: 978-3-492-70191-4

Die zerbrochene Welt ist die Welt Berith, die gesplittert in unzählige Schollen/Inseln durch den Äther treiben. Die einzelnen Inseln sind von Luftblasen umgeben, so dass deren Bewohner atmen können. Es gibt die verschiedensten Wesen die diese Inseln bewohnen, einige verfügen sogar neben den Lungen über zusätzliche Kiemen, so dass sie auch im Äther „atmen“ können. Taramis ist einer dieser Bewohner. Er ist ein Krieger und ein Nebelwächter und für sein noch recht junges Alter schon sehr bekannt im gesamten Reich. Durch eine List wird er von seiner Heimatinsel gelockt, als er zurückkehrt ist die Heilige Insel Jâr’en vom kriegerischen Volk der Dagonisier überfallen worden und fast alle Bewohner wurden ermordet. Unter ihnen auch Xydia, Taramis große Liebe. Auch sie fiel den Fischköpfen zum Opfer, wurde buchstäblich hingerichtet. Als auch Taramis Mutter an den Folgen eines Schwerthiebes stirbt, macht sich der junge Krieger auf den Weg und sucht Rache. Er will dieser feindlichen Übernahme seiner Welt ein Ende setzen und begibt sich gemeinsam mit 12 Gefährten auf den Weg. Hier muss er unzählige Kämpfe ausfechten, Gefangennahmen überstehen und es beginnt ein schreckliches, dramatisches Abenteuer….

Isau schafft es immer wieder. Er erfindet Welten und Wesen, die absolut außergewöhnlich und farbenfroh sind. Die Landschaften sind so genau beschrieben, dass ich sie als Leserin sehen und riechen  konnte. Ich bin gemeinsam mit Taramis auf Riesenschwallechsen durch den Äther geflogen, habe Ätherschlangen gesehen und mich geduckt als die Antische – diese bösartigen, hinterlistigen Fischköpfe ihre lähmenden Giftstachel abgeschossen haben. Ich habe mitgefiebert als Taramis seinen legendären Stab Ez geschwungen hat, der Gegner in Brand setzt – wenn sie nicht ein reines Herz haben – und davon gab es nicht sonderlich viele.

Ich komme leicht in Bedrängnis denn ich sagte über den „Schattendieb“ in meiner letzten Isau-Rezension, dass es für mich der beste Isau bisher war. Nun, dann kam „Die zerbrochene Welt“. Besser? Kann ich nicht sagen, denn sie ist einfach anders und nicht vergleichbar. Fakt ist, Isau kann Fantasy und zwar die, die auch Erwachsene lieben, weil sie sich einfach in eine fremde, bunte Welt hineinversetzen lassen können und dort gemeinsam mit den Protagonisten die Abenteuer erleben.
Der Roman ist alles andere als langatmig. Die Kapitel sind relativ kurz gehalten und somit liest man sich sehr schnell durch die Handlung. Oft wird gekämpft – muss leider gekämpft werden – so dass man immer mal wieder froh über eine kleine Ruhephase ist. Wobei selbst dann rechnet man wieder mit einer Hinterlist dieser mehr als unangenehmen Fischköpfe :-). Teilweise hatte ich ein wenig Schwierigkeiten mit den Namen der „Gegner“. Denn ein Bösewicht hat mitunter drei Namen. Aber im Laufe der Geschichte habe ich da gut durchgeblickt und es gibt ausserdem noch einen sehr ausführlichen Anhang. Hier hat Isau alles ausführlich erklärt und beschrieben. Die Welten, die Bewohner und sämtliche Wesen.  Dies hat er sehr ausführlich getan, so dass ich als Leser das Gefühl hatte ich lese in einem Lexikon und nicht den Anhang einer erfundenen Geschichte. Ich freue mich heute schon auf die Fortsetzung, denn ich bin gespannt welche weiteren Abenteuer auf  Taramis warten….

Das Buch ist eine gebundene Ausgabe mit einem Lesebändchen – ja, ich bin bekennender Lesebandfan – eingeschlossen von einem sehr schönen Schutzumschlag. Das Cover ist geprägt und gibt die zerbrochene Welt schön und in tollen Farben wieder. Also auch das Äußere des Buches sehr gelungen und somit seinen Preis von 19,95 € wert.

Zusammenfassend hat mich dies wieder einmal veranlasst Isau die volle Punktzahl zu vergeben. Ein sehr gehobener, ansprechender aber nicht schwerer Schreibstil. Eine Idee die bunt, vielfältig und sehr einfallsreich zu Papier gebracht wurde. Verpackt zwischen zwei sehr schönen Buchdeckeln.

Gsamtwertung 5 von 5 Punkten

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