„Smith -Mein Leben bis zur Tragödie der Titanic“

Mein Ehemann Wolfgang Brunner ist euch allen als Mitautor vieler Rezensionen hier auf Buchwelten bekannt. Aber wie viele von euch (hoffentlich) wissen, ist er Romanautor und hat bereits eine Reihe Romane veröffentlicht.

Das neueste Werk meines Mannes erzählt eine besondere Geschichte. Romane über die TITANIC gibt es viele. Über den Kapitän dieses Dampfers, Edward John Smith, gibt es im deutschsprachigen Raum bislang überhaupt keinen Roman.

Mein Mann hat ihn geschrieben: einen biografischen Roman, der sich mit dem gesamten Leben dieses Mannes befasst.

Heute möchte ich meinen Lesern den neuen Buchtrailer zum Roman vorstellen:

 

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Neues vom Autor Wolfgang Brunner

Zunächst einmal ist ganz aktuell das erste gemeinsame Werk, das Wolfgang Brunner zusammen mit dem Autorenkollegen Rolf Lindau verfasst hat, erschienen:

DIE HELLEN SCHATTEN DER ZEIT – Eine historische Zeitreise-Steampunk-Science Fiction-Dystopie, in der es um einen Zeitreisenden geht, der historische Attentate und Katastrophen wie z. B. die Mordanschläge auf JFK, Gandhi, John Lennon, Franz Ferdinand und Tragödien wie den Bombenabwurf auf Hiroshima oder den Anschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001 verhindern möchte.

Das Buch kann über Amazon oder im Shop auf Wolfgang Brunners Homepage zum Preis von €uro 14,98 bezogen werden.

Die hellen Schatten der Zeit Cover

Hier gibt es den Buchtrailer zum Roman:

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Ende Februar wirft dann ein bedeutendes Event seine Schatten voraus: Die Elektronik-Band „Pyramid Peak„, eine der führenden Elektronikbands Deutschlands (die sich nicht hinter Größen wie Tangerine Dream verstecken muss), hat Brunners Roman „Der Schmetterlingsmann“ vertont. In einer einzigartigen Mischung aus Lesung und Musikkonzert wird der Autor zusammen mit der Band am 28. Februar 2015 in den Güterhallen in Solingen diese mystische Reise vortragen und zu einem Konzerterlebnis der besonderen Art machen.

PP WB

Unter dem Motto „The power of love – Eine musikalische Liebesgeschichte“ laden die 3 Elektronik-Musiker und der Autor zu einem ersten gemeinsamen Event ein. Dabei werden Pyramid Peak die Lesungen aus dessen Buch „Der Schmetterlingsmann“ musikalisch begleiten und zwischen den einzelnen Lesungsparts die Zuhörer in ihren Klangkosmos entführen. Somit ergänzen sich Musik und Literatur in einzigartiger Weise und versprechen einen kulturellen Genuss der Extraklasse.

Das Atelier Pest Projekt von Peter Amann bietet dabei den würdigen Rahmen und komplettiert das Event mit seinen Skulpturen aus Stahl und anderen natürlichen Materialien. Einlass ist um 19:00 Uhr, los geht’s dann um 19:30 Uhr.

Karten können im Shop zu einem Vorverkaufspreis von €uro 13,- erworben werden. (An der Abendkasse kosten die Karten dann €uro 15,-)

Selbst schuld, wer sich dieses Ereignis entgehen lässt. 😉

Wer sich für kommende Lesetermine des Autors interessiert, sollte in gewissen Abständen Terminkalender auf der Autorenhomepage anklicken, um immer auf dem Laufenden zu sein.

Eine Lesung in Berlin, und zwar in der Landesvertretung Nordrhein-Westfalen, ist angedacht, bei der aber leider noch kein fester Termin steht.

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Zu guter Letzt noch der  Hinweis, dass Brunners Debut „CRYPTANUS – Der Geruch des Todes“ nach langer Zeit wieder als Zweitauflage erhältlich ist und die beiden nachfolgenden Teile zeitnah folgen werden: „CRYPTANUS – Das Geheimnis von Griphus Nix“ erscheint voraussichtlich Ende Januar 2015 als Zweitauflage und der bisher unveröffentlichte dritte und abschließende Teil mit dem Titel „CRYPTANUS – Der Kampf um Salva Sens“ dann Ende März 2015.  Weitere Infos über den Cryptanus-Zyklus unter www.cryptanus.de.

Liebe Grüße
Marion

Wolfgang Brunner im Gespräch mit Gregory Benford / Wolfgang Brunner in conversation with Gregory Benford

 

Wolfgang Brunner im Gespräch mit Gregory Benford 

Das Interview ist im Anschluss an die freie deutsche Übersetzung noch im amerikanischen Original veröffentlicht.

The original interview in American is published below the German translation.

GB 2010

 

Gregory Benford, Jahrgang 1941, ist ein bekannter US-amerikanischer Science Fiction Autor. Als Physiker lehrt er an der University Of California in Irvine.
Mit seinem Zeitreise-Roman „Zeitschaft“, mittlerweile zum SF-Klassiker geworden, gewann Benford 1980 den Nebua Award und den Jon W. Campbell Memorial Award. In den 90er Jahren schrieb er einen der drei autorisierten Fortsetzungsromane von Isaac Asimovs Foundation-Zyklus.

Buchwelten freut sich außerordentlich, ein Interview mit dem Literatur-Preisträger zu präsentieren.

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Gregory Benford bedeutet hochwertige Science Fiction. Woher nimmst Du Deine Ideen? Trume, wahre Begebenheiten oder einfach nur konzentriertes Nachdenken?

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Meistens aus der Forschung. Zeitschaft (Timescape) entstand durch meine Doktorarbeit an der UCI (University Of California) San Diego in den 60er Jahren und meine Arbeit als Referendar in Cambridge im England Mitte der 70er Jahre. Ich veröffentlichte Studien über Tachyonen, theoretische Teilchen, die sich schneller als das Licht bewegen, und deren Quantenmechanik.
Meine Karriere alsLaborant und theoretischer Physiker verschaffte mir diesen „komplizierten Tanz“ in der akademichen Forschung.
Meine sechsbändige Reihe (
Contact-Zyklus) über das galaktische Zentrum entstand durch meine astrophysikalischen Arbeiten im Zentrum für Astronomie in Cambridge, wo ich die Idee von magnetisch gesteuerten Düsen – heute übrigens eine anerkannte Weisheit – und die magnetische Umgebung des Schwarzen Loches in unserem eigenen galaktischen Zentrum behandelte. Natürlich war von den Romanen nicht zu erwarten, dass sie den Alltag im Leben eines Wissenschaftlers widerspiegeln. Das war dann ausschaggebend für mich, die Science Fiction zu erkunden, da es so wenig über diesen primären menschlichen Arbetsbereich gibt.

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Du hast zusammen mit David Brin und Greg Bear eines der bedeutendsten Werke der SF-Literatur, Isaac Asimovs Fundation Zyklus, fortgeführt. Wie fühlte sich das für Dich an?

