Nacht aus Rauch und Nebel von Mechthild Gläser

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Erschienen als
gebundene Ausgabe
im LOEWE Verlag
400 Seiten
Preis: 17,95  €
ISBN 978-3-7855-7445-4
Kategorie: Fantasy/Jugendbuch/All Age

Erscheint am 17.06.2013

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Floras Lebens als normaler Teenager am Tag und Wandernde des Nachts hat sich einigermaßen eingependelt. Ihre beste Freundin Wiebke ist eingeweiht und Flora selbst hat sich mit ihrem Leben als Prinzessin von Eisenheim arrangiert.

Nur klappt das Miteinander mit Marian nicht so, wie Flora es sich wünschen würde. Gegen Ende des ersten Abenteuers musste sie etwas tun um Eisenheim zu retten. Damit war Marian allerdings nicht nur nicht einverstanden, er ist stinksauer darüber. Er spricht nicht mehr mit ihr. Weder tagsüber, noch nachts in Eisenheim.

Floras Vater, der Fürst von Eisenheim ist völlig überfordert als auf die Schattenstadt immer größere Probleme zukommen. Das Nichts breitet sich unaufhaltsam und in einer rasenden Geschwindigkeit aus. Es vernichtet immer mehr Teile Eisenheims. Niemand weiß, was er dagegen tun kann. Doch Flora ahnt, dass sie vielleicht etwas mit dem ganzen Desaster zu tun hat. Denn jedesmal wenn das Nichts sich rührt, bekommt sie dies mit unangenehm starken Schmerzen am eigenen Leib zu spüren. Und der Ascheregen, der dabei vom Himmel fällt verbrennt ihren Körper. Ist sie an dem Unheil schuld, dass Eisenheim bedroht? Liegt es am Weißen Löwen, den sie versteckt hat und von dem sie behauptet hat, dass sie die Erinnerung an das Versteck verloren hat?

Floras Entscheidung nimmt mit jedem Stadtteil, den das Nichts verschlingt, mehr Formen an. Sie muss dem Rätsel des Nichts auf die Spur kommen. Doch leider scheint es hierfür nötig zu sein, sich mit ihrem ärgsten Feind zu verbünden. Dem eisernen Kanzler …

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Mit „Nacht aus Rauch und Nebel“ schließt Mechthild Gläser mit der Handlung nahtlos an den ersten Band „Stadt aus Trug und Schatten“ an“. Der Leser trifft auf alte Bekannte und ich habe mich sogleich wieder in die Handlung eingefunden, auch wenn es zu Beginn dieses zweiten Teils keine Zusammenfassung des ersten Romans gibt. 

Den sehr guten, gehobenen Schreibstil, der mich beim Debüt der Autorin so begeistert hat, behält sie in diesem Folgeroman weitestgehend bei. Ich persönlich kann aber eine kleine Abstufung feststellen. Viele Textstellen sind mir in diesem Band zu umgangssprachlich oder flapsig formuliert. Ich spreche nicht von wörtlichen Reden, denn hier reden Jugendliche untereinander nun einmal so und dann finde ich es auch völlig in Ordnung. Ich meine solche umgangssprachlichen Ausdrücke, wie sich z.B. auf etwas „plumpsen“ lassen in den Passagen aus Sicht des Erzählers (ein klitzekleines Beispiel). 

Die Handlung ist nicht langatmig, sondern liest sich flott und rasant. Hier sind die Szenenwechsel zwischen Eisenheim und Essen wieder eine gute Variante der Kurzweiligkeit. Kleine Cliffhanger fördern natürlich die Spannung, wenn z.B. Flora aus einer hochdramatischen Situation in Eisenheim gerissen wird, weil sie in der realen Welt aufwacht.

Die Liebesgeschichte zwischen Marian und Flora ist ein leichtes Hin und Her, immer wieder steht den beiden hier der Misstrauen im Weg. Dies hat mich ab und an an Gwendolyn und Gideon der Edelstein-Trilogie erinnert, aber vielleicht sind Jungendlieben in Roman einfach so :). Eine besondere Entwicklung der Geschichte hat mich gefreut und nicht annähernd überrascht, damit hatte ich bereits recht früh im ersten Teil gerechnet.

Das Ende und die Auflösung gefielen mir wiederum gut. Auch hier kann ich nur wiederholen: ich habe nichts nachgemachtes oder abgeschautes gefunden! Auch wenn der Leser nun bei dem Begriff „Nichts“ geneigt sein mag zu glauben, es habe etwas mit dem Nichts von Michael Endes Fantasien zu tun. Nein, dem ist nicht so. Hier hat die Autorin eigene Ideen zu Papier gebracht.

Der Verlag präsentiert auch diesen zweiten – und letzten – Teil als gebundene Ausgabe. Der erste Teil war komplett weiß, der Einband aus dickem, geprägtem Papier und mit pinker Schrift geziert. Diese Fortsetzung ist nun komplett schwarz, der Einband nun aber aus glattem Papier mit genau der gleichen pinkfarbenen Schrift. Diese Gegensätze gefallen mir. Leider hat der Verlag in dem neuen Buch am Leseband gespart, welches den ersten Band noch aufgewertet hat.

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Mein Fazit: 4 von 5 Sternen für eine gute Fortsetzung, die den gehobenen und guten Schreibstil des ersten Romans weitestgehend hält, jedoch eine Spur mehr an Umgangssprache aufweist. Die Geschichte liest sich flott, macht Spaß und weist keine Längen auf. Dennoch hat mir persönlich der besondere Kick gefehlt, der mich dazu bewogen hätte, wieder die volle Punktzahl zu vergeben. 

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Ich danke dem LOEWE Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. 

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© Buchwelten 2013

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