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Janet Asimov kam auf mich zu. Die Idee, weitere Romane, die im Foundation-Universum handeln, zu schreiben, stammte von Janet Asimov und dem Repräsentanten von Asimovs Nachlass, Ralph Vincinanza. Von ihnen angesprochen, habe ich zunächst abgelehnt, da ich mit der Ausführung des High Energy Density Physics Laboratory an der UCI Irvine und meinen eigenen Romanen beschäftigt war. Aber mein einmal gewecktes Unterbewusstsein konnte dieses Angebot nicht ablehnen.
Nach einem halben Jahr des Kampfes mit Ideen für das Foundation-Universum, die oft in Träumen kamen und mich nicht mehr losließen, habe ich schließlich Ralph Vicinanza angerufen und mit ihm begonnen, einen Plan mit einer passenden, komplexen Handlungskurve und entsprechender Logik zu konstruieren, die in mehreren Romanen enthüllt werden sollten.
Obwohl wir mit mehreren Autoren über dieses Projekt sprachen, erschienen uns zwei Hard SF Autoren, die weitestgehend von Asimov beeinflusst waren und und unangefochten technische Fähgkeiten besaßen, als am besten geeignet: Greg Bear und David Brin.
Bear, Brin und ich hielten engen Kontakt, während in den ersten Band schrieb. Wir beabsichtigten drei eigenständige Romane, bei denen wir am Ende aber ein übergreifendes Mysterium schafen wollten. Erste Elemente erschienen in meinem Roman
Der Aufstieg der Fundation (Foundation`s Fear), wurden dann in Gre Bears Foundation und Chaos (Foundation And Chaos) weiter verstärkt, um dann in David Brins Der Sieg der Foundation (Fundation`s Triumph) fertiggestellt zu werden.

Ich verstreute in meiner Geschichte Details und Schlüsselelemente, die später Früchte trugen.
Ich hatte mich immer gefragt Die Foundation-Serie begann im Zweiten Weltkrieg, als sich Amerika geradewegs in Richtung Weltmacht entwickelte und ihren Zenit fast erreicht hatte. Die Serie spielt sich über Jahrzehnte ab, als die Vereinigten Staaten Angelegenheiten auf der ganzen Welt in einer Weise dominierten wie keine andere Nation es je tat. Nun bedeutet die Fundation Imperium und Verfall gleichzeitig. Wurde dieser Verrat zu einer Angst, geboren in dem Moment, als sie sich ihrem glorreichen Höhepunkt näherte?
Außerdem konnten wir mit dem „Fans sind Slans“-Syndrom arbeiten, der Übermenschen-Mentalität in Cmic-Bchern, wo der Held wie Achilles jenseits einer Rechenschaftspflicht gegenüber den Massen handelt
viel Nährboden für uns um darzustellen, wie unserer Meinung nach die große Zukunft aussehen könnte.

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Welches sind Deine literarischen Vorbilder? Und was liest Du privat?

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Mainstream: John Updike, Hemingway, Faulkner, Ian McEwan, Raymond Chandler.
SF: Heinlein, Clarke, Stapledon, Asimov, Ursula LeGuin, Joanna Russ.
Ich las viel, aber immer auf ein Genre begrenzt: Michael Connelly, James Cambias, Linda Nagata, Nancy Kress
es gibt so viele!

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Welche Filme siehst Du gerne in Deiner Freizeit?

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Viele europäische Filme. Und die vor kurzem gemachten SF-Filme wie Her, Gravity, Under The Skin, Europa Report. Ich liebte auch Lola rennt.

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Ein Schriftsteller hat meistens unzählige Projekte im Kopf, die noch nicht geshrieben wurden. Welches davon liegt Dir momentan am meisten am Herzen und warum hast Du es noch nicht geshrieben?

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Ich habe zwei Kurzgeshichten, die Romane werden sollen. Eine über eine SETI-Bibliothekarin und die andere handelt von einer weiblichen Unternehmerin im Sonnensystem – beide Frauen leben Jahrhunderte in der Zukunft. Und dann habe ich noch eine alternative Geschichte über den Zweiten Weltkrieg, in der die USA nicht die Fehler macht, die sie mit dem Manhattan Projekt begangen haben. Deutschland wird aus Hitlers „Götterdämmerung“ gerettet und wir halten die Sowjets aus dem Osten raus. Und es gibt auch noch jede Menge physikalischen Spaß!

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Wieso denkst Du, hat es gute SF so schwer, als literarische Gattung akzeptiert zu werden? Zumindest verhält es sich in Deutschland so. Ist es womöglich in den USA anders?

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SF gewinnt langsam an Akzeptanz, wie damals harte Kriminalromane in den 40er und Folgejahren. Nun haben Chandler und JD McDonald den Test gegen die Zeit und unsere alten Feinde, die literarischen Torhüter der konventionellen Weisheit, überstanden. Philip K. Dick schuf Blade Runner und plötzlich kam die langsame Erkenntnis, dass unsere Gegenwart den Visionen aus Dicks Vergangenheit ähneln. Ähnliches zeichnet sich bei der Entwicklung unserer Technik-Kultur ab, die die Science Fiction Literatur immer mehr in den Vordergrund bringen wird, mehr und mehr.

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Eine Frage an den privaten Gregory Benford: Welchen Traum willst Du Dir unbedingt noch erfüllen?

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Länger leben! Ich gründete mehrere genetische Unternehmen nach dem Tod meiner Frau, und wir haben mittlerweile nützliche Produkte, die die Vitalität bis zu einem Alter von nahezu 100 Jahren verlängern. Außerdem möchte ich den Weltraum kommerzialisieren, um die riesigen Ressourcen unseres Sonnensystems zu öffnen, damit ein Großteil der Menschheit sich dorthin begeben kann. Alle diese Ziele sind stark miteinander verbunden.

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Dein neuester Roman ist eine Zusammenarbeit mit dem wunderbaren Autor Larry Niven. In Himmelsjäger (Bowl Of Heaven) entdeckt die Menschheit in der Zukunft ein schüsselförmiges Gebilde, das mit einer Hälfte einen Zwergstern umschließt und dessen austretende Energie als Antrieb nutzt. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

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In der Science-Fiction ist ein „Big Dumb Object“ (Großes dummes Objekt) ein riesiges, geheimnisvolles Objekt, das allein durch seine Anwesenheit ein intensives Gefühl der Verwunderung erzeugt. Sie müssen nicht in sich konstruiert sein, obwohl – vielleicht drückt sich so der „dumme“ Aspekt bei ihnen aus.
Larry sagte auf einer Party zu mir: „Große dumme Objekte sind so viel einfacher. Zerstörte Zivilisationen, wo wie ich es bei
Ringwelt gemacht habe, sind so viel einfacher. Los, lass es uns angehen.“
Ein Intelligentes Objekt ist statisch instabil, aber dynamisch stabil, so wie wir, wenn wir gehen. Wir fallen auf einem Bein nach vorn und fangen uns dann mit dem anderen selbst auf. Das benötigt eine Menge schnelle Signalverarbeitung und Koordination. (Wir sind das einzige große Tier ohne Schwanz, das dieses gemeistert hat. Zwei Beine sind eine wacklige Angelegenheit ohne ein großes Gehirn oder einem stabilisierenden Schwanz.) So schrieben wir
Himmelsjäger (Bowl Of Heaven) und entschieden, dass wir zwei Bände dazu brauchten , um das Ganze zu einem Großen Intelligenten Objekt aufzubauen . Das schüsselförmige Gebilde muss kontrolliert werden, denn es ist nicht neutral stabil. Nivens Ringwelt ist ein Großes Dummes Objekt, seit es passiv stabil ist, so wie wir, wenn wir still stehen. (Oder die Ringwelt würde Gefahr laufen, durch einen Schubser in die Sonne zu fallen. Dieses Problem konnte ziemlich einfach rechtzeitig gelöst werden. Larry setzte aktive Stabilisatoren in den zweiten Ringwelt-Roman ein.) Es gibt mehrere Große Dumme Objekte in der SF, aber soweit ich weiß eben keine inteligenten. Unser Großes Intelligentes Objekt ist größer ist als die Ringwelt und fliegt mit einem ganzen Stern als der Motor irgendwo hin.
Unser schüsselförmiges Objekt ist eine mehr als hundert Millionen Meilen große Muschel, das durch die Schwerkraft und einige elektrodynamischen Kräfte zu einem Stern wurde. Der Stern erzeugt einen langen Strahl aus heißem Gas, der so gut magnetisch eingeschlossenen ist, dass er durch ein Loch in der Krone der muschelförmigen Hülle ihn antreibt. Dieser Strahl treibt das gesamte System vorwärts – ein Stern verwandelte sich buchstäblich in den Motor eines „Schiffes“, welches die Muschel, also das schüsselförmige Objekt ist. Im Inneren der Muschel wächst eine aufstrebende Zivilisation. Die Struktur des Romans ähnelt nicht sehr Larrys Ringwelt, weil wir es mit dem Problem von Eingeborenen zu tun haben.
Unser Intelligentes-Schüssel-Objekt sitzt nicht einfach nur fest und wartet auf Besucher und die Bewohner leben ihren Alltag wie in
Ringwelt, sondern es bewegt sich.

Wir begannen mit dem Naheligendsten: Wohin gehen sie und warum?

Die Beantwortung dieser Frage nimmt den gesamten Rahmen der beiden Romane ein. Das macht den Spaß an intelligenten Objekten aus – sie flößen nicht nur Ehrfurcht ein, sondern sie faszinieren. Mein Großvater pflegte einst beim Krabbenfischen im Golf von Mexiko zu sagen: Ein Boot ist nur auf der Suche nach einer Stelle, um zu sinken.

Als wir begannen, uns solch ein neues, glänzendes Großes Intelligentes Objekt auszudenken, sagte ich: Eine künstliche Welt wartet geradezu darauf, aus den Nähten zu platzen.
Stell Dir vor: Du lebst nur wenige Meter von einem hohen Vakuum entfernt, das sich aufgrund der Drehbewegung (die die Zentrifugalkraft liefert) rasend schnell bewegt. Das macht es einfach, um Schiffe zu starten, da diese die Drehgeschwindigkeit in Bezug auf das Objekt oder die Ringwelt nutzen … aber das bedeutet auch, dass große Mengen an anfallenden Belastungen ausgeglichen werden müssen.
Lebewesen auf der Sonnenseite wollen basteln, neue Dinge ausprobieren …
„Weißt du Fred, ich denke, ich kann dieses Sanitär-Problem nur mit einem kleinen Rechtsdreher hier beheben. Uh-oops!“
Das Vakuum kann dich schon mal schnell heraussaugen. Plötzlich bewegst Du Dich mit tausend Kilometern pro Sekunde auf einer Tangente weg – um einiges schneller als die 50 km / s, die man benötigt, um dem Stern zu entkommen. So etwas macht die Erkundung von nahen Sternen auf „Vorbeiflieg-Missionen „einfach.

Aber dieser einfache Ausgang ist natürlich eine Gefahr. Auf einem Großen Intelligenten Objekt zu leben, bedeutet, dass man besser auf sich selbst aufpassen sollte.

Larry und ich haben mit diesen Ideen schon seit Jahren herumgespielt, bevor wir uns entschlossen, jetzt ernsthaft und tatsächlich diese Bücher zu schreiben. Dabei stellte sich heraus, ass es sogar noch mehr Spaß machte, als wir uns dachten. Hard SF funktioniert in der gleichen Art wie Wissenschaft – Kooperationen sind häufig und es gibt einen kulturellen Austausch, um die Durchführung von ausgearbeiteten Ideen durch Beispiele (Versuche) und Big Ideas (Theorie) voranzubringen. SF formte einst die Kultur, die moderne SF wahr gemacht hat – technisch-wissenschaftliche Macher, die unsere moderne Welt kreiert hat.

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Welchen Deiner Romane würdest Du heute anders schreiben, hättest Du die Möglichkeit dazu?

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Wahrscheinlich meinen ersten: „The Stars in Shroud“. Ich finde ihn heutzutage ein bisschen deprimierend, aber diese Stimmung hielt ich damals für serios. Ich war noch jung!

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Wärst du kein Schriftsteller, welchen Beruf hättest Du dann ergriffen?

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Ich bin ein Teilzeit-Schriftsteller! Mein richtiger Job war Professor der Physik und Astronomie an der UC Irvine. Ich bin jetzt im Ruhestand, halte aber mein Büro an der UCI aufrecht und leite mehrere Unternehmen fpr Genetik. Science Fiction kommt dann an dritter Stelle auf meiner Karriereleiter.

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Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen. Buchwelten wünscht Dir alles Gute für alle kommenden Veröffentlichungen.. Wer mehr über Gregory Benford erfahren möchte, sollte sich auf seiner Homepage umsehen.

© 2014 Gregory Benford / Wolfgang Brunner für Buchwelten

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Wolfgang Brunner in conversation with Gregory Benford

 

Gregory Benford, born in 1941, is a well-known American science fiction author. As a physicist, he teaches at the University of California at Irvine.
With his time-travel novel, „Timescape“, an SF classics, Benford won the 180 Nebula Award and the John W. Campbell Memorial Award. In the 1990s he wrote one of the three authorized sequels of Isaac Asimov’s Foundation-cycle.

Buchwelten is very proud to present an interview with the literature prize winner.

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Gregory Benford means high quality in science fiction. Where do you get your ideas? Dreams, true stories or just concentrated thought?

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Research, mostly. Timescape came from my doctoral thesis at UC San Diego in the 1960s, plus my work while a Fellow at Cambridge, England in the middle 1970s. I published papers on tachyons, the theoretical particles that move faster than light, and on their quantum mechanics.My career as a lab and theoretical physicist gave me the intricate dance of academic research. My Galactic Center series of six novels came directly fromm my astrophysical work at Cambridge’s Center for Astronomy, where I introduced the idea of magnetically controlled jets—now the accepted wisdom—and the magnetic environment around the black hole at our own galactic center. Of course, novels aren’t about science expect as it enters through the lives of scientists. That seemed the right ground form me to explore in fiction, since so little fiction is about a primary human arena—work.

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You have continued together with David Brin and Greg Bear one of the most important works in science-fiction literature (Isaac Asimov’s Foundation-cycle). How does the work feel to you?

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Janet Asimov approached me. The idea of writing further novels in the Foundation universe came from Janet Asimov and the Asimov estate’s representative, Ralph Vicinanza. Approached by them, I at first declined, being busy with running the High Energy Density Physics Laboratory at UC Irvine, and my own novels. But my unconscious, once aroused, refused to let go the notion. After half a year of struggling with ideas plainly made for the Foundation—often coming in dreams, persistently demanding expression–I finally called up Ralph Vicinanza and began putting together a plan to construct a fittingly complex curve of action and meaning, to be revealed in several novels. Though we spoke to several authors about this project, the best suited seemed two hard sf writers broadly influenced by Asimov and of unchallenged technical ability: Greg Bear and David Brin.

Bear, Brin and I kept in close touch while I wrote the first volume, intending to create three stand-alone novels which none the less carry forward an overarching mystery to its end. Elements of this make their first appeared in Foundation’s Fear, then amplified further through Greg Bear’s Foundation and Chaos, finding completion in Brin’s Foundation`s Triumph. I planted in the narrative prefiguring details and key elements which bore later fruit.

I had always wondered: The Foundation series began in World War II, as America arced toward its zenith as a world power. The series played out over decades as the United States dominated the world’s matters in a fashion no other nation ever had. Yet the Foundation is about imperium and decline. Did this betray an anxiety, born even in the moment of approaching glory?

Plus we could work with the „fans are slans“ syndrome, the übermensch mentality in comic books, the hero as Achilles, beyond accountability to the great, unwashed masses…plenty of ground for comment on how we see our vast future.

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What are your literary heroes? And what do you read in your leisure time?

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Mainstream: John Updike, Hemingway, Faulkner, Ian McEwin, Raymond Chandler. SF: Heinlein, Clarke, Stapledon, Asimov, Ursula LeGuin, Joanna Russ. I read widely but in genre, Michael Connelly, James Cambias, Linda Nagata, Nancy Kress many!

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What kind of movies do you watch in your spare time?

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Lots of European films, liked recently the sf movies Her, Gravity, Under the Skin, Europa Report. Loved Run, Lola, Run.

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A writer usually has numerous projects in his head, that have not been written yet. Which one is currently your favourite and why do you have it not written already?

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I have two series stories that will become novels, one on a SETI Librarian, the other a woman entrepreneur in the solar system—both women centuries from now. Plus an anlernate history of WWII in which the USA does not make the mistakes it did make in our Manhattan Project, and we get the bomb in 1944. Germany gets saved from Hitler’s Gotterdamerung and we keep the Soviets out of the East. Much physics fun, too!

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Why, do you think, is it so hard for good sf to be accepted as a literary genre? At least it behaves here in Germany like this. Is it possibly in the U.S. Different?

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SF is slowly gaining acceptance, as hardboiled detective fiction did in the 1940s onward. Now Chandler and J D McDonald have stood the test of time against our old enemies, the literary gatekeepers of conventional wisdom. Phil Dick made it with Bladerunner and then the slow realization that our present resembles his past visions. Similar ways of looking at our evolving technoculture will bring sf to the fore, more and more.

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A question to the private Gregory Benford: What dream do you still want to make true?

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Living longer! I started several genetic companies after my wife died, and we now have useful products that can extend vitality into ages approaching 100. Plus getting into space commercially, opening the vast resources of our solar system to uplift the bulk of humanity. All these goals are intricately interconnected.

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Your latest novel is a collaboration with the wonderful author Larry Niven. How did it happen?

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In science fiction, a Big Dumb Object is any immense mysterious object that generates an intensesense of wonder just by being there. They don’t have to be inert constructs, though – so perhaps the dumb aspect also expresses the sensation of being struck dumb by the scale of them.

Larry said to me at a party, “Big dumb objects are so much easier. Collapsed civilizations are so much easier, the way I did Ringworld. Yeah, let’s bring them up to speed.” A Smart Object is statically unstable but dynamically stable, as we are when we walk. We fall forward on one leg, then catch ourselves with the other. That takes a lot of fast signal processing and coordination. (We’re the only large animal without a tail that’s mastered this. Two legs are dangerous without a big brain or a stabilizing tail.) So we wrote Bowl of Heaven, deciding that we needed two volumes to do justice to a Big Smart Object. The Bowl has to be controlled, because it’s not neutrally stable. His Ringworld is a Big Dumb Object since it’s passively stable, as we are when we stand still. (Or the ringworld would be except for nudges that can make it fall into the sun. Those are fairly easy to catch in time. Larry put active stabilizers into the second Ringworld novel.)

There’ve been several Big Dumb Objects in sf, but as far as I know, no smart ones. Our Big Smart Object is larger than Ringworld and is going somewhere, using an entire star as its engine.

Our Bowl is a shell more than a hundred million miles across, held to a star by gravity and some electrodynamic forces. The star produces a long jet of hot gas, which is magnetically confined so well it spears through a hole at the crown of the cup-shaped shell. This jet propels the entire system forward – literally, a star turned into the engine of a “ship” that is the shell, the Bowl. On the shell’s inner face, a sprawling civilization dwells. The novel’s structure doesn’t resemble Larry’s Ringworld much because the big problem is dealing with the natives.

Our smart Bowl craft is also going somewhere, not just sitting around, waiting for visitors like Ringworld–and its tenders live aboard.

We started with the obvious: Where are they going, and why?

Answering that question generated the entire frame of the two novels. That’s the fun of smart objects – they don’t just awe, they intrigue.

My grandfather used to say, as we headed out into the Gulf of Mexico on a shrimping run, A boat is just looking for a place to sink.

So heading out to design a new, shiny Big Smart Object, I said, An artificial world is just looking for a seam to pop.

You’re living just meters away from a high vacuum that’s moving fast, because of the Bowl’s spin (to supply centrifugal gravity). That makes it easy to launch ships, since they have the rotational velocity with respect to the Bowl or Ringworld… but that also means high seam-popping stresses have to be compensated. Living creatures on the sunny side will want to tinker, try new things…

Y’know Fred, I think I can fix this plumbing problem with just a drill-through right here. Uh—oops!”

The vacuum can suck you right through. Suddenly you’re moving off on a tangent at a thousand kilometers a second—far larger than the 50 km/sec needed to escape the star. This makes exploring passing nearby stars on flyby missions easy.

But that easy exit is a hazard, indeed. To live on a Big Smart Object, you’d better be pretty smart yourself.

Larry and I kicked these ideas around for years before we decided to get serious and actually write the books. That turned out to be even more fun. Hard SF works the way science does —collaborations are common, and there’s a cultural conversation, carrying forward ideas through worked out examples (experiments) and Big Ideas (theory). SF models the culture that brought modern SF into being — the techno-scientific doers who made our modern world.

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Which one of your novels would you write differently today, if you would have the chance?

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Probably my first, The Stars in Shroud. I find it a bit depressing now, a mood I mistook for gravitas. I was young!

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If you were not a writer, what job you had taken then?

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I’m a part time writer! My real job was as a professor of physics & astronomy at UC Irvine. I’m retired from that, but keep my UCI office, and am running several genetics companies. Fiction comes in third place, then, in my career list.

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Thank you for answering my questions and Buchwelten still wants all the best for all your upcoming releases.

More about Gregory Benford on his Homepage.

© 2014 Gregory Benford / Wolfgang Brunner for Buchwelten

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Gastrezension: Der Schmetterlingsmann von Wolfgang Brunner

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Erschienen als
gebundene Ausgabe/Leinen mit Leseband
in limitierter, signierter Auflage 
im Candela Verlag
240 Seiten
Preis: 19,90 €
ISBN: 978-3-942635-23-3
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Eine große Liebesgeschichte ….

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Wie bewerte bzw. rezensiere ich ein Buch, welches mir sehr gut gefallen hat? Eigentlich kein Problem. Wenn ich in Fall des „Schmetterlingsmannes“ von Wolfgang Brunner lange gezögert habe, eine Rezension zu schreiben, hatte dies einen sehr einfachen Grund: Ich durfte die Rohfassung lesen, meine Meinung Wolfgang Brunner vorab kundtun und mir wurde die Ehre zuteil, im Nachwort namentlich erwähnt zu werden. Ich hatte also die Befürchtung, eine Rezension von mir würde als sehr parteiisch angesehen werden. Natürlich könnte ich unter Pseudonym schreiben, das käme mir allerdings auch wieder nicht richtig vor. Aber eine Rezension ist eigentlich ja immer parteiisch, und deshalb habe ich mich nun doch dazu entschlossen.

In dieser kleinen, aber auch sehr großen Geschichte (schließlich ist die Liebe eines der größten Themen, welches uns im Leben beschäftigt) geht es um die Liebe, oder vielmehr eigentlich um die Frage, was Liebe ist. Wie der Titel vorgibt, geht es um die Schmetterlinge, die Menschen die lieben, wie man sagt „im Bauch haben“. Es geht um die Hingabe an einen anderen Menschen; es geht um das Vertrauen ineinander, welches in diesem Ausmaß nur wirklich Liebende füreinander empfinden können. Es ist ein innerlicher Monolog des Protagonisten, der liebt und der sich Fragen nach dieser Liebe stellt, vielleicht weil er es selbst nicht begreifen kann, wieso diese Liebe für ihn so allumfassend ist. Es geht … um die Liebe.

Einzelne Kapitel hervorzuheben fällt mir schwer, dafür sind sie zu sehr miteinander verwoben, bilden eine Einheit. Zwei Kapitel möchte ich allerdings doch besonders erwähnen. Das ist zum einen Kapitel 8 „Parallaxen“, in welchem Wolfgang Brunner ein besonderes Stilmittel verwendet und das mir schon in der Rohfassung „unter die Haut“ gegangen ist. Und nicht zuletzt das Kapitel 12 „Evelyn“, ein Märchen über einen Schmetterling, das auch als eigene Kurzgeschichte stehen könnte, sich aber trotzdem harmonisch in den Kanon des Buches einfügt.

Ich kann jedem, der sich über das Wesen der Liebe Gedanken macht, oder der einfach eine schöne Liebesgeschichte, die ganz anders ist, als die meisten anderen, lesen möchte, dieses Buch (trotz meiner Eingangs erwähnten Parteilichkeit) ans Herz legen.
Ach ja, ich habe gar nicht erwähnt, dass dieses Büchlein als Liebeserklärung für Wolfgang Brunners Lebensgefährtin gedacht ist. Wenn man dies weiß und beim Lesen im Hinterkopf behält, dann „blitzt“ für die Leserin, den Leser in jeder Zeile diese große Liebe durch. Eine Liebe, die, wie es mir scheint, auch den Autor manchmal erstaunt, verwundert, verwirrt aber zum Glück wenigstens literarisch nicht „sprachlos“ macht.

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Geschrieben von
Frank Olaf Paucker “FOP”
10.04.2013

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Kim Schepper und die Kinder von Marubor von Wolfgang Brunner (komplett neu überarbeitete Zweitauflage) – 5/5

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9783942635240
Erschienen als Taschenbuch
im Candela Verlag
400 Seiten
Preis: 14,90 €
ISBN: 978-3-942635-24-0
Katergorie: Jugendbuch/All-Age

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Das Mädchen mit den schulterlangen braunen Haaren und den dunklen Totenkopf Sneakers, das dort am Grab ihres zwei Jahre jüngeren Bruders steht, ist die 13-jährige Kim Schepper. Bereits fünf Jahre zuvor musste sie schon einmal einen geliebten Menschen verabschieden, damals war es ihr Vater, der zu Grabe getragen wurde. Und nun wurde Tom durch einen Unfall getötet und sie ist mit ihrer Mutter allein. Sie trauert für sich, denn sie findet Beerdigungen bescheuert, sie hasst es wie ein kleines Kind behandelt zu werden, dass keine Ahnung vom Leben und vom Tod hat. Doch was wissen die Erwachsenen schon?

Kim schreckt auf, als sie plötzlich von einem Jungen namens Julian angesprochen wird. Er ging in die gleiche Klasse wie ihr Bruder Tom und er übermittelt ihr ohne Umschweife eine etwas außergewöhnliche Einladung: Kim soll um Mitternacht auf den Friedhof kommen, zum Grab ihres Bruders und sie soll etwas sehr Persönliches von Tom mitbringen. Kim ist etwas verwundert, was Julian von ihr will und sie hakt nach. Doch der Junge spricht in Rätseln. Er berichtet von geheimen Experimenten, an denen ihr Bruder teilgenommen hat und das Tom gar nicht „richtig“ tot sei. Als Kim versucht noch etwas mehr an Informationen von Julian zu gelangen, sagt er, sie solle einfach zur verabredeten Zeit auf dem Friedhof erscheinen, dann würde sie verstehen. Sie würden die anderen Kinder von Marubor treffen und eines davon sei seine Schwester, seine tote Schwester ..

Nach der Beerdigung ist Kim entsprechend aufgewühlt und auch verwirrt wegen der Äußerungen des Jungen der sie angesprochen hat. Natürlich ist es der 13-jährigen unheimlich, mitten in der Nacht auf den Friedhof zu gehen. Dann weiß sie nicht einmal, ob sie es schafft aus der Wohnung zu schleichen, ohne das ihre Mutter etwas bemerkt.

Doch die Neugier siegt. Kim muss wissen, was es mit dem Geheimnis um diese Experimente an ihrem Bruder und anderen Kindern auf sich hat. Also packt sie einen Rucksack, schnappt sich eine Taschenlampe, einen handgeschriebenen Zettel von Tom, den er ihr vor zwei Wochen gegeben hat und macht sich auf den Weg zum Grab …

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Zunächst eine kleine Anmerkung vorneweg. Es ist sicherlich bekannt, dass der Autor von „Kim Schepper und die Kinder von Marubor“, Wolfgang Brunner, mein Lebensgefährte ist. Und genau aus diesem Grunde rezensiere ich sonst prinzipiell keinen seiner Romane. Auch wenn ich mir bei seinen Werken eine durchaus objektive Meinung zutraue, die ich schließlich auch immer in den Entstehungs- und Überarbeitungsphasen der Romane kundtue, hätten meine Rezensionen in seinem Fall immer den Beigeschmack als „Schleichwerbung“ oder „Sonderpromotion“ aufgefasst zu werden. Bei der „neuen“ Kim mache ich aber aus dem Grund eine Ausnahme, dass für mich diese völlig überarbeitete Zweitauflage absolut neu war. Ich kenne die „alte“ Kim in der Rohfassung und in der Endfassung kurz vor Druck. Als diese dann 2009 veröffentlicht wurde, habe ich sie als fertiges Buch auch nicht gelesen. Aus der Überarbeitung für die Zweitauflage habe ich mich komplett herausgehalten und nicht eine Zeile gelesen, daher war ich auch sehr neugierig auf das Endergebnis.

Zunächst einmal hat sich die Aufmachung des Romans sehr positiv verändert. Entgegen der recht einfachen Erscheinung der ersten Auflage, wird die neue Kim mit einem Cover präsentiert, dass ein absoluter Eyecatcher ist. Der junge Grafikdesigner, der mit Kim Schepper nun bereits das dritte Cover für Wolfgang Brunner gestaltete, hat einen Einband geschaffen, der perfekt zur Geschichte um Kim Schepper passt. Das dunkle Grau als Hintergrund und das Reagenzglas mit dem grünen Serum (Marubor) darin, sehen sehr gut aus. Das erste Cover ist bereits so konzipiert, dass die vier weiteren Teile um die Kim daran angeglichen werden und zuletzt ein ansprechendes Ganzes im Bücherregal ergeben.

Für das übrige Erscheinungsbild des Buches ist der Candela Verlag verantwortlich, dem ich gerne mein Lob ausspreche. Ich habe bereits zwei Bücher für den Verlag rezensiert, wobei ich seinerzeit die Taschenbuchausgabe doch stark kritisiert hatte.

Doch nun ist der Einband fest und nicht mehr zu weich. Die Schrift ist keine Standardschrift und sieht optisch sehr gut und vor allem satt aus. Was mir besonders gut gefällt, ist das Bild der Aufhocker, das an jedem Kapitelanfang eingedruckt ist.

Auch wenn natürlich die Grundhandlung der Kim die gleiche ist, liest sich die Neuauflage rasanter und knackiger. Hier bemerkt man schon ein intensives Lektorat, dass das Buch aufgewertet hat.

Der Autor schreibt stets in einem gehobenen, sehr gut ausformulierten und oft auch philosophischen Schreibstil. Da sich Wolfgang Brunner nicht auf ein Genre festlegen lässt, kann man die Stile der Romane auch schlecht miteinander vergleichen, doch den typischen Brunner-Stil kann man erkennen. Und auch wenn hier mitunter keine leichte Kost verarbeitet wurde, hat der Autor den Text sehr gut verständlich für die jugendliche Zielgruppe ausgearbeitet.

Die Handlung beginnt mit der Beerdigung natürlich zunächst einmal sehr traurig, doch ist Kim Schepper keineswegs ein Todes- oder Düsterbuch. Im Gegenteil. Kim Schepper ist eine Mischung aus Abenteuer, Fantasy und dem realen Leben. Es werden Themen wie Konsumwahn, ständiges Streben nach Macht und Gier behandelt. Doch auch Liebe, Freundschaft, Vertrauen und Zusammenhalt sind in dem Roman sehr wichtig. Etwa ab der Hälfte des Buches kommt der zweite Handlungsstrang um die „Bösen“ dazu und die Handlung springt dann auch innerhalb der Kapitel ziwschen den Szenen, mitunter mit „gemeinen“ Cliffhangern.

Die Kinder stehen in diesem Roman an erster Stelle, denen sicherlich auch Erwachsene zur Seite stehen. Doch diese wollen die Kinder keineswegs bevormunden, sondern erkennen ihre Kraft und Stärke und unterstützen diese lediglich bei ihrem Kampf gegen die Verschwörung des Bösen.

Eine gewisse Aufmerksamkeit gehört bei der Lektüre von Kim Schepper schon dazu. Denn auch wenn es lustige Momente gibt und Ausgefallenes wie eine sprechende, kaugummikauende Fledermaus oder ein Schiff auf der Wiese als Wohnhaus, so ist der Inhalt und die Aussage des Werkes sehr episch. Dinge wie der Kampf der Erde, die Eigenschaft der Seelen oder das unsichtbare Band der Geschwisterliebe werden behandelt und sollten um des Verstehens willen nicht überflogen werden.

Die Geschichte um Kim Schepper geht weiter, der zweite Teil der Reihe „Kim Schepper und der Aufstand der Schatten“ erscheint im Jahre 2013, wann konkret wird noch mitgeteilt werden.

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Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für die Zweitauflage von Kim Schepper und die Kinder von Marubor, die mir richtig Spaß gemacht hat. Eine Geschichte von Liebe, Freundschaft, Abenteuer und dem Kampf gegen das Böse, in der die Kinder die wichtigsten Personen sind. Die „neue Kim“ hat mich oft zum Lachen gebracht und auch zu Tränen gerührt. Ein Roman mit einem ernsten und kritischen Hintergrund, der sich nun rasanter liest und der mit einem tollen neuen Cover und einer schönen, ausgefallenen Aufmachung zwischen den Buchdeckeln vom Candela Verlag präsentiert wird.

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Ein ca. 35-minütiges Video-Interview mit Ötzgen Senol von buchvorstellung-online.de zur neuen Auflage von „Kim Schepper und die Kinder von Marubor“

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Gastrezension zu „Kim Schepper und die Kinder von Marubor“ von Wolfgang Brunner (5/5)

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Anläßlich seiner Lesung am Welttag des Buches in einer weiterführenden Schule in Hamminkeln hat der Autor Wolfgang Brunner den Schülerinnen und Schülern einige Exemplare seines Romanes geschenkt.

Nach und nach treffen nun die ersten Reaktionen der LeserInnen ein, die sich (wie ich finde sehr gut) im erstmaligen Verfassen einer Rezension versuchen:

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Vorläufiges Cover der Zweitauflage, entworfen von Mathias V. Beckmann
Eine vollständig überarbeite
Zweitauflage wird
noch in diesem Sommer im
Candela Verlag
erscheinen
(Vorbestellungen sind bereits beim Verlag möglich)

ISBN: 978-3-942635-24-0

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Zu Anfang des Buches steigt man sofort in die Geschichte ein. Die Hauptperson Kim Schepper, ein dreizehnjähriges Mädchen, hat vor wenigen Tagen ihren Bruder bei einem Autounfall verloren und ist auf seiner Beerdigung. Sie hat ihr Schicksal noch gar nicht wirklich realisiert, da lädt ein Klassenkamerad von ihrem Bruder Tom sie zu einem Treffen auf dem Friedhof um Mitternacht ein. Kim ist erst misstrauisch und verunsichert, doch sie geht trotzdem zu dem Treffen.

Sie erfährt, dass ihr Bruder nicht tot, sondern „gering lebend“ ist, wie es die Kinder von Marubor nennen. Die machtgierige Firma „Kirkos Marubor“ hat den Kindern ein Serum verabreicht, bei dem sie die Phasen des Sterbens erforschen wollten. Doch als bei den Forschungsarbeiten etwas schief läuft, müssen die Kinder durch inszenierte Unfälle „beseitigt“ werden. Die Firma weiß nicht, dass die Kinder nicht wirklich tot sind, sie sind nur dem Tod näher als dem Leben. Kim erlebt viele Abenteuer in der Heimat der Kinder unter dem Friedhof, in der Forschungsstation und auf der Leuchtturminsel.

Zudem macht Kim einige schlaue Entdeckungen, welche den Kindern weiterhelfen auf schrecklichen Geheimnisse der Forschungsarbeiten zu stoßen. Ihr Eifer bei der Sache und die Begeisterung sind wirklich beeindruckend.

 

Mir persönlich hat die Geschichte sehr gut gefallen. Die Geschwister gehen alle sehr liebevoll miteinander um und ihre Liebe zueinander ist sehr stark. Am meisten beeindruckt haben mich die Stellen, bei denen die Kinder das „Aufhocken“ probieren. Das gering lebende Geschwisterkind setzt sich dabei auf den Rücken des anderen Geschwisterkindes. Diese Situation wurde so wunderschön beschrieben, dass man gleich sehnsüchtig wird auch so etwas zu erleben. Auch erwähnenswert ist die Kaugummi kauende Fledermaus Betty. Diese Idee ist wirklich außergewöhnlich. Die Kinder sind zusammen eine Einheit, die stark ist und einen unglaublichen Willen hat, den Menschen zu helfen.

Das merkt man auch gut an der Freundschaft die sie alle füreinander empfinden und sich gegenseitig Mut machen.

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Es ist eine schöne, rührende Geschichte über die unglaublich starke Geschwisterliebe die über alle Grenzen hinausreicht, aber sie soll auch zum Nachdenken anregen, wie W. Brunner in seinem Nachwort erwähnt. Sie zeigt, dass die heutigen Menschen viel zu viel Wert auf materielle Dinge legen und die Liebe, Familie, Geborgenheit und Freundschaft völlig vergessen. Da die Geschichte lebendig und gut verständlich geschrieben wurde eignet sie sich für Kinder, Jugendliche und Erwachsende. Sie ist absolut lesenswert und unbedingt weiterzuempfehlen!

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Diese Gastrezension wurde geschrieben von Lucie T., einer Schülerin der 10. Klasse aus Hamminkeln im Mai 2012.

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Die Rezensentin hat für den Roman 5 von 5 Sternen vergeben. .

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Lesungswochenende mit Wolfgang Brunner und Holger Weinbach

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Am vergangenen Wochenende haben die Schriftsteller Wolfgang Brunner (u.a. Die Weisse Frau – Eine Legende vom Schloß Ringenberg in Hamminkeln) und Holger Weinbach (Die Eiswolf-Saga) den Auftakt zu mehreren gemeinsamen Lesungen gegeben.

Die erste Lesung fand am Freitag in Meerbusch im Café Aroma statt und die zweite dann in Haltern am See in der Naturheilpraxis Schreiber.

Ich selber habe nun bereits an vielen Leseungen meines Lebensgefährten teilgenommen, auch zu den unterschiedlichsten Anlässen und in verschiedenen Örtlichkeiten (Lesung im Schloß Ringenberg oder auch in der Realschule bei „Wesel liest“).

Aber eine Gemeinschaftslesung mit einem Autorenkollegen war auch für mich eine neue Erfahrung.

Kennengelernt habe ich Holger Weinbach durch meine beiden Rezensionen zu „Brudermord“ und „Irrwege“ und dem danach geführten Interview hier auf Buchwelten. Daraus hat sich eine intensive Internetbekanntschaft entwickelt und das Treffen im wirklichen Leben war wirklich schön. Wir alle haben viele gemeinsame Stunden verbracht und uns vor und nach den Lesungen privat kennengelernt, ausgetauscht und gut unterhalten.

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Was die Gemeinschaftslesungen angeht, ist dies ja auch erst einmal ein Experiment. Das ist aber vollauf gelungen. Die beiden Autoren haben sich sehr gut ergänzt, waren gut aufeinander abgestimmt und haben sich gegenseitig die „Bälle zugespielt“. Beide sind äußerst gute Vorleser, die es am Wochenende auch geschafft haben, die Zuhörer mit ihren Romanen in den Bann zu ziehen.

Ich freue mich auf die weiteren gemeinsamen Lesungen im April.

Wer Lust hat einige Fotos und/oder Videos von den Lesungen zu sehen, den möchte ich auf die Autorenseiten der beiden bei Facebook verweisen. Diese sind öffentlich und auch durch nicht registrierte Nutzer anzusehen. Dort haben beide eine Menge Bebildertes zum vergangenen Lesungswochenende eingestellt:

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Wolfgang Brunner Autor bei Facebook

Die Eiswolf-Saga bei Facebook

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Da ich selber natürlich nicht nur Fan der Werke meines Lebensgefährten, sondern auch der Eiswolf-Saga bin, hat es auch mir große Freude gemacht, einige Szenen vorgelesen zu bekommen.

Ausserdem darf ich mich nun über persönliche Widmungen für Wolfgang und mich in meinen beiden Exemplaren freuen :-).

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„Die weiße Frau“ im Autohaus …

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Am 21. März 2012 liest mein Lebensgefährte Wolfgang Brunner aus seinem aktuellen Romen „Die weiße Frau – Eine Legende vom Schloß Ringenberg aus Hamminkeln“ im Autohaus an Rhein & Lippe in Wesel.

Der ein oder andere mag sich nun fragen: Eine Autorenlesung in einem Autohaus? Was soll das? Nun, das hat einen Grund, sogar einen guten:

Denn das Autohaus an Rhein & Lippe befindet sich an der Stelle, auf der bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts das Kloster Averndorp zu Wesel stand, welches im Roman um „Die weiße Frau“ doch eine bedeutende Rolle spielt:

Nachfolgend ein kleiner Auszug aus dem Roman  „Die Weiße Frau – Eine Legende vom Schloß Ringenberg aus Hamminkeln“:

Wo lag dieses Kloster Averndorp?“ Sabrina nahm einen Schluck aus der kleinen Mineralwasserflasche, die vor ihr auf dem Tisch stand.
Wesel“, gab Larcher zur Antwort. „Aber wo genau es stand, kann ich euch nicht sagen.“
Wir rufen im Stadtarchiv an“, schlug Lisa vor.
Das wäre eine Möglichkeit“, überlegte Richard. Er blätterte weiter in seinen Unterlagen und stieß nach wenigen Sekunden auf eine Notiz, die er sich anscheinend damals gemacht hatte. „Hier…“ Er drehte den Ordner, sodass alle drei auf seine Eintragungen blicken konnten. „Das Kloster hatte mehrere Bezeichnungen.“ Er las die Begriffe, die er sich notiert hatte, laut vor: „Altendorp, Aildendorp, Alverndorp, Avendorp und sogar Oberndorf…“
Es gibt eine Oberndorfer Straße in Wesel“, bemerkte Sabrina und lächelte stolz. „Vielleicht hat sie etwas damit zu tun.“
Da bin ich aber ziemlich sicher“, warf Lisa dazwischen.
Es tut mir leid“, hob Larcher bedauernd die Schultern. „Ich habe mich damals mehr auf die Chronik des Ringenberger Schlosses konzentriert, als dass ich mir großartige Gedanken über Klöster in der Nähe von Wesel gemacht hätte.“
Aber das hilft uns doch schon einmal“, erwiderte Sabrina. „Vielleicht sollten wir tatsächlich mit jemanden aus dem Stadtarchiv sprechen. Ich bin sicher, dass uns dort weiter geholfen werden kann.“

Sie suchten die Nummer des Archivs der Stadt Wesel aus dem Telefonbuch und Sabrina übernahm mit ihrem Mobiltelefon die Initiative. Es dauerte nicht lange, bis sie jemanden am Apparat hatte, der Ahnung von der Materie hatte. Als Sabrina die Legende der Weißen Frau erwähnte, erfuhr sie, dass es sich tatsächlich um ein Kloster bei Wesel gehandelt hatte, das aber bereits 1587 vollkommen zerstört wurde.

Ein gewisser Graf Gottfried von Cappenberg war der Begründer des Klosters Cappenberg, dessen größter Teil der Schwestern gegen 1145 ins Kloster Oberndorf bei Wesel zog. Die Klosterkirche wurde etwa zehn Jahr später geweiht und war dem Ende des fünfzehnten Jahrhunderts erbauten Willibrordi-Dom inkorporiert. Zu jenem Zeitpunkt, so erklärte der freundliche Mitarbeiter des Stadtarchivs, wird die Tragödie vermutet, um die sich die Legende der Weißen Frau rankt. Da das Kloster Oberndorf, oder Averndorp, im Jahr 1587 während des Truchsessischen Kriegs vollständig zerstört wurde, mussten sich die Ereignisse logischerweise davor abgespielt haben. Der Mann erklärte sich bereitwillig, Sabrina die genaue Lage zu erklären, an der das Kloster vor über vierhundert Jahren stand, ohne sich darüber zu wundern, worin sich ihr Interesse daran überhaupt begründete. Er schien in seinem Element und schilderte ausführlichst historische und gegenwärtige Ereignisse, die ihm im Zusammenhang mit dem Kloster einfielen.

Er hat mir erklärt, an welcher Stelle es ungefähr stand“, erzählte Sabrina, als sie das Gespräch beendet und sich den neugierigen Anwesenden zugewandt hatte. „Er sprach von einem Autohaus…“
Ich kann mir denken, welches er meint“, warf Richard Larcher ein. „Ich kann euch hinfahren, wenn ihr möchtet.“

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 Hier sieht man das damalige Kloster Averndorp:

Das heutige Autohaus an Rhein und Lippe:

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Termin: 21.03.2012

Zeit: Beginn 19:00 Uhr, Einlass ab 18:30 Uhr

Die Lesung dauert mit Pause und anschließender Fragerunde etwa
1,5 bis 2 Stunden,
der Eintritt ist kostenlos.

Nach der Lesung können ebenso Romane erworben und/oder vom Autor signiert werden.

Anmeldungen bitte vorab unter:
info@audi-Wesel.de 
oder telefonisch unter
0281-33 977 0

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© Buchwelten
03.03.2012
Marion Gallus
(die sich diesesmal nicht nur aus privaten, sondern auch aus beruflichen Gründen auf diese Lesung freut 🙂 )

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Gastrezension: Die Weisse Frau – Eine Legende vom Schloß Ringenberg aus Hamminkeln von Wolfgang Brunner (5/5)

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Erschienen als
Taschenbuch
denmächst im Candela Verlag
1. Auflage vergriffen.

Wolfgang Brunner, der sich als Schriftsteller nicht auf ein Genre eingrenzen lässt, hat sich nach seinen beiden Fantasy-Büchern (‚Cryptanus I & II‘), einem Kinderbuch (‚Kim Schepper und die Kinder von Marubor‘) und dem Horror-Roman ‚Nachtzug‘, in seinem neuen Roman einer alten Legende aus seiner Wahlheimat Hamminkeln am Niederrhein zugewandt.

Im dortigen Schloss Ringenberg wird von einer mysteriösen weißen Frau berichtet, die seit mehreren hundert Jahren in dem alten Gebäude spuken soll. Nun wäre dies ja nichts Ungewöhnliches; jede Burg, jedes Schloss hat ja bekanntlich ihr Gespenst. Aber was Wolfgang Brunner aus dieser einfachen Geschichte macht, ist fantastisch.

Ein junger Student hat ein Kunststipendium im Schloss Ringenberg bekommen. Dem jungen Maler dient vor allem Edgar Ende als Vorbild. – (Im Roman wird öfter das Bild ‚Die Letzten‘ des surrealistischen deutschen Malers erwähnt. Das Bild ist meines Erachtens wirklich toll, und es lohnt sich auf jeden Fall, während des Lesens das Gemälde einmal im Internet anzuschauen.) – Schon nach wenigen Tagen erscheint dem Studenten mit dem Namen Dirk Friedemann die mysteriöse ‚weiße Frau‘ im Traum. In weiteren Träumen erfährt er mehr über die Hintergründe der Geschichte, und ich muss zugeben, es fiel mir manchmal schon ziemlich schwer, nicht weiter hinten im Buch zu ‚kiebitzen‘. Aber die Gefahr war schnell vorüber, denn Wolfgang Brunner hält den Spannungsbogen so hoch, dass es schade gewesen wäre, etwas zu versäumen. Eine zarte Liebesgeschichte zwischen Dirk Friedemann und einer Mitstudentin fließt ebenfalls in die Geschichte ein und setzt in gewisser Weise auch einen Bogen zwischen Vergangenheit und Neuzeit.

Beim Lesen habe ich mich in Schloss Ringenberg gleich wohlgefühlt. Brunner hat die Atmosphäre so geschickt eingefangen, dass ich manchmal das Gefühl hatte, die alten Treppen knarren zu hören oder den besonderen Geruch, den Burgen und Schlösser haben zu spüren. In den Traumsequenzen des Romans fühlte ich mich in eine ferne Vergangenheit zurückversetzt, die dank des Könnens des Autors vor meinem geistigen Auge entstand. Ich fand es toll mit Dirk Friedemann in die Geschichte einzutauchen, denn Wolfgang Brunner hat in die spannende Handlung immer wieder auch geschichtliche Hintergründe des 16. Jahrhunderts (die Geschichte des Schlosses geht bis in das frühe 13. Jahrhundert zurück) am Niederrhein eingewoben, und zwar so geschickt, dass der Leser weder den Spannungsfaden des Romans verliert, noch sich durch eine allzu trockene Geschichtsstunde gelangweilt fühlen würde.

Als kleines Kuriosum (?) taucht in dem Roman übrigens in einer winzigen Nebenepisode der Protagonist des Romans ‚Nachtzug‘ Thomas Kassner mit seiner neuen Lebensgefährtin auf; eine Art ‚Alter ego‘ des Autors?

Seit dem ersten ‚Cryptanus‘-Roman, bin ich ein begeisterter Leser der Bücher Wolfgang Brunners. Dieses Buch aber hat mich ganz besonders begeistert. Als jemand, der sich sehr oft und sehr intensiv mit Geschichte beschäftigt, war es ein Erlebnis mehr über die Geschichte des Niederrheins zu erfahren (eine Gegend, die für mich eher ein weißer Fleck war und der ich mich nun, dank Wolfgang Brunner, ein bisschen mehr widmen werde), und gleichzeitig auf das Vorzüglichste und Spannendste unterhalten zu werden.

In welches Genre würde ich den Roman einordnen? Er beinhaltet sowohl Geschichte, ein bisschen wohliges Gruseln und viel Spannung. Das Buch ist auch eine Liebeserklärung an seine Wahlheimat Hamminkeln. Aber eigentlich ist es ein Lied auf die Liebe, eine Liebe, die sich durch den ganzen Roman zieht, eine Liebe die stärker als der Tod ist. Diese Liebe wird von von Brunner sehr romantisch geschildert, ohne dabei je kitschig zu wirken.

Das Buch aus dem Verlag P&B aus Wangen ist sehr schön gestaltet. Das ansprechende Cover mit einer Illustration von Schloss Ringenberg hat mich sofort begeistert. Matthias V. Beckmann hat in dieser Zeichnung eine idyllische und gleichzeitig geheimnisvolle Atmosphäre geschaffen, die beim Betrachten Appetit darauf macht, das Buch aufzuschlagen und gleich mit dem Lesen anzufangen.

Sowohl die spannende und gut geschriebene Geschichte und auch die attraktive Aufmachung des Buches bekommen von mir aus Überzeugung 5 Sterne. Ich freue mich schon auf die nächste Geschichte aus der ‚Feder‘ Wolfgang Brunners.

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Geschrieben von
Frank Olaf Paucker „FOP“
01.02.2012

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Auf Wiedersehen 2011 – Willkommen 2012 …

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Das alte Jahr ist in etwas mehr als einer Stunde vorbei und das Jahr 2012 steht bereits in den Startlöchern …

Vieles ist in 2011 geschehen, ich habe eine Menge guter, neuer Bücher hinzubekommen. Auf welchen Wegen auch immer. Auf Buchmärkten, Geschenke, auf  Trödelmärkten, bei Amazon und natürlich habe ich auch vieles neu gekauft …

Rezensionsexemplare habe ich in diesem Jahr auch eine Menge bekommen, es waren an die 40, glaube ich. Es waren sehr viele richtig gute Bücher dabei, zum Teil in kleineren Verlagen erschienen. Um so bedauerlicher, dass diese Schätze dann nicht in den Buchläden ausliegen …

Die Fliege hat es dann doch noch geschafft, dass hat mich z.B. auch sehr gefreut.

Mein Lebensgefährte hat seinen fünften Roman veröffentlicht, hat eine Menge Lesungen gehalten und ich hoffe, es wird im nächsten Jahr mindestens so gut weiterlaufen, gerne noch viel besser.

Worauf ich mich im nächsten Jahr wirklich freue ist, dass Wolfgang Brunner gemeinsam mit Holger Weinbach Lesetermine hält. Ich bin geständiger Fan seiner Eiswolf-Saga und freue mich schon sehr, ihn endlich persönlich kennenzulernen.

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Das alte Jahr ist dann doch noch mit einem weiteren SUB-Zuwachs für mich zu Ende gegangen. Heute Nacht habe ich zum Geburtstag das Buch „Der 100 jährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“. Darüber habe ich mich sehr gefreut, denn ich hatte einiges darüber gelesen und es im Buchhandel nicht gesichtet  (da stand es sehr wohl, Wolfgang hat es geschickt eingefädelt, dass ich es „übersehe“ …).  Ein Gutschein über 20 Euro steht auch noch bei meinen Geschenken, allerdings löse ich ihn er im nächsten Jahr ein, daher werden diese Bücher dann der erste Neuzugang im SUB für 2012.

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Ich wünsche euch allen einen guten Jahreswechsel, feiert schön, begrüsst das neue Jahr gebührend und ich hoffe man liest sich im nächsten Jahr an dieser Stelle wieder!

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31.12.2011